08.11.2017, 11:30 Uhr

Der Bezirk im Wandel der Zeit

Der Semperit-Eingangsbereich 1995 (Foto: Stadtarchiv Traiskirchen)
BEZIRK BADEN. Ein schwerer Schlag für die Region war die Schließung der Semperit (2002) in Traiskirchen, der Kammgarn in Bad Vöslau (1976), die Konsum-Pleite (1990). Dann dämmerte ein neuer Geist herauf: Einkaufszentren auf der grünen Wiese ersetzten kleinere Geschäfte in Ortszentren, Gewerbeparks die alten Industriebetriebe.
Altbürgermeister Alfred Flammer steht noch heute zu seiner Entscheidung, am Rand von Bad Vöslau den Merkurmarkt errichten zu lassen. Er ist stolz, dass er Chef Veit Schalle damals vom Standort Bad Vöslau überzeugen konnte. Flammer: "Sonst wäre der Merkurmarkt 120 Sekunden weiter weg dort gebaut worden, wo dann der Baumax hinkam, Bad Vöslau hätte den Verkehr und keine Einnahmen gehabt. Wir mussten ja auch schauen, dass sich unsere Bevölkerung versorgen konnte. Immerhin gab es bis in die späten Achtziger-Jahre hinein in Bad Vöslau und Gainfarn fünf Konsum-Filialen. Nach der Konsum-Pleite mussten wir den Menschen eine Versorgungsmöglichkeit und nach der Kammgarnschließung 1976 auch neue Arbeitsplätze bieten." Bis heute dauern auch die Bemühungen der Traiskirchner Stadtregierung, neue Betriebsgebiete als Ersatz für die Semperit zu erschließen und deren alte Hallen mit Klein- und Mittelbetrieben wiederzubeleben. "Klar haben alle gegen das Aus für die Semperit protestiert - geholfen hat's nix", erinnert sich Ex-Semperitler Friedrich Butta.

Enorme Verkehrszunahme

Einkaufszentren, Pendeln zum Arbeitsplatz, Warenverkehr mit dem Osten: Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs ist auch der Kfz-Verkehr gewachsen. Die Südautobahn wurde von zwei auf vier Spuren verbreitert, neue A2-Anschlüsse in Traiskirchen, Bad Vöslau und Kottingbrunn entstanden, oftmals begleitet von ebenfalls vergeblichen Protesten von Umweltschützern. Heute donnern täglich bis zu 150.000 Kfz über die "Süd", vor 25 Jahren waren es keine 70.000.

Südbahn wurde und wird ausgebaut

Auch in den öffentlichen Verkehr wurde investiert, hier vor allem in den Ausbau der Südbahn, und in die Neugestaltung der Bahnhöfe. Jetzt wartet der nächste Modernisierungsschritt. Die Südbahn soll hochgeschwindigkeitsfähig gemacht werden. Zu diesem Zweck werden einige Brücken, zum Beispiel in Kottingbrunn, erhöht, weil die Leitungen mehr Platz brauchen. Der Wermutstropfen in der Entwicklung der Bahn: Weniger lukrative Nebenbahnen (Triestingtal) wurden stillgelegt.
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