Kindern Werte vermitteln

Renate Ortner
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ST. OSWALD, BEZIRK. 55 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen im Bezirk sind Grünland. "Da das Grünland hauptsächlich nur über den Rindermagen veredelt werden kann, sind Milchwirtschaft und Rinderhaltung maßgeblich. Knapp 1000 Milchbauern melken täglich frische Kuhmilch", so die Bezirksbäuerin und Kammerrätin Johanna Miesenberger.
Aus Anlass des Weltmilchtages am 1. Juni sprach die BezirksRundschau mit einer Milchbäuerin mit Leib und Seele, Renate Ortner (36). Sie wohnt mit ihrer Familie auf einem Bauernhof am Fuße des Braunberges in St. Oswald. Gemeinsam mit ihrem Mann Andi und mit Unterstützung ihrer Schwiegereltern bewirtschaftet sie seit 2007 den Hof, einen Milchviehbetrieb mit eigener Nachzucht. Es gibt 80 Milchkühe der Rasse Holstein Friesian. "Milchwirtschaft ist sehr arbeitsintensiv. Man hat sieben Tage in der Woche, zweimal täglich, fixe Stallzeiten die unumgänglich sind. Außerdem soll man rund um die Uhr in Bereitschaft sein. Man hat auch kein Wochenende zum Ausschlafen und muss wegen des Wetters sehr flexibel sein. Längeres Vorausplanen ist oft nicht möglich", erzählt die Bäuerin. Und natürlich dürfen auch die vier Buben Philipp 11, Tobias 11, Leon 6 und Julian, 4, nicht zu kurz kommen.
Trotzdem liebt Renate Ortner ihren Beruf sehr: "Jeder Tag ist für mich spannend. Das Miterleben vom Jahres- und Lebenszyklus von Pflanzen und Tieren ist faszinierend. Die Kinder lernen viel über die Natur, und ich kann meinen Kindern viele Werte vermitteln. Außerdem habe ich immer frische Milch daheim und bin stolz auf die schöne Kulturlandschaft, die von uns Landwirten so nachhaltig gepflegt wird!"
Renate Ortner weiter: "Unsere Kühe geben im Durchschnitt 30 Liter Milch pro Tag. Leistung und Herdengröße sind kein Widerspruch zur Gesundheit und zum Tierwohl." Besonders wichtig ist dem Ehepaar, dass es den Tieren gut geht. "So wird auch im Stall der Kuhkomfort recht groß geschrieben. Unser Stall ist ein Außenklimastall, in dem sich die Rinder frei bewegen können, in dem es viel Licht und Luft, Einstreu in den Liegeboxen, Kratzbürsten für die Kühe, Ventilatoren und eine Kuhdusche für heiße Sommertage gibt. Hochwertiges Futter haben unsere Tiere den ganzen Tag über zur Verfügung. Denn nur wenn es den Tieren gut geht, bekommt man auch viel von ihnen zurück."
Alles, was auf den von der Familie bewirtschafteten Feldern und Wiesen wächst, wird im eigenen Betrieb verwendet. Außerdem setzt man auf Mulchsaat. Das ist Schutz für Bodenerosion, und es gibt auch keine Auswaschung von Nährstoffen ins Grundwasser", so Renate Ortner.

Bevölkerung informieren

Und noch eines ist der engagierten Bäuerin sehr wichtig: "Die Landwirtschaft wird leider oft durch Falschinformation, Unwissenheit und Skandale in ein völlig falsches Licht gerückt. Mir ist es wichtig, die Bevölkerung aufzuklären und richtig zu informieren. Jeder muss wissen, wo und wie sein Lebensmittel erzeugt wird!"
Nur eine wirtschaftliche Milchviehhaltung kann auch in Zukunft die kleinbäuerlichen Betriebe das Überleben sichern. "Jeden Tag können wir uns entscheiden, ob es auch morgen noch eine Landwirtschaft gibt, die unseren Tisch deckt. Greifen wir als Konsumenten im Regal zur heimischen Milch bzw. Milchprodukten, sichern wir damit den Arbeitsplatz der Bäuerin oder des Bauern im Dorf und vielleicht sogar unseren eigenen noch dazu", appelliert die Bezirksbäuerin Johanna Miesenberger.

Autor:

Elisabeth Hostinar aus Freistadt

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