Bilanz zum Schulschluss
„Digitaler Unterricht hat bestens funktioniert“

Nach einem außergewöhnlichen zweiten Semester endlich Ferien: Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz und Bildungslandesrätin Daniela Winkler mit Schülerinnen und Schülern der NMS Gols.
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Rund 32.000 Schüler sind im Burgenland in ihre wohlverdienten Sommerferien gestartet. Bildungslandesrätin Daniela Winkler zieht eine positive Digitalsierungsbilanz über die herausfordernden Wochen seit dem Corona-Lockdown. ÖVP und NEOS sehen das etwas anders.

BURGENLAND. Seit dem Corona-Lockdwon im März fand der Unterricht zu einem überwiegenden Teil digital statt. „Im Burgenland hat das dank jahrelanger gelebter Praxis bestens funktioniert“, betonte Bildungslandesrätin Daniela bei einer Pressekonferenz in Gols.

Mehr als ein Konferenz-Tool

Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz wies darauf hin, „dass hinter E-Learning und Distance-Learning ein sehr gut entwickeltes Konzept eines didaktischen und pädagogischen Zugangs steht, wie Lernen im Internet stattfinden soll. Das geht weit über ein Konferenz-Tool- hinaus.“

15.000 „skooly“-Nutzer

Im Burgenland habe man mit „skooly“ und LMS nicht nur das Werkzeug, sondern auch seit zwölf Jahren in allen Schulen des Bundeslandes Breitbandanbindung.
Das Online-Programm für den Volksschulbereich „skooly“ zählt derzeit laut Projektleiter Georg Ratz im Burgenland 15.000 User. Während des Lockdowns wurden 362.500 Nachrichten versendet.

Digitales Tool für die Ferien

Um auch in den Ferien geistig fit zu bleiben, wurde das neue Programm „fit4future“ ins Leben gerufen. Dies ist für alle Kinder frei zugänglich und ziele nicht wie die vom Bund beworbene „Summer-School“ auf bestimmte Zielgruppen ab. „Denn nicht nur Deutsch ist ein Problem. Probleme gibt es auch in Mathematik oder Englisch“, so Winkler.
Unterstützt werden sowohl Kinder als auch Eltern vom 24. August bis 4. September von Montag bis Freitag von 9 bis 12 Uhr von Tutorinnen und Tutoren der Pädagogischen Hochschule Burgenland über einen virtuellen „Zoomraum“, führte Rektorin Sabine Weisz aus. „Das Onlinetool eignet sich zum Festigen, Erweitern und Vertiefen. ‚fit4future‘ ist ein freiwilliges Angebot, das einfach Spaß machen soll“, sagte Winkler.

ÖVP fordert Gesamtstrategie

Enttäuscht von der Pressekonferenz der Bildungslandesrätin zeigte sich ÖVP-Bildungssprecherin Julia Wagentrist. „Anstelle endlich eine längst fällige Gesamtstrategie zur Digitalisierung vorzulegen, wurde ein Online-Lerntool präsentiert“, so Wagentristl.
Sie weist in einer Aussendung unter anderem darauf hin, dass es von Seiten des Bundes eine Förderung für alle Schüler der 5. und 6. Schulstufe bei der Anschaffung von digitalen Endgeräten gibt. „Das Land könnte als ersten Schritt diese wichtige Initiative unterstützen und den Selbstbehalt für Familien nach sozialen Kriterien übernehmen“, so Wagentristl.

NEOS-Kritik: Schulen nicht vorbereitet

Kritik kommt auch von NEOS Burgenland. „Unsere Schulen sind nicht auf die digitalen Herausforderungen der heutigen Zeit vorbereitet“, meint die stellvertretende Landessprecherin Julia Kernbichler. Sie bezieht sich dabei auf die Ergebnisse einer Umfrage, an der knapp 360 burgenländische Schüler der Oberstufe teilgenommen haben.  „Jeder Fünfte der Befragten gab an, sich im Home-Schooling allein gelassen gefühlt zu haben. „Auch auch die Kommunikation zwischen den Lehrkräften und den Schülern hat eindeutig nicht sehr gut funktioniert“, erklärt Kernbichler.

Unsere Schulen sind nicht auf die digitalen Herausforderungen der heutigen Zeit vorbereitet, meinen die stv. Landessprecherin Julia Kernbichler und Nils Grund (JUNOS Burgenland).
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Lehrkräfte schwer erreichbar und überfordert

So waren die Lehrkräfte für die Jugendliche oftmals schwer erreichbar. Im Detail: Nur 6 Prozent der Befragten waren täglich mit ihrer Lehrkraft im Austausch, zwei Drittel nur ein. bis zweimal die Woche oder noch seltener. „Das ist unglaublich, wenn man da beispielsweise an die Maturanten denkt, die vor einer großen Prüfung gestanden sind und es natürlich bislang gewohnt waren, die Lehrperson jederzeit Face-to-Face um Hilfe zu bitten“, sagt Nils Grund von JUNOS Burgenland.
38 Prozent der Befragten sagten auch, dass ihre Lehrkraft mit den digitalen Techniken überfordert war.

NEOS fordert „digitale Offensive“

Weitere Ergebnisse: 87 Prozent der Befragten haben selten bis nie Aufgaben per Mail für die Schule abgegeben, 77 Prozent der Befragten haben selten bis nie online Aufgaben für die Schule erledigt. 91 Prozent haben zuvor noch nie an einer Videokonferenz für die Schule teilgenommen und zwei Drittel haben selten bis nie mit einem Laptop, Tablet oder Smartphone im Unterricht gearbeitet. NEOS Burgenland fordert deshalb eine „digitale Offensive“ an den Schulen – wie etwa die Einbindung elektronischer Geräte in den Schulalltag sowie eine Lehrer-Forbildungsoffensive im digitalen Bereich.

Nach einem außergewöhnlichen zweiten Semester endlich Ferien: Bildungsdirektor Heinz Josef Zitz und Bildungslandesrätin Daniela Winkler mit Schülerinnen und Schülern der NMS Gols.
Unsere Schulen sind nicht auf die digitalen Herausforderungen der heutigen Zeit vorbereitet, meinen die stv. Landessprecherin Julia Kernbichler und Nils Grund (JUNOS Burgenland).

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