Großer Rückstau
Fahrschulen im Bezirk Freistadt im Stresstest
- Viel zu tun gibt es aktuell für Fahrschulen, denn der Andrang auf Kurse, Fahrstunden und Prüfungen ist groß.
- Foto: Fahrschulen Donauland
- hochgeladen von Elisabeth Klein
Fahrschulen arbeiten derzeit unter Vollgas, um den Rückstau durch die Lockdowns aufzuholen. Dabei gelten strenge Auflagen. Dennoch überwiegt auf allen Seiten die Freude, geöffnet zu haben.
BEZIRK FREISTADT. Sieben Wochen waren die Fahrschulen während des ersten Lockdowns im Frühjahr 2020 geschlossen, drei Wochen im Herbst während des zweiten Shutdowns. Danach waren wochenlang nur Fahrstunden und keine Theoriekurse erlaubt. Dadurch hat sich zum Teil ein langer Rückstau bei Fahrschulen gebildet. Um diesen aufzuholen und da aktuell bei Theorie-Kursen nur eine geringe Teilnehmerzahl erlaubt ist, bietet die Fahrschule Auböck in Freistadt jetzt mehr Kurse an als sonst. "Einige Schüler hat es schwer getroffen", erzählt Inhaberin Marlene Auböck. "Viele hatten schon fixe Prüfungstermine, die verschoben werden mussten. Andere konnten erst verspätet mit der Führerscheinausbildung beginnen." So fielen der Osterkurs 2020 oder der beliebte Weihnachtsschnellkurs ins Wasser. "Rechtzeitig zu den Semesterferien durften wir zum Glück wieder starten, dann konnten viele Schüler den langersehnten Kurs nachholen", sagt Auböck.
Onlinekurse erlaubt, Präsenzkurse bevorzugt
Durch einen Noterlass der Bundesregierung sind seit Anfang Februar Führerscheinkurse auch online erlaubt. "Da unsere Kunden in erster Linie Präsenzunterricht bevorzugen, halten wir unsere Kurse meistens im Kursraum ab", sagt Werner Hackl, Ausbildungsleiter und Inhaber der Fahrschulen Donauland Freistadt und Pregarten. Er beobachtet in den letzten Wochen und Monaten ein steigendes Interesse an LKW-Führerscheinen. "Ich vermute das liegt daran, dass viele durch die Pandemie ihren Job verloren haben und jetzt in einer Branche Fuß fassen wollen, in der diese Lenkberechtigung Voraussetzung ist." Gegen Onlinekurse entschieden hat sich auch Marlene Auböck: "Der Unterricht und die Prüfungen in mehreren kleinen Gruppen abzuhalten ist zwar aufwendiger, jedoch können wir so den Schülern das Wissen viel besser vermitteln."
Tägliche Kopfschmerzen Teil des Arbeitsalltags
Die Auflagen für Fahrschulen sind streng und fordern den Lehrern alles ab, vor allem die FFP2-Maskenpflicht. Besorgt ist Auböck nicht, mit den Schülern im Auto zu sitzen, denn alle halten sich an die Maßnahmen. "Für mich persönlich ist das Tragen der FFP2-Maske bei den Fahrstunden sehr anstrengend, da man doch sehr viel reden muss", erzählt die 35-Jährige, die abends deshalb häufig unter Kopfschmerzen und Übelkeit leidet. Dennoch überwiegt die Freude, ihrer Arbeit nachgehen zu können. Auch Martin Pühringer aus Sandl, seit 25 Jahren Fahrlehrer bei Auböck, berichtet von alltäglichen abendlichen Kopfweh und davon, wie stressig das Tragen der Maske ist, für Fahrschüler als auch -lehrer:
"Schon ohne Maske ist eine Fahrstunde eine belastende Situation für Fahranfänger. Jetzt kommt dieses beengende Gefühl dazu, man bekommt schlecht Luft, die Brille läuft an, die Sicht ist mit jedem Ausatmen für einige Sekunden schlecht, es wird heiß im Gesicht. Das ist alles anderes als leicht, vor allem im Sommer wird es noch deutlich unangenehmer werden."
Keine Angst vor Ansteckung
Obendrauf müssen die Fahrschulautos regelmäßig gereinigt werden. "Nach jeder Fahrstunde werden Lenkrad, Handbremse, Tür- und Fenstergriffe sowie alle Bedienelemente desinfiziert. Darüber hinaus verleihen wir keine Motorradbekleidung, Helme oder Handschuhe", erzählt Hackl. Auch er hat aufgrund der zahlreichen Sicherheitsvorkehrungen keine Angst sich anzustecken, ebenso wenig Donauland-Fahrschüler Julian aus Gutau: „In der Arbeit bin ich es gewöhnt, eine FFP2-Maske zu tragen, somit ist es für mich kein Problem diese auch in der Fahrschule aufzusetzen. Im Kursraum fühle ich mich mit der Maske sicher. Außerdem machen wir regelmäßig Pausen und lüften den Kursraum. Angst habe ich somit keine.“
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