Nach Putz-Aktionen
Wie die Kirchen in Favoriten von Schmierereien bewahrt werden sollen

Die Wände der Keplerkirche strahlen wieder, jene der Kirche St. Anton werden derzeit gesäubert. Wie geht es jetzt weiter? Wie will man die Wänder vor neuen Schmierereien bewahren? | Foto: Matthias Pandrea / Mein Bezirk
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  • Die Wände der Keplerkirche strahlen wieder, jene der Kirche St. Anton werden derzeit gesäubert. Wie geht es jetzt weiter? Wie will man die Wänder vor neuen Schmierereien bewahren?
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Die Kirche St. Anton wird derzeit gesäubert, die Pfarrkirche am Keplerplatz glänzt bereits. Beide Kirchen wurden Ende des Jahres mit Schriftzügen beschmiert. Wie soll das künftig verhindert werden? MeinBezirk hat bei den Pfarren nachgefragt.

WIEN/FAVORITEN. Die Pfarrkirche "Zum Göttlichen Wort" am Keplerplatz und die Pfarrkirche "Göttliche Barmherzigkeit" St. Anton sind nur wenige Gehminuten voneinander entfernt. Beide zogen Ende des Jahres 2025 das gleiche Los. Die Fassaden der katholischen Gotteshäuser wurden mit Schriftzügen beschmiert.

Der Aufruhr war groß und gleich groß war die Solidarität. Schnell fanden sich Freiwillige, um die Kirchen wieder herzurichten. Während die Säuberungsarbeiten bei der Kirche St. Anton derzeit laufen, glänzt die Pfarrkirche am Keplerplatz bereits wie neu. Doch eine Frage bleibt: Wie will man ein erneutes Beschmieren der Kirchen verhindern?

Begrünung und Sitzbänke

Über die gelungene Säuberung der Keplerkirche freut sich ihr Pfarrer, Matthias Felber. Er sei dankbar für die Unterstützung vom Bezirk, etlichen Freiwilligen und den anderen Religionsgemeinschaften. Dass es damit nicht getan ist, weiß Felber, Ideen zum Kirchenschutz gibt es in der Pfarre zum Göttlichen Wort viele.

Allen voran kursiert die Überlegung, in kurzer Entfernung der Mauer eine Begrünung anzubringen: "Da es sich um ein Gebäude unter Denkmalschutz handelt, und so ein Unterfangen jedenfalls mit der Stadt Wien abgeklärt werden muss, ist derzeit nicht klar, ob überhaupt etwas in diese Richtung möglich wäre", so Felber.

Verschiedene Religionsgemeinschaften und freiwillige Helferinnen und Helfer nahmen an der Übermal-Aktion der Keplerkirche teil. | Foto: Matthias Pandrea / Mein Bezirk
  • Verschiedene Religionsgemeinschaften und freiwillige Helferinnen und Helfer nahmen an der Übermal-Aktion der Keplerkirche teil.
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Einige präventive Maßnahmen sind bereits umgesetzt. So wurden etwa die Bänke entlang der Südseite der Kirche entfernt. "Damit gibt es keinen einladenden Grund mehr, sich in der Nähe der Kirchenmauern aufzuhalten", betont der Pfarrer.

Konkrete Maßnahmen schwierig

Bei der Kirche St. Anton laufen die Säuberungsarbeiten derzeit. Ein Favoritner Experte für Fassadenreinigung hat sich freiwillig gemeldet. Die Arbeit ist kompliziert, der Backsteinbau ist sensibel. MeinBezirk hat über den Prozess berichtet, mehr dazu liest du unten.

Während der Engagierte die Mauern wieder schmierfrei macht, grübelt die Pfarrgemeinde Göttliche Barmherzigkeit bereits über das Danach. Albert W. Noss, Mitglied der Pfarrleitung, sieht allerdings wenige konkrete Maßnahmen.

Die Kirche St. Anton ist denkmalgeschützt, die Reinigung ist aufwendig. Ein Favoritner Experte hat sich freiwillig für die Arbeit gemeldet. | Foto: BV 10/Harald Schuster
  • Die Kirche St. Anton ist denkmalgeschützt, die Reinigung ist aufwendig. Ein Favoritner Experte hat sich freiwillig für die Arbeit gemeldet.
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Eine Rund-um-die-Uhr-Bewachung der Kirche durch Freiwillige sei nicht stemmbar und würde nur das Risiko bergen, dass die Engagierten selbst angegriffen werden. Eine Videoüberwachung des öffentlichen Raums ist aus Datenschutzgründen ebenso keine Option – weder am Keplerplatz noch am Antonsplatz. Die Polizei patrouilliert zwar regelmäßig das Gebiet, für eine umfassende Kontrollen fehlen die personellen Mittel.

Respekt vor Kulturgut

Die einzige Lösung für die Pfarre Göttliche Barmherzigkeit: "Die Gemeindeleitung ist der Auffassung, dass nur Öffentlichkeitsarbeit den Respekt vor Kulturgut fördern kann." Also hoffen, dass die mediale Berichterstattung und die Solidarität in der Bevölkerung ein Umdenken bei den Sprayern fördern.

Zumindest teilweise hat das Pfarrer Felber am Keplerplatz bereits erlebt: Die großangelegte Übermalaktion hat im Bezirk Eindruck hinterlassen: "Eine Gruppe von Menschen, die sich regelmäßig in der Nähe der Kirche aufhält, möchte in Zukunft besser auf das Gebäude aufpassen."

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Verschiedene Religionsgemeinschaften und freiwillige Helferinnen und Helfer nahmen an der Übermal-Aktion der Keplerkirche teil. | Foto: Matthias Pandrea / Mein Bezirk
Die Kirche St. Anton wurde beschmiert. | Foto: Antonio Šećerović/MeinBezirk
Die Kirche St. Anton ist denkmalgeschützt, die Reinigung ist aufwendig. Ein Favoritner Experte hat sich freiwillig für die Arbeit gemeldet. | Foto: BV 10/Harald Schuster
Die Kirche am Keplerplatz vor ihrer Säuberung. | Foto: Nathanael Peterlini/MeinBezirk
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