18.05.2016, 07:53 Uhr

Tageseltern: Keine finanziellen Durststrecken mehr

Ursula Lackner freut sich über eine "bedeutende soziale Absicherung für Tageseltern", die neu geschaffen wurde. (Foto: Lunghammer)

Über 80 Prozent der steirischen Tageseltern sind ins neue Bezugssystem gewechselt und erhalten damit auch Geld, wenn die Kinder fehlen.

Über 3.200 kleine Steirer werden derzeit von einer Tagesmutter oder einem Tagesvater betreut. Viele Eltern entscheiden sich für diese Betreuungsvariante – nicht nur, weil sie sich dadurch eine individuellere Zuwendung als in einer Einrichtung erhoffen, sondern auch weil Tageseltern flexibler bei den Betreuungszeiten agieren können. Die derzeit rund 630 aktiven steirischen Tagesmütter und -väter sind damit eine wesentliche Stütze des Kinderbildungs- und -betreuungsangebots. Bis zu vier Kinder können zeitgleich bei Tageseltern betreut werden, wofür diese über ihre Trägerorganisationen pro Kind einen fixen Stundensatz von 2,66 Euro brutto bezahlt bekommen. In Ferienzeiten oder bei Umzug der Eltern bedeutete dies bisher herbe, und oftmals unvorhergesehene, "Einkommenseinbußen".

Überbrückungshilfe des Landes

Seit Beginn diesen Jahres springt das Land daher mit einer sogenannten Überbrückungshilfe für derartige Fälle ein. Konkret bedeutet das, dass Tageseltern, die ihre Schützlinge in den eigenen vier Wänden betreuen, diese Absicherung bei ihrer Trägerorganisation für maximal zwei Monate im Jahr beantragen können. Dann erhalten sie die Differenz von ihrem Einkommen zum Höchstbetrag von 1082,62 Euro (407 Betreuungsstunden) ausbezahlt. Im Gegenzug verpflichten sie sich, von den Trägerorganisationen zugewiesene Kinder zu betreuen. Ein Angebot, dass auf rege Zustimmung gestoßen ist, sind doch seither 82 Prozent der Tageseltern ins neue System gewechselt und verfügen so über ein "Sicherheitsnetz". 400.000 Euro wurden vom Land Steiermark für das laufende Jahr budgetiert. „So können wir diesen für die Gesellschaft so wichtigen Beruf attraktiver gestalten und uns einen Zuwachs bei den Tageseltern erwarten", bilanziert Landesrätin Ursula Lackner dieses österreichweit bisher einzigartige Modell.

Goldes Wert

Melitta Deutsch aus Köflach ist im siebenten Jahr Tagesmutter. Derzeit hat sie fünf Kinder unter ihren Fittichen. Für Sie ist die neue Überbrückungshilfe Goldes wert: "Es ist gut wenn man diese Hilfe in Anspruch nehmen kann, aber nicht unbedingt muss. Das ist eine Wertschätzung vom Land." Durch dieses Sicherheitsnetz im Hintergrund fühlt Deutsch sich auch wohler. "Es ist ein beruhigendes Gefühl", sagt sie.
Auch der Beruf selbst wird durch diese Erneuerung attraktiver: "Jetzt kann ich zu meinen Praktikantinnen ruhigen Gewissens sagen, 'du bist abgesichert', wenn ich gefragt werde was passiert, wenn Kinder ausbleiben", so Deutsch.
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