18.10.2017, 21:01 Uhr

18.Okt 2017 - vormittags in der Staatsoper

Es gab eine Feier heute, es wurde der 20.Eiserner-Vorhang-Ersatz präsentiert.

Der Eiserne Vorhang wurde 1955 nach dem Wiederaufbau der kriegsgeschädigten Staatsoper übergeben. Man kam erst in den 90-er Jahren darauf, dass der Maler, der die Szene aus dem Mythos um Orpheus und Eurydike gestaltet hatte, ein Nazi und ein Lieblingskünstler Hitlers gewesen war.  Daher hat der damalige Direktor Ioan Holender mit dem Museum in Progress ab 1997 gemeinsam eine Kunstaktion initiiert, die bis heute läuft. Den Eisernen Vorhang kann man aus denkmalschützerischen Gründen nicht entfernen, aber man kann ihn jedes Jahr mit einem anderen provisorischen Kunstwerk zudecken. Auf diese Weise haben bedeutende KünstlerInnen aus aller Welt die Chance gehabt, ein Werk für ein Jahr in Wien im Riesenformat (176 qm) zu präsentieren.

Heute war die Übergabe des 20.Werkes. Es gab Kammermusik, es gab Reden. Insbesondere Rainer Fuchs, stellvertretender Direktor des Museums Moderner Kunst in Wien, hat Klartext gesprochen und darauf hingewiesen, dass insbesondere nach den Wahlen am letzten Sonntag alle hellwach sein und dem Vergessen entgegen arbeiten müssen, damit sich Übles nicht wiederholen kann.
Und dann zog das Publikum vom Marmorsaal in den Zuschauerraum und schaute zu, wie sich der neue, irritierende Eiserne Vorhang langsam herunterrollend zeigte.
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