Lange Wartezeiten
Steigende Holzpreise setzen Firmen und Kunden zu
- Bau-, Schnitt- und Rundholz wird zur teuren Mangelware. Ein Ende des Preisanstiegs ist derzeit nicht abzusehen.
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Ständig steigende Rohstoffpreise, Lieferengpässe und Lieferzeiten, die um Monate gestreckt werden müssen - eine Situation wie die jetzige hat die Holzbranche schon lange nicht erlebt.
"Die Preise steigen seit Monaten, und sie steigen immer noch, und zwar im Monat um durchschnittlich 20 Prozent", schildert Rudolf Strobl vom Holzbau- und Zimmereibetrieb Strobl in Deutsch Kaltenbrunn. "Vor einem Jahr hat der Festmeter Rundholz zwischen 60 und 65 Euro gekostet, jetzt sind wir zwischen 95 und 100 Euro."
Lieferzeiten verlängern sich
Die steigende Nachfrage und das knappe Angebot wirkt sich auch auf die Kunden aus. "Je nach Produkt und Menge sind Lieferzeiten zwischen zwei und sechs Wochen normal. Aber derzeit müssen wir manchen Kunden sagen: Wenn Ihr jetzt bestellt, müsst ihr mit einer Lieferung im September rechnen", berichtet Strobl.
Als "historisch einmalig" bezeichnet Geschäftsführer Jürgen Ferstl vom Sägewerk Ferstl in Burgauberg die aktuelle Lage. "Wir müssen unsere Kunden vertrösten und mit Wartezeiten von neun, zehn Wochen vor den Kopf stoßen."
Holzlagerbestände schwinden
Gründe für die Entwicklung gebe es mehrere. "Die Großindustrie war zu lange in Kurzarbeit, die Nachfrage im Inland und in Mitteleuropa ist stark gestiegen, es gibt große Exporte nach Amerika und Asien, die Menge an Schadholz durch Käferbefall oder Windwurf ist heuer deutlich geringer", zählt Ferstl auf. All das habe dazu geführt, dass die Lagerstände in Forstbetrieben, Sägewerken und Handel stark geschwunden sind.
Mit einer baldigen Trendumkehr rechnet Ferstl nicht. "Ich denke, dass der Preisanstieg anhält und sich irgendwann auf hohem Niveau einpendelt."
Viele Baustoffe als Mangelware
Die Preise ziehen aber nicht nur bei Holz an, sondern auch bei weiterverarbeitetem Material, Riegelwänden, Leimbindern, Dämmstoffen, Eisen, Stahl, Mauerwerk und vielen anderen Baustoffen. "Der Hausbau verteuert sich dadurch schon sehr. Da wird sich mancher fragen, ob er sich zusätzliche 100.000 Euro überhaupt noch leisten kann", sagt Rudolf Strobl.
"Durch die Bank gibt derzeit Engpässe an Baumaterialien", schildert auch Jennersdorfs Baumarkt-Geschäftsführerin Julia Niederer. Fast nicht aufzutreiben seien XPS-Dämmplatten, Ziegel, Baustahlgitter und Eisenwaren. Beton und Pflastersteine würden nur in den Mengen produziert, die vorbestellt sind. "Sieben bis acht Wochen Wartezeit sind keine Ausnahme mehr."
Um die eigenen Baustellen überhaupt versorgen zu können, können viele Baumaterialien nur in Haushaltsmengen an die Kunden weitergegeben werden, so Niederer. Vergriffen oder mit langen Wartezeiten versehen seien auch Holzhäuser, Griller und Swimmingpools.
Hinzu kommt, dass jedes Monat die Preiserhöhungen von Lieferanten nur so hereinflattern. "Manche haben seit Jahresbeginn ihre Preise schon drei- bis viermal erhöht", hebt Niederer hervor.
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