Hilferuf der Bauern
Landwirtschaftskammer fordert dringend ein Dürre-Hilfspaket
- Die Dürre setzt der burgenländischen Landwirtschaft massiv zu.
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Die Dürre setzt der burgenländischen Landwirtschaft massiv zu. Nach der schlechtesten Getreideernte seit 56 Jahren drohen auch bei den Herbstkulturen erhebliche Ertragsausfälle. Landwirtschaftskammer-Präsident Nikolaus Berlakovich fordert deshalb ein umfassendes Dürre-Maßnahmenpaket zur Unterstützung der Betriebe.
BURGENLAND. Die anhaltende Hitze und der ausbleibende Niederschlag verschärfen die Lage in der burgenländischen Landwirtschaft. Nach der schlechtesten Getreideernte seit 56 Jahren drohen nun auch bei den Herbstkulturen massive Ertragseinbußen. Präsident der Landwirtschaftskammer Burgenland, Nikolaus Berlakovich, fordert daher ein umfassendes Dürre-Maßnahmenpaket, um die wirtschaftliche Existenz der bäuerlichen Betriebe abzusichern.
Minderertrag von 37.000 Tonnen Getreide
Aufgrund der langanhaltenden extremen Hitze und der fehlenden Niederschläge würden die Ergebnisse der abgeschlossenen Getreideernte nochmals einen Rückgang gegenüber den bereits pessimistischen Prognosen zeigen. "Seit 1970, also seit 56 Jahren, wurde im Burgenland noch nie so wenig Getreide geerntet wie heuer.
- LK-Burgenland Präsident Nikolaus Berlakovich und Kammerdirektor Martin Burjan fordern ein umfassendes Dürre-Maßnahmenpaket.
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Zu Beginn der Ernte war für das Burgenland noch eine Getreideproduktion von 256.000 Tonnen prognostiziert worden. Im Verlauf der Ernte musste diese Schätzung jedoch nach unten korrigiert werden. Die nun von Statistik Austria erhobenen tatsächlichen Erntemengen belaufen sich auf nur mehr 219.000 Tonnen. Damit wurde der niedrigste Wert seit 56 Jahren erreicht. Der Minderertrag von 37.000 Tonnen entspricht rund 1.500 Lkw-Ladungen. Zum Vergleich: Die bisher mengenmäßig zweitschlechteste Ernte wurde 2024 mit 225.000 Tonnen verzeichnet.
Auch Herbstkulturen von Ernteausfällen betroffen
Und die aktuellen Wetterbedingungen lassen auch für die Herbstkulturen wie Sonnenblume, Sojabohne, Körnermais, Zuckerrübe, Ölkürbis und Wein deutliche Ertragsausfälle befürchten. Das lässt bei den Bäuerinnen und Bauern alle Alarmglocken schrillen", so der LK-Präsident. Zwar seien Prognosen derzeit noch schwierig, doch die Rahmenbedingungen verschärfen sich weiter. Im Burgenland beträgt das Niederschlagsdefizit heuer bislang 50 Prozent und mehr, und das ausgerechnet während der entscheidenden Phase der Ertragsbildung.
- Nach der schlechtesten Getreideernte seit 56 Jahren drohen auch bei den Herbstkulturen erhebliche Ertragsausfälle.
- Foto: Vanessa Trabi
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Zusätzlich belasten tropische Temperaturen von bis zu 65 Grad Celsius auf der Blattoberfläche die Pflanzen. Mögliche Folgen sind unter anderem fehlender Kolbenansatz und Vertrocknung beim Mais sowie Blütenabwurf bei der Sojabohne. Aufgrund des Mangels an Grünfutter sehen sich zahlreiche Betriebe zudem gezwungen, ihren Körnermais bereits als Tierfutter einzusilieren.
Gesetzte Maßnahmen reichen nicht aus
Nach Ansicht Belakovichs wurden erste wichtige Schritte gesetzt, dennoch brauche es weitere umfassende Unterstützungsmaßnahmen. "Es müssen alle Anstrengungen unternommen werden, um Maßnahmen zur wirtschaftlichen Abfederung der Betriebe zu ergreifen. Wichtig war dabei die Absicherung der Dürreversicherung mit der Prämienbezuschussung durch Bund und Länder. Die Wiedereinführung der Agrardieselrückvergütung für die nächsten zwei Jahre trotz Sparbudgets war ebenfalls eine wichtige Unterstützungsmaßnahme."
Das Landwirtschaftsministerium hätte auch bereits auf die Forderungen der Landwirtschaftskammer reagiert und per Erlass an die AMA u.a. festgelegt, dass dürre-geschädigte Ackerkulturen heuer generell und ohne Sanktionen von der Ernteverpflichtung ausgenommen sind. Die bestehende Futtermittelplattform der Landwirtschaftskammern würden zudem eine mögliche Hilfestellung für die Tierhaltenden bieten. Darüber hinaus fordert Berlakovich ein umfassendes und wirksames Dürre-Maßnahmenpaket. Als mögliche Maßnahmen nennt er die Stundung der Sozialversicherungsbeiträge und der Agrarinvestkredite, Zuschüsse aus Mitteln der EU-Agrarkrisenreserve zur Abfederung der hohen Betriebsmittelpreise, einen Zinsenzuschuss für Betriebsmittelkredite sowie weitere Unterstützungsmaßnahmen.
- "Der Klimawandel ist real und erfordert in der Landwirtschaft auch Anpassungsschritte", so Nikolaus Berlakovich.
- Foto: Bernhard Schabauer
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Langfristige Anpassungen an Klimawandel
Neben kurzfristigen Hilfsmaßnahmen verweist die Landwirtschaftskammer Burgenland auch auf die Bedeutung langfristiger Anpassungen an den Klimawandel. "Der Klimawandel ist real und erfordert in der Landwirtschaft auch Anpassungsschritte. Als Landwirtschaftskammer Burgenland stehen wir unseren bäuerlichen Betrieben zur Seite und beraten schon seit vielen Jahren umfassend zu dieser Thematik", so Präsident Berlakovich abschließend.
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