Aus für Salzachschwimmen? Wasserrettung hat sich und dem Event eine Nachdenkpause verordnet

Das Salzachschwimmen zog zuletzt – das war 2008 (auf dem Archivbild zwei der damaligen Teilnehmer) knapp 400 Schwimmerinnen und Schwimmer aus dem In- und Ausland an.
  • Das Salzachschwimmen zog zuletzt – das war 2008 (auf dem Archivbild zwei der damaligen Teilnehmer) knapp 400 Schwimmerinnen und Schwimmer aus dem In- und Ausland an.
  • Foto: Andreas Farcher
  • hochgeladen von Stefanie Schenker

Böse Mails und wüste Beschimpfungen, sogar Klagsandrohungen flatterten dem Salzburger Landesverband der Wasserrettung im Vorjahr ins Haus – weil das Salzachschwimmen kurzerhand aus Sicherheitsgründen abgesagt worden war. Vor allem die verhinderten Teilnehmer aus Deutschland und Tschechien ließen ihrem Unmut freien Lauf. „Ich verstehe ja die Entrüstung“, sagt Heinrich Brandner, Präsident des Landesverbandes, aber: „Wenn es um die Sicherheit der Schwimmer geht, diskutiere ich nicht.“ War im Vorjahr Niedrigwasser der Grund für die Absage, so war es im Jahr davor Hochwasser. Das Problem: „Früher konnten wir den Wasserfluss bei Niedrigwasser am Kraftwerk Urstein händisch regulieren.“

Teilnehmer drohten nach Absagen mit Klagen
„Da wurde die Schleuse für etwa eine Stunde geöffnet, und es kam ein Schwall Wasser daher. Auf dem sind die Teilnehmer dann quasi wie auf einer Welle dahingeschwommen“, erklärt Brandner. Seit zwei Jahren werden die Salzachkraftwerke – übrigens aus guten Gründen – bis zum Inn zentral geregelt. Würde beim Kraftwerkurstein die Schleuse geöffnet, dann würde die Schleusen auch an allen weiteren Kraftwerken geöffnet. „Und das ist wirtschaftlich nicht vertretbar, zu viel Wasser ginge der Stromgewinnung verloren.“

Deshalb muss ein Salzachschwimmen nicht mehr nur bei Hoch-, sondern eben auch bei Niedrigwasser abgesagt werden – und das Risiko ist dementsprechend größer als in vergangenen Jahren. „Wenn man bedenkt, wie viel Aufwand wir für die Organisation des Events betreiben müssen, ist es eigentlich unverantwortlich, das Salzachschwimmen überhaupt zu planen. Denn: Wir haben ein Jahresbudget von 70.000 Euro. Rund 50.000 Euro benötigen wir jedes Jahr für die Erneuerung eines unserer Fahrzeuge oder Motorboote und da können wir es uns nicht leisten, 1.000 Euro in den Sand zu setzen“, so Brandner.

Damit reiht sich Salzburg in die Städte des ursprünglichen Drei-Flüsse-Schwimmens – Regensburg, München und eben die Mozartstadt – ein, die den Schwimmevent aufgegeben haben. In Regensburg lag es an der schlechten Wasserqualität der Donau, in München an Sicherheitsbedenken, warum man sich zu dem Schritt entschlossen hatte.

Salzburg war letzte Bastion des Drei-Flüsse-Schwimmens
Brandner will aber noch nicht ganz aufgeben: „Entweder es kommt zu organisatorischen Erleichterungen oder wir können eine andere Form des Salzachschwimmens finden. Wir wollen die Pause jetzt für einen Nachdenkprozess nützen.“

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen