27.11.2017, 15:34 Uhr

Kornschnaps war immer schon typisch für diese Region

Der Ort Neustift im nordöstlichen Mühlviertel gelegen gehört zum Gemeindegebiet von Liebenau. Karge hügelige Landschaften prägen diese Grünlandgegend. Nur wenige Landwirte trotzen diesem rauhen Klima und bewirtschaften ihre Höfe. Zur Zeit wird hauptsächlich auf Milchwirtschaft und Mutterkuhhaltung gesetzt“, erklärt Philipp Pfeiffer, zukünftiger Landwirt in Neustift. Doch der angehenden Agrarökonom möchte sich nicht nur auf ein einziges Standbein verlassen. Er will neue Wege gehen, um so den elterlichen Hof auch in Zukunft erfolgreich weiterzuführen. „Fundiertes Wissen über die verschiedenen Aspekte der Landwirtschaft ist hier die Basis“, weiß Pfeifer, der seine Ausbildung an der landwirtschaftlichen Fachschule in Freistadt begann.
Nach dem dreijährigen Aufbaulehrgang in Wieselburg studiert er seit 2014 Agrarwissenschaften an der Boku in Wien. Danach will er den Hof seines Vaters weiterführen. „Heute ändert sich die Landwirtschaft sehr schnell. Konventionelle Landwirtschaft wird entweder industrialisiert oder man sucht sich mehrere Standbeine. Anders wird das Überleben schwierig“ resümiert Pfeiffer. Ob sich die jetzige Bewirtschaftung nur mit Mutterkuhhaltung zukünftig noch rechnet kann er nicht vorhersehen. Sein Ziel ist es mit verschiedensten Hof Produkten regional zu wirtschaften. Vielleicht war es auch die am Haus geschriebene Abfindungsbrennerei warum Philipp Pfeiffer, bereits während der Schulzeit in Wieselburg, sich ein weiteres Standbein schaffte. Ausschließlich mit hofeigenen Produkten wurden erste Liköre angesetzt und ein Praktikum bei einem namhaften oberösterreichischen Schnapsbrenner absolviert. Daraus wurden bis heute über 20 verschiedene Liköre, zwölf Sorten Edelbrände und ein bereits seit 2011 eingelagerter Whisky. „Dieser, eigentlich ein Kornschnaps, wird bei uns schon immer aus mindensten 80 Prozent Roggen und 20 Prozent Gerste gebrannt und nun zu Whisky veredelt. 5 Jahre in neuen mühlviertler Eichenfässer gelagert, reift er zu seinem typisch Aroma heran. Die Rohstoffe, der Herstellungsprozess und die Fassreifung spielen dabei eine wichtige Rolle“ so Pfeiffer. Bereits 2013 wurde der Brombeerikör auf der Ab-Hof Messe in Wieselburg mit Gold prämiert. Bis heute hat er es auf über dreizehn Auszeichnungen gebracht. Verkauft werden seine Produkte ganzjährig ab Hof, im Hackl Tischler Häusl in Liebenau und in der Adventzeit auf verschiedenen Christkindlmärkten wie auf der Hirschalm in Unterweißenbach.
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