Feinstaub-Bilanz: Leichter Anstieg in OÖ

BEZIRK. "Je schneller ich fahre, desto kürzer belaste ich die Umwelt. Da bin ich streng ökologisch!" Die Beiträge mancher Facebook-User sind recht sarkastisch. Hier noch ein Beispiel: "Heute war auf der A1 Richtung Enns wieder der Lufthunderter eingeschaltet. Ich bin extra rechts rangefahren, um die reine, frische Luft einzuatmen." Via Facebook breitete sich eine Bürgerinitiave zur Abschaffung der 100km/h-Beschränkung nach IG-L (Immisionsgesetz Luft) aus. Seit einigen Wochen existiert eine regionale Facebook-Plattform, die speziell den "Lufthunderter" zwischen Knoten Linz und Enns bekämpft. "Bei dieser Maßnahme handelt es sich um reine Abkassierei", erklärt einer der Administratoren der Facebook-Seite "IG-L Abschaffung Bürgerinitiative Oberösterreich". Landesrat Rudi Anschober betont, der "Lufthunderter" sei eine reine Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben des Bundes. "Die kurze Beschränkung auf der A1 von Linz bis Enns bringt eine zeitliche Verzögerung von nicht einmal 2 Minuten und hat schon zu deutlichen Verringerungen von Verkehrsunfällen, Lärm und Schadstoffemissionen geführt", sagt Anschober. "So werden die Stickoxid-Emissionen um rund drei Prozent reduziert."

"Keine schwarzen Finger"
Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) veröffentlichte kürzlich die Feinstaubbilanz für 2013. Während die Experten österreichweit einen leichten Rückgang der Belastung feststellten, stieg sie in Oberösterreich ein wenig an. Die Messstelle Enns-Kristein an der Autobahnabfahrt Enns West zeigte an 23 Tagen im Jahr eine Überschreitung des Grenzwerts von 50 Mikrogramm Feinstaub pro Kubikmeter Luft an. Damit wurde der Jahresgrenzwert von 25 "erlaubten Überschreitungstagen" nur knapp eingehalten.
Laut VCÖ ist der Bereich Verkehr Hauptverursacher für Feinstaub, gefolgt von Industrie und Hausbrand (Heizungen). "Beim Verkehr sind es vor allem die Abgase von Dieselfahrzeugen ohne Partikelfilter, die die Luft mit vielen Partikeln verschmutzen. Aber auch Benzin-Pkw mit Direkteinspritzung verursachen Feinstaub", erklärt VCÖ-Expertin Bettina Urbanek. "Mit den Maßnahmen zur Euro-6-Abgasnorm, Harnstoffkatalysatoren und modernen Partikelfiltern ist das Ende der Fahnenstange erreicht", meint Walter Forstenlechner, Kundendienstleiter im Ennser Autohaus Öllinger. "Wer heute bei einem neuen Diesel-Pkw die Hand in den Auspuff steckt, bekommt keine schwarzen Finger mehr."

Zweitauto elektrisch
Wichtiger als Verbesserungen bei Verbrennungsmotoren sei freilich der Umstieg auf Öffis und die Förderung der Elektromobilität, meint der Ennser Umweltstadtrat Wolfgang Heinisch. "Seit November bekommt man beim Kauf eines Elektroautos 2.500 Euro Förderung", so Heinisch. "Für Enns stelle ich mir mittelfristig vor, dass zumindest die für meist kurze Strecken verwendeten Zweitautos elektrisch betrieben werden."

Autor:

Christian Koranda aus Enns

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