Ernte-Einbruch befürchtet
Bauern im Burgenland bangen um Getreide-Erträge 2026
- LK Burgenland-Präsident und Vizepräsident des EU-Bauernverbands (COPA), Nikolaus Berlakovich, Acker- und Weinbäuerin Lisa Kölly-Pfneisl und LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger (rechts) heute bei der Erntepressefahrt in einem Weizenfeld im burgenländischen Deutschkreutz.
- Foto: LKÖ/Jung-Leithner
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Die vergangenen Hitzeperioden sowie die anhaltende Trockenheit fordern speziell die heimische Landwirtschaft. Derzeit werden bundesweit lediglich 2,7 Millionen Tonnen Getreide-Ernteertrag erwartet – ein Minus von 15 Prozent im Vorjahres-Vergleich. Im Osten und speziell im Burgenland werden die Einbußen wohl noch gravierender sein, warnt der Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich.
BURGENLAND. Die Ackerbau-Saison 2025/2026 ist speziell im Osten Österreichs herausfordernd. Insbesondere im Burgenland ist aufgrund der Trockenheit mit Ernteeinbußen beim Getreide zu rechen – exklusive Mais, da dieser eine höhere Resilienz gegenüber Hitze und Trockenheit aufweist, erklärt LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger.
Zusätzlich nimmt die Fläche des Getreideanbaus österreichweit weiter ab: Nach derzeitigen Schätzungen fällt die Fläche gegenüber dem historischen Tiefstand 2025 weiter auf erstmals 0,5 Millionen Hektar. Herausfordernd seien für die Ackerbaubetriebe neben dem Klima auch die EU-Politik mit Kürzungsplänen und zusätzlichen Auflagen, die auseinanderklaffende Preis-Kosten-Schere und der kontinuierliche Wegfall von Pflanzenschutz-Wirkstoffen.
- LK Burgenland-Präsident und Vizepräsident des EU-Bauernverbands (COPA), Nikolaus Berlakovich (links) und LK Österreich-Präsident Josef Moosbrugger (rechts) heute bei der Erntepressefahrt in einem dürregeschädigten Zuckerrübenfeld im burgenländischen Deutschkreutz.
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Burgenlands Ackerbau: Massive Ernteschäden erwartet
Besonders die langen Trockenphasen im Winter und Frühjahr haben eine normale Bestockung – also die Bildung von Nebentrieben beziehungsweise ährenbildenden Halmen – erschwert. Die aktuell extrem hohen Temperaturen verschlechtern die Ernteaussichten zusätzlich. Dadurch werden erhebliche regionale Unterschiede bei Ertrag und Qualität erwartet.
Von den Ertragseinbußen sind neben zahlreichen Getreidearten auch Raps, Körnererbsen und Ackerbohnen betroffen. Wie stark die Auswirkungen ausfallen, hängt von den Bodenverhältnissen ab. Während leichte Sand- und Schotterböden besonders unter der Trockenheit leiden, konnten Böden mit höherem Ton- und Lehmanteil dank ihrer besseren Wasserspeicherfähigkeit die Dürre etwas besser überstehen.
Auch die Qualität leidet: Werden die Körner nicht ausreichend gefüllt, entstehen sogenannte Schmachtkörner. Problematisch ist zudem, wenn Pflanzen nach Niederschlägen erneut nachtreiben und dadurch Ähren mit unterschiedlichen Reifestadien entstehen.
Landwirtschaft unter Druck: Rasche Maßnahmen gefordert
Angesichts niedriger Erzeugerpreise bei gleichzeitig hohen Produktionskosten warnt LK-Präsident Österreich Moosbrugger vor der historisch niedrigen Getreidefläche. Maßnahmen wie der Agrardiesel seien zwar wichtig, könnten die wirtschaftliche Belastung der Betriebe aber nur teilweise abfedern.
- Laut aktuellen Zahlen fällt die Getreideernte im Burgenland eher unterdurchschnittlich aus.
- Foto: Stefan Schneider
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„Diese Entwicklung betrifft nicht nur die klassischen Getreidekulturen, sondern auch kostenintensive Produktionszweige wie Erdäpfel, Zuckerrüben etc. Für viele Betriebe wird es dadurch immer schwieriger, kostendeckend zu wirtschaften und notwendige Investitionen zu tätigen."
Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer Österreich
Von der EU fordert die LK weitere Schritte zur Senkung der hohen Düngemittelpreise sowie faire Wettbewerbsbedingungen, unter anderem durch wirksame Importkontrollen.
Zudem sprechen sich Moosbrugger und LK Burgenland-Präsident Berlakovich für eine ausreichend finanzierte Gemeinsame Agrarpolitik (GAP), weniger Bürokratie und praxistaugliche Umweltmaßnahmen aus. Im Pflanzenschutz fordern sie schnellere Zulassungsverfahren und mehr verfügbare Wirkstoffe, um den steigenden Herausforderungen durch Klimawandel und neue Schädlinge begegnen zu können.
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