Farmer und Army setzen auf Know-how aus Wartberg

Das markante Gebäude im Gewerbegebiet von Wartberg/Aist wurde 2016 mit dem Architekturpreis ausgezeichnet. | Foto: Steinbauer
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  • Das markante Gebäude im Gewerbegebiet von Wartberg/Aist wurde 2016 mit dem Architekturpreis ausgezeichnet.
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WARTBERG. Was haben Farmer aus den USA und Kanada, die US-Army und die österreichische Post gemeinsam? Sie optimieren ihre Fahrzeuge mit Technik der Firma Steinbauer aus Wartberg. Steinbauer Performance Austria GmbH entwickelt und produziert unabhängig von Marken Zusatzmodule, um die Leistung von Diesel- und Turbobenzin-Motoren zu optimieren. Und das nicht nur für Autos, sondern auch für Lkw, Land-, Bau- und Forstmaschinen.

Der Mann hinter dieser Innovation ist Herbert Steinbauer (48), der ursprünglich Medizintechniker war. "Ich wollte aber etwas anderes machen." Und so begann die Erfolgsstory – und zwar in einer Garage. Gemeinsam mit einem Partner baute er eine Firma in Enns auf. Den Erfolg schrieb er nicht nur seinem Können zu, sondern auch der Tatsache, dass "ich viele gute Mitarbeiter hatte." Der Erfolg blieb nicht aus. Die Suche nach einem geeigneten größeren Grundstück führte ihn ins Mühlviertel. Wartberg bzw. die Inkoba zeigten Interesse und dürfen sich nun über eine renommierte Firma mit 45 Mitarbeitern in ihrem Umfeld freuen.

Herbert Steinbauer, der die Firma jetzt alleine führt, hat also den Sprung von der Garage in ein Acht-Millionen-Gebäude geschafft. Nicht nur die markante Fassade, auch viele Innenelemente sind Eigenentwicklungen und in den Errichterfirmen zu Prototypen avanciert. Die Architektur ist einem Vierkanter mit Innenhöfen und "Erholungsinseln" für die Mitarbeiter nachempfunden. Mittlerweile ist das Gebäude fast abbezahlt und wurde 2016 mit dem Staatspreis für Architektur ausgezeichnet.

Steinbauer Performance Austria GmbH mit Standorten in den USA

Neben dem Hauptstandort Wartberg gibt es auch eine Niederlassung in Michigan, USA, die ebenfalls ausgebaut werden soll. Kein Wunder: In den USA und Kanada gibt es viele Groß-Farmer mit 70, 80 Mähdreschern pro Betrieb. Da lohnt es sich, wenn diese Maschinen optimiert werden. Warum machen das die Fahrzeugfirmen nicht gleich selbst? "Das machen sie auch, allerdings sind sie fast zehnmal so teuer. Daher bin ich in der Fahrzeugbranche nicht gerne gesehen", sagt Steinbauer. Seine Mitarbeiter kommen fast alle aus der Region und verfügen über enormes Know-how. Viele von ihnen sind richtige Tüftler, und daher ist es möglich, fast alle Komponenten selbst herzustellen.

In der Firma Steinbauer gibt es keine Billig-Teile aus Fernost. "Der Fertigungsgrad bei uns ist sehr hoch!" Derzeit werden Kunden in mehr als 30 Ländern betreut, der Exportanteil liegt bei 98 Prozent. Ein besonderes Prestige-Projekt ist die Geschäftsbeziehung zur US-Army, die an einer von Steinbauer entwickelten Hybrid-Lösung interessiert ist.

Optimieren heißt aber nicht immer, die Leistung zu steigern, sondern auch, das Getriebe zu schonen und den Verbrauch zu senken. Einer der Kunden ist die Post, deren Zustellautos bisher durch die ständige Stop-and-Go-Verwendung sehr reparaturanfällig waren. "Hier reduzieren wir die Leistung und schonen damit die Fahrzeuge."

Der Leitspruch "Von uns erdacht, entwickelt und umgesetzt" macht Steinbauer zum weltweiten Marktführer. Viel Energie wird daher in die Forschung und Entwicklung sowie in die hausinterne Prüfung auch im Abgasbereich gelegt. Steinbauer: "Wir entwickeln eben für jeden Kunden passgenaue Lösungen und testen so lange, bis das perfekte Ergebnis erreicht wird."

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