Interview
Studentin untersucht Gailtaler Dialekte

Die 27-jährige Studentin dankt allen Teilnehmern.
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  • Foto: Jirousek
  • hochgeladen von Lara Piery

Die Germanistikstudentin Marie-Helene Jirousek aus Wien befragte für ihre Arbeit rund 349 Gailtaler.

WOCHE: Sie studieren Germanistik an der Uni Wien, haben Sie einen Bezug zum Gailtal?
MARIE-HELENE JIROUSEK:  Ja, mein ganzes Leben lang fahre ich schon mindestens ein Mal im Jahr ins Gailtal in die Umgebung von Hermagor auf Urlaub. Da meine Familie schon seit etwa 40 Jahren diese Gegend besucht, haben wir hier mittlerweile auch schon gute Freunde gefunden. Daher fühle ich mich mit dem Gailtal sehr verbunden und genieße es jedes Mal, wenn ich wieder einmal dort bin. Mit der Zeit ist es fast so etwas wie meine zweite Heimat geworden.

Wie entstand die Idee diese Arbeit zu verfassen?
Am Institut für Germanistik an der Universität Wien läuft schon seit Längerem ein Projekt zur Erforschung der österreichischen Dialekte. In diesem Rahmen habe ich ein Seminar besucht, das sich mit der Syntax, dem Satzbau unterschiedlicher Dialekte beschäftigte. Anfangs überlegte ich den Dialekt in und um Wien zu erforschen, hatte dann aber den Wunsch ein Gebiet zu untersuchen, in dem mehr Dialekt gesprochen wird als in meiner Heimatregion. Darüber hinaus wollte ich auch ein Gebiet erforschen, in dem sich die Menschen mit ihrem Dialekt identifizieren und daher aussagekräftige Angaben zu den in ihrer Region verbreiteten Ausdrucksweisen geben können. Da fiel mir das Gailtal ein. Hier war ich mir sicher, authentische Dialektsprecher zu finden, die ich in Wien nicht erreicht hätte.

Wie kamen Sie zu dem Entschluss diesen Dialekt zu untersuchen?

Ein Beweggrund dafür diesen Dialekt zu untersuchen war, dass ich ein interessantes und aussagekräftiges Gebiet erforschen wollte und mir das Gailtal hierfür als geeignet erschien. Ein anderer Grund dafür war, dass mir das Gailtalerische schon seit meiner frühesten Kindheit sehr vertraut ist und ich mich daher sogar imstande fühlte, als Wienerin ein paar Sätze im Gailtaler Dialekt zu formulieren, um meine Probanden auf die ihnen gestellten Aufgaben vorzubereiten. Ein dritter Grund für die Untersuchung des Dialekts des Gailtals eröffnete sich mir, als ich begann in der Fachliteratur nach bereits vorhandenen Studien zu suchen und feststellte, dass es für das von mir erforschte Gebiet noch kaum Untersuchungen gibt.

Was möchten Sie mit dieser Arbeit genau untersuchen?

In meiner Arbeit habe ich grundsätzlich untersucht, wie der Konjunktiv 2 im Obereren und Unteren Gailtal ausgedrückt wird. Darüber hinaus interessierten mich die Unterschiede zwischen Männern und Frauen, sowie zwischen jüngeren und älteren Personen. Da meine Untersuchung viele Ortschaften beinhaltete, könnte man im Rahmen einer noch größer angelegten Studie jedoch auch noch gezielter die Dialekte einzelner Ortschaften erforschen. Dies könnte ein Projekt für die Zukunft sein.

Wie viele Probanden haben Ihren Fragebogen ausgefüllt?
Meine Befragung ist mittlerweile abgeschlossen. Insgesamt wurden 349 Online-Interviews geführt sowie ausgedruckte Fragebögen ausgefüllt. Davon konnte ich 143 Fragebögen bzw. die Ergebnisse von 143 Probanden als brauchbare Ergebnisse in meine Studie einfließen lassen.

Wie viele Personen benötigten Sie für die Studie?
Auf diese Frage gibt es leider keine präzise Antwort. Je mehr Probanden bei einer Umfrage mitmachen, desto aussagekräftiger ist sie. Für eine Arbeit wie ich sie verfasst habe würden auch bereits ca. 50 Personen ausreichen. Daher war das Ausmaß meiner Umfrage, die sich über das Internet weit verbreitete, fast schon zu groß. Dennoch bin ich damit überaus zufrieden. Ich muss jedoch darauf hinweisen, dass meine Studie nur intern in einem Seminar verwendet und nicht für eine Veröffentlichung in der Fachliteratur konzipiert wurde. Solche Studien befragen eine unterschiedliche Menge an Probanden, dies sind meist mehrere hundert Personen. Entscheidend für die Anzahl der Befragten ist, wie viele Probanden man erreicht bzw. wie viele sich bereit erklären bei der Untersuchung teilzunehmen und wie viele Ergebnisse valide sind und in die Studien einfließen können.

Autor:

Lara Piery aus Villach

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