Ohne Arzt gibt's kein Rezept
Chronisch kranker Altheimer am Rande der Verzweiflung
- In Altheim gibt es nur noch einen Kassenarzt.
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Ein chronisch kranker Mann aus Altheim steht am Rande der Verzweiflung – er hat keinen Arzt mehr, der ihm das Rezept für sein Medikament ausstellt.
ALTHEIM. Ein Mann aus Altheim ist chronisch krank. Er muss in regelmäßigen Abständen ein Medikament mittels Spritze verabreicht bekommen. Weil das Medikament laut Informationen der Arbeiterkammer kostspielig ist, hat er es sich bisher immer bei seinem Hausarzt als Rezept verschreiben lassen. Dieser ist allerdings in Pension gegangen – einen Nachfolger gibt es noch nicht.
5.000 Einwohner – ein Arzt
Die 5.000-Einwohner-Stadtgemeinde hat inzwischen nur noch einen Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag. Dieser nimmt aber keine neuen Patienten auf – auch nicht den chronisch kranken 55-Jährigen. „Mein Mann ist total verzweifelt. Er ist wegen der dringend benötigten Spritze schließlich ins Krankenhaus Braunau gefahren. Dort wurde ihm gesagt, er soll woanders hingehen. Erst auf massives Drängen meines Mannes hat ihm ein Arzt die Spritze als Rezept verschrieben. Mit dem Hinweis, dass er das in Zukunft nicht mehr machen wird“, erzählt die Ehefrau des Mannes.
„Am besten ist wirklich, du wirst nicht krank. Mein Mann ist völlig verzweifelt. Er braucht die Spritze. Aber wer stellt ihm ein Rezept aus? Und wie weit muss er fahren, um überhaupt ein Rezept zu bekommen?“, so die Innviertlerin
Bürgermeister Harald Huber (FPÖ) ist sich der kritischen Lage in seiner Gemeinde bewusst. Man sei natürlich bemüht, einen Nachfolger für den pensionierten Arzt zu finden. Wie weit man in der Causa Arztsuche schon ist, möchte Huber aber noch nicht bekannt geben. Er verweist zudem auf einen anderen Arzt in Altheim, der eine Privatordination betreibt.
- Bürgermeister Harald Huber (FPÖ)
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Probleme im ganzen Bundesland
Oberösterreich hat bundesweit die geringste Vertragsarztdichte. Während hier 66,8 ärztliche ambulante Versorgungseinheiten (ÄAVE) auf 100.000 Einwohner kommen, sind es im Burgenland 86,1. Daraus resultieren vermehrte Krankenhausaufenthalte. "Mehr als 3,6 Millionen ambulante Patienten wurden 2024 in den OÖ Spitälern versorgt. Das bedeutet, dass jeder Einwohner vom Säugling bis zum Greis im Durchschnitt 2,4 mal in einem Spital versorgt wurde", heißt es aus dem Büro von Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander.
Jeder hat das Recht auf einen Hausarzt
Die Gesundheitslandesrätin erklärt: „Die Zahlen sprechen eine klare Sprache. Es geht hier nicht um Budgets, es geht um Menschen, die eine Versorgung brauchen, in allen Regionen unseres Bundeslandes. Wir brauchen eine Trendwende in der haus- und fachärztlichen Versorgung in Oberösterreich und einen klaren Ausbaupfad. Die Gesundheitskasse steht hier in der Verantwortung und muss endlich in die Gänge kommen, denn jede und jeder hat ein Recht auf einen Hausarzt.“
- Christine Haberlander (ÖVP)
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Auch für Arbeiterkammer-Präsident Andreas Stangl ist das ein "inakzeptabler Zustand". Die Arbeitnehmer, die Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen, sollen sich auf eine adäquate Versorgung verlassen können. Stangl fordert: „Es braucht wieder eine Arbeitnehmermehrheit in den Entscheidungsgremien der Gesundheitskasse.“
- AK-Chef Andreas Stangl
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