Brief an Landeshauptmann
Kampf für Tochter lohnte sich jetzt

Sandra Leitner mit Tochter Michaela.
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  • Sandra Leitner mit Tochter Michaela.
  • Foto: BezirksRundschau/Zinterhof
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Sandra Leitner aus Mönchdorf erreichte Tagesbetreuungsplatz für ihre schwer beeinträchtige Tochter.
KÖNIGSWIESEN. Am Montag vor zwei Wochen wendete sich die Mutter eines 18-jährigen, geistig schwerst beeinträchtigten Mädchens an die BezirksRundschau, nachdem es ihr den Boden unter den Füßen weggezogen hatte. Sie bekam von der Bedarfskoordination seitens der Bezirkshauptmannschaft Freistadt mitgeteilt, dass für ihre Tochter schlicht und einfach kein Tagesbetreuungsplatz vorgesehen wäre. Und das trotz Gutachten, die für eine Betreuungshilfe in Form eines Beschäftigungsplatzes sprechen. Auch für andere gleichaltrige Schulabgänger im Bezirk Freistadt hieß es: bitte warten!

Brief an Thomas Stelzer
Die Mutter informierte sofort mehrere Stellen des Landes Oberösterreich über ihre persönliche Situation und machte energisch klar, dass sie sich an den Landeshauptmann wenden werde. Sie werde ihm ihre Tochter Michaela vorstellen und ihn bitten, sich persönlich ein Bild von der Situation zu machen. „Es wird von mir verlangt dass ich 168 Stunden in der Woche die Betreuung alleine stemmen soll", sagt Leitner. "Ich bin verzweifelt , da ich nicht weiß, wie ich meine Situation alleine ohne Unterstützung auf Dauer bewältigen soll."
In einem Brief an Thomas Stelzer schrieb sie: "Herr Landeshauptmann, sagen Sie bitte nicht, Sie seien nicht zuständig, denn es kann meiner Meinung nach nicht sein, dass solche weitreichenden Entscheidungen getroffen werden und Sie damit die Zukunft eines beeinträchtigten Menschen samt ihrer Angehörigen noch schwieriger gestalten als die Lage ohnehin schon ist." Ihre Tochter solle das gleiche Recht wie andere beeinträchtige Menschen haben und die Familie nicht allein gelassen werden.
Noch in derselben Woche bewirkte wohl der Brief ein Umdenken seitens des Landes Oberösterreich. Die Mutter bekam von der Bedarfskoordination der BH Freistadt die mündliche Zusage für einen Beschäftigungsplatz in der Lebenshilfe.

Positive Mitteilung

Auch die BezirksRundschau erhielt kurz darauf vom Büro des Landeshauptmanns eine positive Mitteilung. Pressesprecher Thomas Brandstetter: „Ich war in Kontakt mit dem Büro der zuständigen Landesrätin Gerstorfer. Ich habe die Auskunft erhalten, dass dieses Problem gelöst wurde. Seitens der Sozialabteilung steht ein Platz bei der Lebenshilfe Unterweißenbach in Aussicht."

Danke für das Umdenken

„Ich bedanke mich, dass ich nun die Zusage für einen stundenweisen Betreuungsplatz bekommen habe", sagt Leitner. "Ich werde aber das Gefühl nicht los, dass dies erst geschehen ist, nachdem ich mir über das Zuhilfeholen einer Zeitung Gehör verschaffen konnte." Sie wünscht sich eine positive Entscheidung auch für die anderen Familien, die in einer ähnlichen Situation sind. Wie die BH Freistadt auf Anfrage informierte, schaut es gut aus und es wird mehrere Betreuungsplätze stundenweise tagsüber geben, sodass die Eltern Verschnaufpausen haben, um für den Pflegealltag, der täglich 24 Stunden dauert, Kraft zu tanken.

Autor:

Robert Zinterhof aus Perg

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