Reindls Garten-Paradies

Poldi Lembcke hat uns ein bezauberndes Foto von einem Aurora-Falter präsentiert, das sie in ihrem "wilden" Garten aufgenommen hat und dabei auch die Bemerkung fallen lassen, dass manche Leute über diese "Wildnis" die Nase rümpfen. Dabei ist es gerade diese scheinbare Wildnis, in welcher der höchste Grad an Ordnung in Form eines fließenden biologischen Gleichgewichts herrscht! Wer von euch irgendwann einmal das Bedürfnis verspürt haben sollte, heldenhaft die Welt retten zu wollen, der gestatte es seinem Garten wenigstens in ein paar Ecken, sich seine Wildheit zu bewahren! Das folgende Gedicht, das ich schon vor ein paar Jahren verfasst habe, berührt dieses Thema.

Reindls Garten-Paradies

Nach Langem hört der Regen auf.
Du freust dich ewig schon darauf.
Sonne beginnt sich durchzusetzen,
verdampft die letzten Wolkenfetzen.
Du stellst den Tisch auf die Terrasse,
darauf die volle Kaffeetasse
und kannst es wirklich kaum erwarten –
endlich raus in deinen Garten!
Tauchst in die bunte Blumenwiese –
dieses Relikt vom Paradiese –
in dem sich fleißig Bienen tummeln,
dazwischen ein paar dicke Hummeln
und Schmetterlinge tanzend flattern,
um auch noch Nektar zu ergattern.
Du lauschst dem Zirpen und dem Surren,
hörst, wie am Dach die Tauben gurren,
vernimmst das Zwitschern in den Birken –
lässt die Idylle auf dich wirken.
Plötzlich – wie von Kriegs-Geschwadern
oder tausend Turbo-Ladern
dröhnt ein Lärm in die Idylle,
denn sie ist nicht Nachbars Wille!
Der wirft nun seinen Mäher an,
damit er sie vernichten kann!
Jetzt wird getrimmt und wird gemäht,
dass man kein eignes Wort versteht.
Das Mähen wirkt wie eine Seuche;
die anderen tun bald das Gleiche!
Man wäre wirklich Optimist
zu meinen, dass dann Ruhe ist
und hätte danach ausgelitten,
wenn jeder Grashalm abgeschnitten.
Nein, es ist wirklich wie verhext:
Gleich wird gebohrt oder geflext,
dann wird gekärchert und gehämmert
von morgen früh, bis dass es dämmert!
Nur deine Blütenpracht-Oase
prunkt neben massakriertem Grase!
Ihr zarter, feiner Blütenduft
erfüllt die frische Abendluft.
Kaum ist die Ruhe eingekehrt,
wird dir erneuter Frust beschert:
Von fern hörst du Traktoren knattern,
die jetzt noch auf den Feldern rattern.
Vorbei ist´s mit der Abendstille –
schon stinkt es penetrant nach Gülle!

Ferdinand REINDL

Autor:

Ferdinand Reindl aus Braunau

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