09.08.2016, 11:05 Uhr

Traditionsbetrieb insolvent

Vogel und Noot ist eines der traditionsreichsten Unternehmen der Hochsteiermark. Die Firma wurde bereits 1872 gegründet. (Foto: Rothwangl)

St. Barbara: Gegen Vogel & Noot Landmaschinen wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet.

Am 03. August wurde vom zuständigen Landesgericht Leoben über das Vermögen des Unternehmens Vogel & Noot Landmaschinen GmbH & Co KG in St. Barbara-Wartberg ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Kurz gesagt, der obersteirische Landmaschinenhersteller kann seinen laufenden Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen und gilt somit als insolvent. Insgesamt sind 108 Dienstnehmer davon betroffen. Die Passiva betragen rund 17,7 Millionen Euro.

Insolvenzursachen

Laut den Kreditschutzverbänden AKV und KSV liegen die Gründe für die Zahlungsunfähigkeit in einer rückläufigen Auftragslage. Mitgespielt haben vor allem Absatzschwierigkeiten in ausländischen Märkten, insbesondere aufgrund von Finanzierungsbeschränkungen durch die EU-Sanktionen gegenüber Russland.
Laut AKV wurde den Mitarbeitern seit Juni kein Lohn mehr bezahlt. Somit wären also die Juni- und Juli-Gehälter sowie die Urlaubsgelder noch offen. Rund 13,2 Millionen Euro sollen auf Bankverbindlichkeiten entfallen. Der nun aufgestellte Sanierungsplan sieht eine Mindestquote von 30 Prozent binnen zwei Jahren vor.
Eine Fortführung des Unternehmens wird angestrebt, wie Geschäftsführer Dieter Angerer gegenüber der WOCHE bestätigte: "Die Planung geht davon aus, dass wir im Laufe des Sanierungsverfahrens, also innerhalb dieser zwei Jahre, den Personalstand auf 80 reduzieren, inklusive der natürlichen Abgänge." Man wolle sich zukünftig auf die Bereiche Ersatz- und Verschleißteilproduktion sowie auf die Forschung und Entwicklung konzentrieren. Auch seitens des russischen Eigentümers gebe es Zusagen, den Standort zu erhalten.
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