Geschichte und Brauchtum
Martini, Laternenfest und Faschingsbeginn

Da die Gänse Martin von Tours verrieten, der sich in deren Stall versteckte, wurden sie zu „Martinigänsen“.
  • Da die Gänse Martin von Tours verrieten, der sich in deren Stall versteckte, wurden sie zu „Martinigänsen“.
  • Foto: Symbolbild: pixabay
  • hochgeladen von Bettina Buchbauer

Der 11. November ist Martinstag, Faschingsbeginn und hat verschiedenen Bräuche.

FLACHGAU. Der kommende Montag, 11.11., ist ein besonderer Tag im Jahreskreis, an dem sich zahlreiche Bräuche erhalten haben.

Martin von Tours

Namenspatron ist Martin von Tours, der vor rund 1.700 Jahren in Ungarn geboren wurde und später im heutigen Frankreich lebte. Dort taufte ihn Bischof Hilarius von Poitiers im Jahr 356. Bekanntheit erlangte er vor allem dadurch, dass er vor den Toren von Amiens seinen Mantel mit dem Schwert teilte und eine Hälfte einem frierenden Bettler überließ.

Laternenfest

Diese Geschichte wird in vielen Kindergärten beim Laternenfest nachgespielt, wobei dieses erst seit den 1950ern aus dem Rheinland zu uns gefunden hat, weiß Michael J. Greger, der Leiter des Landesinstituts für Volkskunde.

Ein Gansl zum Festtagsmahl

Da die Gänse durch ihr lautes Geschnatter den späteren Heiligen verrieten, der sich aus Respekt vor dem zukünftigen Bischofsamt in deren Stall versteckte, wurden sie zu „Martinigänsen“. Martin war auch der erste Nicht-Märtyrer, der als Heiliger verehrt wurde. Er ist seit 1924 der Patron der Diözese Eisenstadt sowie Schutzpatron des Burgenlandes.

Rauschend-fröhlicher Genuss-Endpunkt

Das Feiern und das reichliche, gute (Gänse)-Essen sowie der Genuss des jungen Weines an diesem Tag stehen im Zusammenhang mit der – bis 1917 gültigen –adventlichen/vorweihnachtlichen Fastenzeit. Ähnlich wie Ostern mit der Bußzeit zuvor kannte auch das Weihnachtsfest eine Fasten- und Vorbereitungszeit, nämlich den Advent. Seit dem 16. Jahrhundert setzte der Martinstag dazu, ähnlich wie der Faschingsdienstag, den rauschend-fröhlichen Genuss-Endpunkt vor den kulinarischen Entbehrungen bis zum Christtag.

Wichtiger Tag für die Bauern

Der Martinstag zählte zu einem der vierteljährlichen Zinstermine, an dem die Untertanen bis 1848 den adelig-weltlichen oder kirchlichen Grundherren ihren Obolus zu leisten hatten, was vornehmlich in Form von Naturalien wie Eiern; Hühnern oder Vieh erfolgte. Außerdem beginnt im tradierten und witterungsbezogen zweigeteilten bäuerlichen Wirtschaftsjahr der „Einwärts“: Nach dem Sommer auf den Almen wurde das Vieh wieder in den Stall gebracht und es war Zeit für die Arbeiten im Haus und in den Scheunen.

Beginn der närrischen Zeit

Der 11.11. regt durch die Verdoppelung der Narrenzahl „Elf“ (diese überschreitet als erstes die Zahl „Zehn“, die beispielsweise durch die 10 Gebote heilig ist) auch zum Denken an die närrische Zeit, den Fasching, an. Tatsächlich begehen um 11.11 Uhr oder rund um diese Uhrzeit auch etliche Gilden in Salzburg den Faschingsbeginn, etwa durch die Vorstellung des neuen Prinzenpaares (Faschingsgilde Stadt Salzburg). Schon die großen Rheinischen Gilden (Köln, Mainz…) wählten in den 20er-Jahren des 19. Jahrhunderts diesen Tag für eine erste Sitzung der jeweiligen Faschingssaison aus.

Autor:

Bettina Buchbauer aus Flachgau

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