Bezirk Hermagor
Der Wolf ist wieder da

Bezirksjägermeister Bruno Maurer klärt das Thema Wolf aus Jägersicht auf.
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Bezirksjägermeister Bruno Maurer verrät der Gailtaler WOCHE seine Meinung zum Thema Wolf.

BEZIRK HERMAGOR. Das Thema Wolf beschäftigt, gerade in der letzten Zeit, viele Landwirte und Senner. Allein im Gailtal wurden bereits über 40 Schafrisse gemeldet. Die Bauern verlangen den Abschuss des sogenannten Problemtieres. Leider ist das nicht ganz so einfach, da der Wolf in der EU unter Artenschutz steht und nicht einfach geschossen werden darf. Die Grundlage, dass der Wolf so geschützt wird, liegt in der EU. „Ist eine Tierart in keiner Weise mehr gefährdet und schafft noch dazu erhebliche Probleme in der Landwirtschaft, ist ein Totalschutz neu zu überdenken und zu bewerten“, meint Maurer.

Ein Raubtier

Der Wolf ist ein Raubtier und nimmt sich seine Beute, wie das Schaf oder auch Kitze, so wie er sie braucht. Die betroffenen Tiere leiden sehr unter einem Wolfsbiss, da die Tiere oftmals nicht gleich verenden. Der Ansatz den Wolf in die Wirtschaft zu integrieren ist nicht so einfach. Bruno Maurer erklärt: "Ein Wildtier, sofern man es nicht in der Gefangenschaft erzieht, wird immer ein Wildtier bleiben. Man kann es nicht integrieren, es bleibt nur die Möglichkeit die richtigen Lösungsansätze im Umgang zu finden.“ Für viele ist der Lösungsansatz der Abschuss des Wolfes. Grundsätzlich sind Wildtiere auch jagdbar, und somit auch der Wolf. „Derzeit liegt der Wolf nicht im jagdlichen Fokus.
Eine Bejagung ist auch mit erheblichem Aufwand und vielen Auflagen verbunden. Die Jagd steht für die Artenvielfalt und es ist auch erwiesen, dass der Jäger noch nie eine Tierart ausgerottet hat, das war immer die Gesellschaft selbst. Außerdem würde ein Einzelabschuss das Problem nicht wirklich lösen, das kann nur eine Kombination zwischen Herdenschutz, Vergrämung und Abschuss sein. Bei einem sogenannten Problemtier ist eine Entnahme zu tätigen“, erklärt der Bezirksjägermeister Maurer.

Betroffene Landwirte

Die betroffenen Landwirte und Senner leiden sehr unter den derzeitigen problematischen Umständen. Es ist für die Landwirte schwer den eigenen und selbst großgezogenen Tieren beim Sterben, und vor allem auch beim Leiden, zuzusehen. Seitens der Jagd wird sehr gerne Hilfe angeboten. „Wir tun das alles auf freiwilliger Basis und im Sinne einer gelebten Partnerschaft zwischen der Jagd und dem Grundbesitz. Wir helfen innerhalb des jagdlichen Bereiches bei Aufnahme von Schäden, bei Monitorprojekten, bei Vergrämungsmaßnahmen und mit einer fundierten fachlichen Argumentation in der Öffentlichkeit“, erklärt Maurer.
Eine Abschuss des Wolfes sei unter den derzeitigen Voraussetzungen ein zu komplexes Thema, weshalb geraten wird, einen Experten für die jeweilige Großwildart zu suchen, so der Jäger.
Für ein Tier bekommen die Bauern eine finanzielle Entschädigung. Das Geld kann die Bindung zu den eigenen Tieren aber nicht ersetzen. „Es ist aber gut und recht, wenn die Öffentlichkeit für diesen von ihr gewollten Zustand in die Tasche greift und die Viehbesitzer entsprechend entschädigt“, meint Maurer.

Gute Schutzfunktion

„Das Thema Großraubwild und Risse begleitet uns schon weit über zehn Jahre und ebenso lange hatte man Zeit über Lösungen nachzudenken. Im Kanton Wallis (Schweiz) wurde vor Kurzem bei Problemfällen innerhalb von vier Monaten eine Entnahmebewilligung für den Wolf erteilt.“
In der Schweiz werden für den Herdenschutz Hunde eingesetzt. Allerdings sind jene Alpen für die Wanderer nicht zugänglich. „Ohne Zweifel haben Herdenschutzhunde eine gute Schutzfunktion, aber auch ihre Nachteile." Das auf erprobte Alternativlösungen bisher nicht näher eingegangen wurde verwundert, auch wenn sie unter Umständen nur begrenzt wirksam sind.
Spätestens hier stellt sich aber auch die Frage: Wem gesteht man eher das Recht zu die Almen zu nutzen? Dem Besitzer selbst oder dem unbeteiligten, aber erholungssuchenden Wanderer, für den man auch Verständnis haben muss. Hier wird die Kompromissbereitschaft wohl beim Wanderer zu erwarten sein, im Besonderen, weil er weitaus mehr Ausweichmöglichkeiten hat“, erzählt der Bezirksjägermeister Bruno Maurer.

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