Gailtaler Tourismus
Alles hängt von Öffnung der Grenzen ab

Unbeschwerte Urlaubsgemütlichkeit wird es im Sommer 2020 in der Slow-Food-Region voraussichtlich nicht geben.
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  • Unbeschwerte Urlaubsgemütlichkeit wird es im Sommer 2020 in der Slow-Food-Region voraussichtlich nicht geben.
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Gastronomie und Tourismus trotz Corona. Umfrage: Wie stehen in der Region die Vorzeichen für die Sommer-Saison 2020?

GAILTAL (jost). Im Bezirk Hermagor stehen die Vorzeichen für einen „normalen“ Tourismus-Sommer 2020 vorerst nicht gut. Geschlossene Grenzen zu unseren Nachbarländern, Mund-Nasen-Schutz in der Gastronomie, abgesagte Kulinarik-Feste, Kirchtage, Kultur- und große Sportveranstaltungen – und durch Verordnungen eher eingeschränktes Badevergnügen an unseren Seen. Eine ganz und gar nicht passende Mixtur für gemütlich unbeschwerte Urlaubstage.
Die WOCHE Gailtal hörte sich bei den Tourismus-Verantwortlichen in Hermagor und Kötschach-Mauthen um.

Hoffen auf heimische Gäste

Für die Region Hermagor/Nassfeld stellt Tourismus-Obmann Hans Steinwender analytisch klar: „Einen Normalstart wird es in unserer Branche nicht geben, dafür sind die Voraussetzungen, vor allem wegen der geschlossenen Grenzen, zu schwierig.“ Der erfahrene Hotelier und Gastwirt ist überzeugt, dass es im Sommer, allein schon durch die vorgegebenen Sitzordnungen, keinesfalls die gewohnten Auslastungen geben kann.
Steinwender vertritt dennoch die Meinung, dass Kärnten bessere Chancen haben wird als die anderen Länder: "Wir punkten mit unserem südlichen Flair, das die Menschen brauchen, um sich frei und wohl zu fühlen. Unsere Region bietet mit ihren bodenständigen Menschen und den ehrlichen Produkten eine Grundlage zum Wohlfühlen. Wir vertrauen auf den Besuch von Gästen aus Österreich und werden versuchen, sie mit unseren Seen, den Bergen und der gelebten Menschlichkeit zu begeistern.“
Der allerorts bekannte Lerchenhof-Chef wirft auch die Frage in den Raum, ob es nicht angebracht wäre, über diverse Sinnhaftigkeiten nachzudenken: „Muss immer alles größer, höher, weiter und stärker werden? Ist denn nicht weniger oft und vielfach mehr? Die Produzenten in unserer Region geben sich Tag für Tag Mühe, liebevoll gepflegte und ehrlich produzierte Früchte unserer Erde herzustellen.“

Ruf nach Grenz-Öffnungen

Für den Raum Kötschach-Mauthen und Lesachtal informiert Tourismus-Obmann Sepp Kolbitsch: „Bei uns haben zahlreiche Tourismus-Unternehmen ohnehin jährlich zwischen Mitte März und Anfang Mai Betriebsurlaube geplant. Bei ihnen wird sich der wirtschaftliche Schaden in überschaubaren Grenzen halten." Aber Betriebe, die durchgehend geöffnet haben, müssen ihre Ertrags-Ausfälle aus eigener Kraft stemmen, was natürlich eine gewaltige Herausforderung ist.
Der langjährig erfahrene Camping-Unternehmer ist es gewohnt, stets über den Horizont hinauszublicken. Daher trifft er nüchterne Aussagen:
„Entscheidend ist der Blick in die Zukunft. Auch wenn eine schrittweise Öffnung von Beherbergungs- und Gastronomie-Betrieben ab 15. Mai angekündigt ist, haben wir sehr schwere Zeiten vor uns."
Selbst wenn alle Österreicher in diesem Jahr ihren Sommerurlaub in einer inländischen Urlaubsdestination verbringen würden, deckt dies nur einen sehr kleinen Teil der touristischen Kapazität ab. Sollten daher nicht zumindest die Grenzen für Gäste aus dem benachbarten Deutschland geöffnet werden, wird dieser Sommer für sehr viele Betriebe in Österreich existenzbedrohende Maße annehmen.

Lob an die Bevölkerung

Ergänzend lobt Kolbitsch die Obergailtaler Bevölkerung in Corona-Zeiten: „Die gastronomische und klassische Lebensmittelversorgung in Kötschach-Mauthen hat in diesen Krisenzeiten wiederum ihre Stärken gezeigt. Es gibt eine sehr hohe Auswahl an gastronomischen Lieferservices und von Lebensmittel-Produzenten aus allen Bereichen."

„Aquarena“ in Kötschach-Mauthen

Die Marktgemeinde Kötschach-Mauthen betreibt mit der „Aquarena“ das einzige Hallenbad im Bezirk Hermagor. „Wir haben für die Aquarena und für das Naturschwimmbad Mauthen alle Vorbereitungen abgeschlossen und können jederzeit starten", betont Bürgermeister Walter Hartlieb im Gespräch mit der WOCHE Gailtal. Jetzt wird geprüft, unter welchen gesetzlichen Vorgaben ein Badebetrieb erfolgen soll und kann.
Der Bürgermeister zeigt auf, dass es durch die Folgen der Corona-Vorgaben massive Umsatz-Einbußen im Hallenbad gegeben hat. "Hier werden das Land Kärnten und der Bund auch dieser wichtigen Tourismus- und Freizeit-Infrastruktur finanziell entsprechend zur Seite stehen müssen.“

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