Amerika-Auswanderung
Burgenländische Gemeinschaft ist 70 Jahre alt
- Abschiedsfeier für Amerika-Auswanderer aus Zahling anno 1923: Seit 1956 hält die Burgenländische Gemeinschaft die Bande zwischen Burgenland und Amerika aufrecht.
- Foto: Burgenländische Gemeinschaft
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Die Organisation hält seit dem Jahr 1956 die Kontakte von Auslandsburgenländern und ihren Nachfahren mit den Angehörigen in der Heimat aufrecht.
GÜSSING. Ihr 70-jähriges Bestehen feiert die Burgenländische Gemeinschaft (BG) am Sonntag, dem 5. Juli. Um 9.30 Uhr zelebriert Diösezanbischof Ägidius Zsifkovics in der Basilika eine Festmesse. Um 11.00 Uhr folgt ein ORF-Burgenland-Frühschoppen mit dem Musikverein Minihof-Liebau, dem Chor "Cantus Felix" und der Mischendorfer Bauernmusi. Um 13.30 beginnt der Jubiläumsfestakt, um 14.00 Uhr ein Auslandsburgenländertreffen.
Auswanderung prägte die Landesgeschichte
Vergleicht man die Einwohnerzahl des heutigen Burgenlandes von rund 300.000 mit der Auswanderungswelle des beginnenden 20. Jahrhunderts, werden die Dimensionen erst so richtig klar. Es waren rund 60.000 Menschen aus dem Gebiet des heutigen Burgenlandes, die wegen der wirtschaftlichen Not ihre Heimat verließen und Amerika ansteuerten.
- Anfang der 1920er Jahre unterhielten in Güssing mehrere Schifffahrtslinien Agenturen, die die Ausreisewilligen nach Amerika vermittelten.
- Foto: Burgenländische Gemeinschaft
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Drei Auswanderungswellen trafen das Land: eine erste - noch schwächere - vor dem Ersten Weltkrieg, eine massive in den 1920er Jahren und eine wiederum etwas kleinere nach dem Zweiten Weltkrieg. Hauptzielland waren die USA, wo rund 80 Prozent der burgenländischen Landsleute landeten. Zwölf Prozent wanderten nach Kanada aus, der Rest nach Australien und Südamerika. Der wirtschaftlichen Situation war es geschuldet, dass viel mehr Menschen aus dem Südburgenland auswanderten als aus dem Nordburgenland.
- Burgenländische Auswanderer auf Heimatbesuch bei ihren Verwandten.
- Foto: Burgenländische Gemeinschaft
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Die, die daheim blieben, konnten mit ihren Verwandten in der neuen Heimat bestenfalls brieflich Kontakt halten. Um daher die Bande zwischen Ausgewanderten und Daheimgebliebenen zu festigen, gründete sich 1956 die Burgenländische Gemeinschaft. Ihr Heimatbüro hat sie bis heute in Güssing, ihre Pendants waren Auswanderervereine in Chicago, New York, Pennsylvania, Lehigh Valley und anderen Regionen, wo sich besonders viele Burgenländer ansiedelten.
Charterflüge, Picnics und eine Zeitschrift
Auf vielfache Weise hielt und hält die BG die Bande zwischen alter und neuer Heimat aufrecht. In den 1950er und 1960er Jahren waren es vor allem die von ihr organisierten Charterflüge, die US-Burgenländern einen Heimaturlaub und Burgenländern einen Verwandtenbesuch in den Staaten ermöglichten. Für Heimaturlauber organisierte die BG gesellige Wiedersehensveranstaltungen. Diese "Picnics" finden noch heute statt, seit über 30 Jahren bildet das Weinmuseum Moschendorf dafür die Kulisse. Die Zeitung "Burgenländische Gemeinschaft" - ebenfalls 70 Jahre alt - ist bis heute das publizistische Bindeglied zwischen alter und neuer Heimat.
- Eine jahrzehntealte Tradition: Jedes Jahr wird in einer US-amerikanischen Stadt eine "Miss" gewählt, die einer burgenländischen Auswandererfamilie entstammt.
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In den Nachfahren der Auswanderer in dritter, vierter Generation wächst zunehmend das Ahnenforschungs-Interesse. Digital erfüllt die Online-Plattform "Burgenland Bunch" dieses Interesse. Neu ist, dass heuer im Juli anlässlich des BG-Jubiläums rund ein Dutzend junger Amerikaner ins Burgenland kommt, um die Heimat ihrer Vorfahren kennenzulernen.
Das 60-Jahre-Jubiläum der BG im Jahr 2016:
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