17.09.2014, 22:12 Uhr

Wie man in den Wald hineinruft...: Oft hilft ein freundlicher Gruß!

Menschen nutzen den Wald als Ruheoase und zum Träumen. Mit der Stille ist es aber oft vorbei, wenn ein Mountainbiker den Hügel runterprescht. Die BEZIRKSBLÄTTER baten den Bergläufer und leidenschaftlichen Spaziergänger Gerhard Schiemer und den begeisterten Mountainbiker Joe Kreuzer zum „Streitgespräch“. Hier eine Zusammenfassung.
Sind Mountainbiker leistungsbesessene Sportler oder Naturliebhaber?
Joe Kreuzer: Die meisten sind Naturliebhaber. Manche aber auch „schwarze Schafe“.
Gerhard Schiemer: Ich habe kein Problem mit Mountainbikern, die bergauf fahren. Ich kenne keinen, der schneller fahren als ich laufen kann. Sie motivieren mich sogar. Aber wenn sie rasant an älteren Personen und Kindern vorbeifahren, ist das nicht nur riskant, sondern provoziert auch Konflikte. Außerdem kenne ich Radfahrer, die sich einen Spaß daraus machen, wenn Spaziergänger vor lauter Schreck ins Gebüsch hüpfen.
Herr Kreuzer, was sagen Sie dazu? Sollten nicht Starke auf Schwache Rücksicht nehmen, eventuell sogar absteigen?
Kreuzer: Unbedingt. Radfahrer sollen sich rechtzeitig bemerkbar machen, durch Rufen oder Klingeln und langsamer werden. Auf diese Weise musste ich noch nie absteigen.
Schiemer: Ich erlebe gerade am Wochenende, dass unser Wald als Downhillrennstrecke genutzt wird. Das ist sinnloses Öl-ins-Feuer-Gießen.
Wären Sie für eine Trennung der Wege von Mountainbikern und Fußgängern?
Schiemer: Zum Beispiel am Semmering gibt es eigene Downhill-Strecken, die sollten entsprechend genutzt werden. Ansonsten bin ich nicht für eine Raumtrennung im Wald.
Kreuzer: Ich glaube, der ganze Wald sollte für jeden freigegeben werden. Natürlich darf kein Besitzer wegen eines Unfalles geklagt werden. Das ist auch klar.
Schiemer: Für Radfahrer gibt es auf bestimmten Wegen auch explizite Fahrverbote, daran sollten sie sich doch halten oder wenigstens besonders rücksichtsvoll dort fahren, sich als Gast fühlen. Im Wald ist eigentlich jeder Mensch nur Gast.
Wird es eine Lösung für die Konflikte im Wald geben können oder werden sie sich noch verschärfen?
Kreuzer: Man muss auf den anderen Rücksicht nehmen, leider passiert das halt immer weniger.
Schiemer: In 99 Prozent der Fälle funktioniert das Miteinander im Wald ja eh. Ich habe mich früher über freilaufende Hunde geärgert. Heute versuche ich, durch rechtzeitiges freundliches Grüßen auf mich aufmerksam zu machen, und das entspannt die Situation.
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