01.11.2016, 04:30 Uhr

Wörterberger Jungunternehmer ist 86 Jahre alt

Johann Reichart hat das Gasthaus von seiner Tochter Helga (rechts), die in Pension gegangen ist, wieder übernommen. Tochter Berta (links) hilft ebenfalls mit.

Keine Spur von Ruhestand bei Gastwirt Johann Reichart

Dass Kinder den Betrieb ihrer Eltern übernehmen, kommt jeden Tag vor. Umgekehrt hingegen ist es die Ausnahme - vor allem, wenn das Kind 60 und der den Betrieb übernehmende Vater 86 Jahre alt ist. Josef Reichart ist diese Ausnahme: Nachdem Tochter und Gastwirtin Helga Gradwohl in Pension gegangen ist, hat er das 108 Jahre alte Dorfwirtshaus in Wörterberg, das er schon 1964 bis 2006 geführt hatte, wieder übernommen.

"Würden wir das Gasthaus verkaufen, dann bekäme es Auflagen, die sich niemand leisten kann. Dann würde es geschlossen", erklärt Reichart. Der "Jungunternehmer", der gesundheitlich bestens beisammen ist, steht selber noch jeden Tag in der Gaststube.

Die Töchter Helga und Berta sowie Enkeltochter Jessica helfen aber nach Kräften mit. Denn Josef Reichard hat auch sonst genug zu tun: mit Selchen, Schnapsbrennen, Wurstmachen und dem täglichen Versorgen seiner Pferde.

Ausgekocht wird im Gasthaus Reichart nur noch in Einzelfällen, wie etwa bei Totenmahlen. Ansonsten bleibt es an vier Tagen pro Woche auch weiterhin Treffpunkt für die Wörterberger. Beim Schnapsen spielt der Chef persönlich mit: "Jeden Tag ein paar Bummerl, das hält jung."
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