Stiftung nach KTM-Pleite
AK-Präsident: Pierer habe „Managementfehler wohl zugegeben"
- Doris Hummer, Markus Achleitner, Andreas Stangl, Iris Schmidt.
- Foto: Land OÖ/Kauder
- hochgeladen von Ingo Till
Bei einem runden Tisch in Linz besprachen die führenden Vertreter der Sozialpartner-Organisationen AMS, Arbeiterkammer OÖ und Wirtschaftskammer OÖ sowie Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) welche Maßnahmen getroffen werden, um den von der KTM-Pleite betroffenen Mitarbeitern bestmöglich zu helfen. Klar ist für die Beteiligten aber, dass es wohl nicht bei KTM bleiben wird und dass die geplanten Maßnahmen nicht auf KTM beschränkt sein sollen.
OÖ. „Wir werden tun, was wir können, dass dieser Leitbetrieb weiterbesteht“, so Achleitner. „Vordringliches Ziel“ sei nun aber die Weitervermittlung der freigesetzten Mitarbeiter. Konkret sind das bei KTM in Mattighofen 250 Personen – vorwiegend wohl „normale“ Arbeiter – und weitere 500, die im Insolvenzplan bereits angekündigt sind. Wie AKOÖ-Präsident Andreas Stangl schildert, dürfte unter den rund 3.500 übrigen Mitarbeitern derzeit die Angst umgehen, wen es noch treffen könnte.
Insolvenzstiftung mit 300 Plätzen
Immer wieder werden die 20.000 oberösterreichweit offenen Stellen erwähnt, 3.000 davon allein bei Unternehmen im Innviertel und rund die Hälfte dieser wiederum im Bezirk Braunau. Bei der Vermittlung spielt deshalb Qualifizierung eine große Rolle. AMS OÖ und Land OÖ finanzieren dafür zu gleichen Teilen eine Insolvenzstiftung mit 300 Plätzen – Kostenpunkt: drei Millionen Euro. „Wir werden das zügig abwickeln, spätestens im Jänner wollen wir Eintritte in die Stiftung ermöglichen“, so AMS-Chefin Iris Schmidt. Außerdem sollen bestehende Qualifizierungsmaßnahmen aufgestockt werden. Insgesamt 1.000 Plätze stünden dann zur Verfügung. Die „einfacheren Fälle“ sollen über die erst vor wenigen Monaten gegründete Jobdrehscheibe von AMS OÖ und Land OÖ direkt an andere Unternehmen weitervermittelt werden.
- hochgeladen von Ingo Till
„Es wird nicht bei KTM bleiben“
Müde wird man dabei nicht, zu betonen, dass diese Maßnahmen nicht nur für KTM ins Leben gerufen werden. „Es wird nicht bei KTM bleiben“, so Achleitner. Weiter Insolvenzen werden wohl folgen, allein schon unter den Zulieferbetrieben KTMs, aber auch sonst, vor allem im Bereich der Automobilzulieferer. Um hier frühzeitig einzugreifen, soll die Business Upper Austria – als Standortagentur des Landes OÖ übrigens auch eine Sozialpartner-Organisation – ihre Clusternetzwerke nutzen und so viele Aufträge wie möglich vermitteln.
Pierers „Gesamtleistung“ würdigen
Zur Beteiligung des KTM-Mehrheitseigentümers Stefan Pierer an der Rettung des Unternehmens ist nicht viel bekannt. WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer weist darauf hin, dass die Weitergabe solcher Informationen in einem laufenden Insolvenzverfahren rechtlich schwierig sei. Achleitner betont: „Ihm ist klar, dass er einen Beitrag leisten muss“ und gibt zu bedenken, dass in der Diskussion um seine Schuld an der Situation auch Pierers „Gesamtleistung“ zu würdigen sei. Stangl berichtet, dass der KTM-Chef in einer Betriebsversammlung wohl „Managementfehler“ zugegeben habe.
Aktuelle Nachrichten aus Braunau auf
Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Du möchtest kommentieren?
Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.