17.07.2017, 15:32 Uhr

Hermann Pieller rettete drei Falken

KOTTINGBRUNN. "Jeder, der irgendwo einen verletzten Vogel in Kottingbrunn findet, ruft mich um Hilfe", schmunzelt Hermann Pieller. Der Umweltgemeinderat fährt dann aus und kümmert sich um das Tier.


Hilflos in der Au-Siedlung

So auch vorige Woche am Montag. "Abends rief mich eine Frau aus der Au-Siedlung in die Josef Lanner-Gasse. Sie hat dort einen jungen Falken auf der Straße gefunden, der offenbar nicht weiterkonnte. Sie hatte Angst, dass er überfahren wird und hat ihn in einen Katzenkorb gepackt - und dann mich angerufen", erzählt Hermann Pieller. Er fuhr sofort los und holte das verletzte Tier, das er dann aus dem Katzenkorb in eine Voliere verfrachtete.
Seine Frau Christa und Enkerl Loretta Limberger waren auch ganz besorgt. "Man sah eigentlich keine Verletzung, da waren nur Blutspuren am Flügel, vielleicht hat ihn eine Katze angesprungen", so Hermann Pieller. Er fütterte den jungen Falken mit Faschiertem und gab ihm zu trinken. Pieller kennt sich aus, was die Tiere so brauchen.

Schon der zweite Falke

"Es ist schon der zweite Falke, den wir versorgen. Den ersten - vor ca. einem Jahr - habe ich Falco getauft," erzählt die 8-jährige Loretta. "Der jetzt ist also Falco 2!"
Einen Tag lang gönnte Familie Pieller Falco 2 eine Pause. Am Dienstag Abend wollte Hermann Pieller dann mit ihm in die Tierklinik Traiskirchen zur Untersuchung, um zu wissen, wie man weiter vorgehen sollte. Aber: "Ich vergaß das Türl zum Käfig zu schließen, und Falco 2 ist entflogen. Scheinbar ging es ihm wieder gut." Doch es wäre ja nicht Kottingbrunn, wenn nicht drei Tage später erneut ein Falke - Falco 3 - vom Himmel gefallen wäre. Und wenn nicht Hermann Pieller erneut zur Tierrettung ausgerückt wäre, diesmal in den Schlosspark. Auch dieses Tier war wie Falco 2 nicht beringt, ist also keiner der jüngst flügge gewordenen fünf Turmfalken aus dem Schlossturm. Der Tierarzt stellte allgemeine Schwäche fest und empfahl Hermann Pieller, den Falken aufzupäppeln. Der kaufte einen größeren Käfig, viel Faschiertes vom Saliwar und richtet sich auf eine zweiwöchige Pflegezeit ein.


Heimat für Elster Else

Die Vogel-Rettung nimmt also "Formen an", wie Hermann Pieller sagt. Kürzlich hat er auch eine verletzte Rauchschwalbe wieder gesund gepflegt, und vor vielen Jahren hatte er eine Elster, die den Namen Else bekam, bei sich "wohnen" - vier Jahre lang kehrte das Tier jeden Abend in seinen Käfig bei den Piellers zurück.
Bis sie eines Tages offenbar eine neue Liebe fand und für immer entschwand.
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