Der Artenschutz im Kreisverkehr

Die Schüler haben die stark gefährdete Konrade im neuen Obertrumer Kreisverkehr angepflanzt.
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  • Die Schüler haben die stark gefährdete Konrade im neuen Obertrumer Kreisverkehr angepflanzt.
  • Foto: HBLA Ursprung
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OBERTRUM/ELIXHAUSEN (buk). Ein in Salzburg einzigartiges Projekt hat die Gemeinde Obertrum nun in ihrem neu errichteten Kreisverkehr umgesetzt: regionaltypische und pflegeleichte Pflanzen statt "englischem Rasen". Gemeinsam mit Bürgermeister Simon Wallner sei die Idee entstanden, auf Regionales zu setzen.

Schilf als See-Bezug

"In der Mitte haben wir auch Schilf angepflanzt, um einen größeren Bezug zum See zu schaffen", sagt Gregor Strasser von der Gemeinde. Besonders ist auch, dass mit der Konrade eine stark gefährdete Pflanzenart im Kreisverkehr ihre Heimat gefunden hat. Angebaut wurde diese von Schülern der HBLA Ursprung. Dabei hat die Konrade ein Problem: Sie ist giftig und deshalb von den heimischen Äckern beinahe komplett verschwunden. "Im Kreisverkehr stört das niemanden. Kinder haben keinen Zugang zu der Verkehrsinsel", sagt HBLA-Lehrer Konrad Steiner.

Konrade-Samen "gerettet"

Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Gemeinde ist zufällig entstanden. Die Schüler haben für Gut Wildshut Konraden-Samen vorbereitet, doch dort ist das Konzept nicht rechtzeitig fertig geworden. "Wir haben überlegt, wie wir die vorhandenen Samen über den Winter retten können", erzählt Steiner. Ein Schüler habe ihm vom Obertrumer Projekt erzählt – dem idealen Konraden-Standort.

"Bewusstsein stärken"

Sowohl für Steiner als auch Strasser geht es dabei aber um mehr als den Kreisverkehr selbst. Sie wollen das Bewusstsein in der Bevölkerung stärken. "Die heimischen Insekten benötigen auch heimische Pflanzen. Es gibt Wildbienen, die ausschließlich eine bestimmte Pflanze anfliegen", weiß Steiner. "Auch wenn der Kreisverkehr etwas wild ausschaut, steckt ein Pflanzenkonzept dahinter", ergänzt Strasser.

Beschwerden über "Unkraut"

Die Fläche sollte so ursprünglich wie möglich bewirtschaftet werden. Angenehmer Nebeneffekt: Das Projekt ist pflegeleichter als penibelst gekürzter Rasen. "Hier müssen wir zweimal pro Jahr mähen, sonst wären es 14 Mal", so Strasser. Etwas schwierig sei noch die Akzeptanz in der Bevölkerung: "Wir haben auch mehrjährige Pflanzen dabei – das dauert, bis diese schön werden. Einige haben sich beschwert, was denn das ‚Unkraut’ solle", erzählt Strasser. Doch gerade dadurch lasse sich noch besser auf den Artenschutz aufmerksam machen.

Ein Holzstapel für Insekten

Steiner empfiehlt Grundbesitzern zudem, kleinere Flächen "gefühlt schlampig" stehen zu lassen. Ein Holzstapel, ein Stückchen stehengelassener Rasen, oder ein Steinhaufen könnten dabei schon viel zum Schutz der Insekten beitragen. In kleinem Rahmen sei das auch in Privatgärten möglich.

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