200 kamen zur Präsentation der Ortszentrums-Pläne

Bürgermeister Schneider (r.) in Diskussion mit skeptischem Publikum
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ENZESFELD/LINDABRUNN. "In unser Rathaus wurde mit Ausnahme des Flachdaches, wo es oft reingeregnet hat, nie etwas investiert", sagt Bürgermeister Franz Schneider (Liste Schneider). So begründet er rund 50 "Schockbilder" an der Wand, die den miserablen Zustand des Enzesfelder Rathauses dokumentieren sollen. So mancher steht kopfschüttelnd vor den Schautafeln und mag es nicht glauben, dass es um das rund 40 Jahre alte Rathaus so schlecht bestellt ist. "Das ist ja nur, weil man Wind für einen Neubau machen möchte - eine Verkaufsveranstaltung", sagt ein Mann.

Bosch präsentiert Projekt und Pläne

Schauplatz ist die Turnhalle der Volksschule, wo sich am 25. Jänner abends rund 200 Menschen eingefunden haben, um aktuelle Informationen über den geplanten Neubau des Rathauses durch die Genossenschaft Atlas zu bekommen. Atlas-Chef Anton Bosch stellt das Projekt, das er gemeinsam mit dem Bürgermeister ausgearbeitet hat, sachlich und zurückhaltend vor: Auf den ehemaligen Volksbankgründen (neben altem Rathaus und Gärtnerei Pechhacker, die auf willhaben.at auch zum Verkauf steht) will die Atlas zwei Wohnblöcke, ein neues Rathaus mit Kaffeehaus und einen Dorfplatz bauen. Eine Option, ein Vorschlag, mehr nicht... Was eindeutig fehlt, sind die "anderen" Vorschläge. Knackpunkt Nr. 1.

Knackpunkt Eigentumsverhältnisse

Knackpunkt Nr. 2 des Atlas-Projektes sind die Eigentumsverhältnisse: Für den Bau des neuen Rathauses müsste die Genossenschaft einen 1.200 Quadratmeter großen Gemeindegrund ankaufen (um 144 Euro/m2). Das Gebäude sollte dann auf zehn Jahre von der Gemeinde um rund 10.000 Euro gemietet werden. Danach bestünde eine Rückkaufoption zu Fixpreisen, erklärt Bosch. Im Vorfeld hatte die Opposition im gemeinderat kritisiert: "Im Fall eines Mietvertrages wäre die Gemeinde nicht mehr herr im eigenen Haus."

Viele offene Fragen

Freilich tauchen im Rahmen der Veranstaltung Fragen auf: Rudolf Gruber aus Hirtenberg, ehemaliger Straßenplaner beim Land NÖ, weist darauf hin, dass es bei dem geplanten Bau - ca 3 Millionen Euro inklusive Platz und Tiefgarage - laut Bundesvergabegesetz zwingend eine Ausschreibung hätte geben müssen. Die Miete auf zehn Jahre entspräche - so Gruber - einem Zinssatz von 3,6 %. Er meint, dass dies eventuell auch "billiger" gehen müsste, das könnten aber nur Konkurrenzangebote zeigen. "Ich wünsche dem Bürgermeister, dass er die Tricks seines Gegenübers durchschaut!", so Gruber. Er lehnt sich in seiner Kritik sehr weit hinaus und spricht von möglichem Amtsmissbrauch durch eine "Gesetzesumgehungskonstruktion". "Ich hoffe, dass Enzesfeld auf legalem Weg zu einem neuen Rathaus kommt", so der Kritiker.

Auftakt zum G21-Prozess

Eingebettet ist die Präsentation in den Auftakt zum G21-Prozess, einer Art demokratischem Ideenforum zur Zukunft der Gemeinde, die vermutlich stark wachsen wird. Die dargestellten Wohnbauprojekte - auch statt dem alten Rathaus sind Wohnungen geplant - bringen summa summarum 200 neue Wohnungen ins Zentrum. "Und wo sind unsere Parkplätze?" fragen sich viele. Andere wieder freuen sich über die Idee, einen Dorfplatz zu bekommen. Ein Zuhörer fragt vehement: "Wenn der G21-Prozess aber etwas anderes für das neue Ortszentrum entscheidet - kommt das dann noch zum Tragen - oder ist eh diesbezüglich schon alles fix?" Der Bürgermeister selbst gibt sich am Ende einsichtig: "Bei der ersten Präsentation am 14.4.2016 habe ich nicht richtig reagiert und keine Fragen zugelassen - das Miteinander hat heute begonnen."

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