Unbefugte, Ratten & Platznot
Stadt Wien will drei Kindergärten in Favoriten schließen
- Drei Kindergärten in Favoriten sollen geschlossen werden.
- Foto: Nathanael Peterlini/MeinBezirk
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Favoriten könnte drei Kindergärten verlieren. Einer davon in der Laxenburger Straße. Die Begründung der zuständigen Behörde zeugt von Missständen, der Bezirk sucht nach einer Alternative.
WIEN/FAVORITEN. Drei Kindergärten in Favoriten sollen geschlossen werden. Darüber informierte vor Kurzem die MA 10 – Kindergärten die Favoritner Bezirksvertretung. Bei den drei Einrichtungen handelt es sich um die Mailygasse 2/6, die Sahulkstraße 35/R und die Laxenburger Straße 51–53.
Die Begründung für die Schließung in der Laxenburger Straße zeugt von akut problematischen Zuständen. Was ist laut der MA 10 das Problem des aus fünf Gruppen bestehenden Kindergartens? MeinBezirk liegt das Schreiben der Behörde vor.
Ratten und unerwünschte Personen
Dem Schreiben nach gebe es am Kindergarten im Gemeindebau Zürcher Hof große Missstände. Der Standort entspreche nicht den Anforderungen des Personals und der Kinder, er sei nicht barrierefrei und halte brandschutzrechtliche Bestimmungen nicht ein.
"Da der Hof uneinsichtig ist, lockt dies auch regelmäßig unerwünschte Personen an. Ebenfalls gibt es ein massives Problem mit Ratten." Da sich der Kindergarten in der Nähe der "Problemzone" Keplerplatz befindet, findet das Personal immer wieder gefährliche Gegenstände im Innenhof.
- Im Innenhof tummeln sich laut MA 10 die Ratten.
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Kritikpunkte gibt es am Standort einige: Da die Räume im Kindergarten zu klein sind, kann keine der fünf Gruppen mit den maximal erlaubten 25 Kindern besetzt werden. Das Personal bleibt unverändert und wird somit nicht bestmöglich eingesetzt. Die Fluchtwege seien ineffizient, die schlechte Raumaufteilung führe zu Platznot und chaotischen Situationen.
Neuer Kindergarten soll kompensieren
Viele der Aspekte könnte man trotz einer Sanierung nicht verbessern. Der Umstand, dass der Zürcher Hof denkmalgeschützt ist, erschwert die Situation. Der Ausweg für die Stadt: den Kindergarten mit Ende des Kindergartenjahres zu schließen.
Die verbleibenden Kinder sollen künftig in den Kindergärten rund um das Neue Landgut betreut werden. Dort gibt es neben dem Bildungscampus einen neuen in der Landgutgasse 40, dieser kompensiere den Platzverlust eindeutig.
Zum Standort Laxenburger Straße gehören zwei Außenstellen, der Keplerplatz 7 und die Gudrunstraße 128. "Diese bleiben von der Schließung unberührt und sollen anschließend dem Standort Landgutgasse 40 angeschlossen werden."
"Keineswegs sinnvoll"
Die Bezirksvertretung bezog in der Sitzung am Mittwochabend, 29. April, einstimmig Stellung zum Vorhaben der MA10. In dieser spricht man sich gegen die Schließung des Standorts in der Laxenburger Straße aus.
- Drei Kindergärten in Favoriten sollen geschlossen werden, darunter jener im Zürcher Hof. Die Gründe: Ratten und die Nähe zur „Problemzone“ Keplerplatz.
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Die Eröffnung des neuen Kindergartens begrüße man, aber man sieht diesen als zusätzliches Angebot und nicht als Ersatz. "Dies erklärt sich vor allem vor dem Hintergrund der jüngsten Schließung privater Kindergärten in Innerfavoriten, mit der auf einen Schlag beinahe 500 Kinder ihr Betreuungsangebot verloren haben", heißt es in der Stellungnahme.
Nächstes Problem: Ein Kindergarten wird oft wegen seiner Nähe zum Wohnort ausgewählt. Der neue Standort sei auf der anderen Seite der Hauptverkehrsachse Laxenburger Straße und rund 15 Gehminuten entfernt – "keineswegs sinnvoll".
Noch ein neuer Kindergarten?
Entgangen sind dem Bezirk die Missstände am alten Standort nicht. Deshalb schlägt man vor, den alten – unter besonderer Berücksichtigung der Problemstellen – solange offenzuhalten, bis man einen neuen Standort in direkter Nähe finden und öffnen kann.
Kritisiert wird das Verfahren der zuständigen Behörde der Stadt. Anfang des Jahres hatte man den Bezirk über die Schließung informiert - ohne jegliche Begründung. Erst nach einem Besuch mit der Stadträtin wurde Bezirksvorsteher Marcus Franz (SPÖ) eine Begründung zugesichert. Eingebunden wurde der Bezirk beim Prozess nicht.
Die Schließung der anderen zwei Kindergärten nimmt die Bezirksvertretung zu Kenntnis. Beide Standorte werden nicht mehr benötigt – die Sahulkastraße 35/R, da eine Volksschule in unmittelbarer Nähe umgestellt wird, die Mailygasse 2/6 aufgrund der geringen Auslastung in den Nachmittagstunden.
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