14.06.2016, 09:30 Uhr

Die Sommersonnenwende im Ennstal

Andrea Reingruber bindet im Bauernladen Gröbming Sonnwendbüschel mit interessierten Gästen. (Foto: KK)

Einige alte Bräuche rund um die Sonnenwende sind heute noch aktuell.

Die Sommersonnenwende wird im Ennstal auch heute noch ganz traditionell gefeiert. Allerdings gibt es von Ort zu Ort Abweichungen und Besonderheiten.

Schladming

In Schladming werden die Sonnwendbüschel aus zehn verschiedenen Pflanzen bereits vor dem 21. Juni gebunden. Jeder Pflanze hat dabei eine eigene Bedeutung. Zum Schutz vor Gewitter und gegen Blitzgefahr stehen die in blau blühenden Pflanzen, wie der Ehrenpreis. Rotblühende Pflanzen, zum Beispiel die Alpenrose, sollen vor Feuer schützen.
Die Sonnwendbüschel werden an nahestehende Menschen verschenkt, die vor Gefahren und zur Abwehr des Bösen schützen sollen. Büschel aus dem Vorjahr werden ein Jahr lang aufbewahrt und dann in das Sonnwendfeuer geworfen.

Gröbming

In der Marktgemeinde wird das Sonnwendfeuerheizen von jungen Burschen in Vereinen durchgeführt, die auf den Berggraten brennbares Material zusammenschlichten und am Abend zum 21. Juni abbrennen.
Das Sonnwendbüscherl von Andrea Reingruber wird zum Schutz vor Unheil an die Haus- oder Stalltür aufgehängt, insgesamt besteht es aus 14 Kräutern.

Kleinsölk

Am 23. Juni hängen die Hausfrauen die selbstgemachten Büschel, sie bestehen aus elf verschiedenen Pflanzenarten auf jedes Gebäude des Hofes, um vor Feuer, Unwetter und auch vor ungebetenen Gästen geschützt zu sein.

Öblarn

In Öblarn erzählt man sich, dass die Johannisbüscherl in dem Glauben aufgehängt werden, dass die Gottesmutter übers Land zieht und das Haus und den Hof segnet. Dadurch sind sie vor Unwetter und Krankheiten geschützt. Frauen binden ihre Sonnwendbüschel selbst und hängen sie dann an die Haustür und Stalltür. Die größte Wirkung wird dem Johanniskraut zugesprochen.

Aigen

Der Leitspruch, dass nicht vor der Sonnenwende gemäht werden darf, stammt aus Aigen im Ennstal.
Möglichst viele Dorfbewohner versammeln sich vor Einbruch der Dunkelheit an unterschiedlichen Plätzen und auf leicht zugänglichen Bergen, die auch von Älteren erreichbar sind. Dort werden große Reisighaufen zusammengetragen, die nach Sonnenuntergang entweder vom Bürgermeister oder dem Obmann des jeweiligen Vereins entzündet werden. Während des Abbrennens gibt es Musik und es wird getanzt und gefeiert. Die Sommersonnenwende ist in Aigen ein Fest für alle, bei dem der längste Tag des Jahres gebührend gefeiert wird.

Lassing

Für die Haus- und Stalltür wird in Lassing entweder ein Kranz oder ein Büschel verwendet. Das Sonnwendfeuerheizen findet meist bei den verschiedenen Gehöften statt, aber auch auf einigen Berggipfeln.

Admont

Mitglieder von Vereinen tragen das Material auf die umliegenden Anhöhen oder Berge zusammen. Bei Einbruch der Dunkelheit werden am Abend des 21. Juni diese Feuer entzündet, wobei auch oft eine Musik spielt und getanzt wird.
(aus Ennstaler Bräuche im Jahrlauf)
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