Pétanque-WM in Dijon
Freistadt stellt den Großteil des Nationalteams
- Von links: Maris Newerkla (PSV Freistadt), Stefan Kálnoky (Wiener Sportclub), Coach Peter Spielberger (PSV), Nikolaus Newerkla (PSV) und Tobias Riepl (PSV).
- Foto: Sebastian Lechner
- hochgeladen von Roland Wolf
Der Pétanque Sport Verein Freistadt darf sich über einen historischen Erfolg freuen: Drei der vier Spieler des österreichischen Herren-Nationalteams stammen aus dem Freistädter Verein und vertreten die Nation bei den Weltmeisterschaften, die von 5. bis 8. Dezember in Dijon (Frankreich) stattfinden. Gespielt wird die Königsdisziplin Triplette (drei gegen drei, ein Wechselspieler).
FREISTADT. Die Spieler, die für das Nationalteam ausgewählt wurden, sind Maris Newerkla, der mit seinen erst 19 Jahren bereits als österreichische Nummer eins und vielfacher Staatsmeister beeindruckt. Der Jungstar aus Freistadt blickt auf eine erfolgreiche internationale Karriere zurück und hat sich als einer der besten Spieler des Landes etabliert. Newerkla wird in Dijon auch den Einzel-Präzisionsbewerb für Österreich bestreiten. An seiner Seite wird der erfahrene Allrounder Tobias Riepl spielen, der für seine internationalen Einsätze bekannt ist und ebenfalls für den PSV Freistadt auf dem Spielfeld steht. Außerdem im Team ist Stefan Kálnoky, Spitzenspieler des Wiener Sportclubs, der sich in den vergangenen Jahren mit konsequentem Training und herausragenden Leistungen für das Nationalteam empfohlen hat.
"Lebenstraum in Erfüllung gegangen"
Eine besondere Freude für den Verein ist die Tatsache, dass sich Nikolaus Newerkla, der Vater von Maris, nach mehreren starken Saisonen und österreichischen Meistertiteln ebenfalls für das Nationalteam qualifizieren konnte. Newerkla sen. hat den Verein vor fast zehn Jahren mitgegründet. „Es ist ein kleiner Lebenstraum, gemeinsam mit meinem Sohn und zwei Freunden, im Nationalteam Österreich vertreten zu dürfen.“ Zusätzlich wird das Nationalteam von zwei weiteren Freistädtern begleitet: Peter Spielberger, PSV-Urgestein und Nationalcoach der Herren, der als erfahrener Betreuer und Trainer maßgeblichen Anteil am Erfolg des Teams trägt, sowie Wolfgang Sabaini, der als Delegationsleiter das Team nach Frankreich begleiten wird.
Training unter freiem Himmel
Der Erfolg des PSV Freistadt ist umso bemerkenswerter, wenn man die Herausforderungen berücksichtigt, denen sich die Spieler in den vergangenen Jahren stellen mussten. Der Verlust des Freistädter Boulodromes, der ehemaligen Versteigerungshalle, die in den Anfangsjahren des Vereins ideale Trainingsbedingungen geboten hatte, erschwerte die Trainingssituation für die Nationalspieler im Winter erheblich. Die Spieler müssen nun unter freiem Himmel trainieren oder weite Strecken zurücklegen, um Trainingsmöglichkeiten zu finden – so wie erst kürzlich beim Nationalkader-Training in Lassee (Bezirk Gänserndorf, Niederösterreich).
Hoffen auf Indoor-Möglichkeit
„Wenn man auf internationalem Niveau mithalten möchte, muss man einfach täglich trainieren, egal bei welchem Wetter“, sagt Nikolaus Newerkla, der die Bedeutung von Hingabe und Disziplin betont. Auch Maris Newerkla wünscht sich, dass es für die Wintermonate bald eine Indoor-Trainingsmöglichkeit geben wird: „Wir hoffen weiterhin, dass sich politische Verantwortliche für eine solche Lösung einsetzen, denn auf internationalem Niveau kann man sich keine Trainingspausen leisten. Besonders die Großveranstaltungen, wie jetzt die Weltmeisterschaft in Dijon, finden oft in großen Hallen statt, und hier haben Nationen mit entsprechender Infrastruktur eindeutig einen Vorteil.“
Große Ehre, Österreich zu vertreten
Die Pétanque-Szene in Österreich hat sich in den vergangenen Jahren stetig weiterentwickelt, mit rund 30 Vereinen von Rankweil bis Neusiedl, von Freistadt bis Klagenfurt. Der PSV Freistadt freut sich schon riesig auf die WM. „Es ist eine große Ehre, unser Land in Frankreich vertreten zu dürfen“, sagt Peter Spielberger, Coach des Teams. „Das ist ein besonderer Moment für uns alle, und wir sind voller Vorfreude, uns mit den besten Pétanque-Spielern der Welt zu messen.“
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