"Die Angst existiert im Hinterkopf"

ST. PÖLTEN (jg). "Schleich dich", schreit eine junge Frau Peter Praxl an, während sie den Polizisten mit beiden Händen von sich stößt, nachdem sie sich mit drei Ellbogen-Schlägen und einer Drehung aus dem Würgegriff des Beamten befreite. Der Angriff auf die Frau geschah rein zur Übung. Praxl und Hugo Schläger lehren rund 18 Frauen im Vereinshaus des Polizeisportvereins St. Pölten, wie sie sich im Ernstfall selbst verteidigen können.

Kraftvolle Fußtritte

Nach kurzer Aufwärmphase geht es ordentlich zur Sache. Mit Fußtritten bearbeiten die Frauen die Schlagpolster, mit denen sich die beiden kampfsporterprobten Polizisten schützen. Manche der Frauen stöhnen vor Anstrengung, während sie so viel Kraft in ihre Tritte legen, dass Praxl zurückweichen muss.

100 Betretungsverbote pro Jahr

EU-weit wird jede dritte Frau Opfer von Gewalt. In Österreich ist es jede fünfte, wobei 90 Prozent aller Gewalttaten nach Schätzungen der Polizei in der Familie und im sozialen Nahraum ausgeübt werden. "Selbstverständlich" ist dahingehend Gewalt gegen Frauen auch in St. Pölten Thema, wie Franz Bäuchler mit Verweis auf rund 100 Betretungsverbote pro Jahr bestätigt. "Die Opfer sind dabei großteils Frauen", sagt der Stadtpolizeikommandant.

Flucht ist beste Verteidigung

"Die Angst davor, einmal selbst Opfer von Gewalt zu werden, existiert im Hinterkopf", sagt angesichts dieser Zahlen eine der Kursteilnehmerinnen. Primäres Ziel, das auch einige ihrer Kolleginnen betonen, sei es dahingehend, Selbstsicherheit und das Wissen, sich im Ernstfall wehren zu können, zu erlangen. Die beste Verteidigung ist dabei allerdings nicht der sprichwörtliche Angriff, sondern die Flucht.
Die Techniken, die Praxl und Schläger lehren, dienen demnach dazu, sich befreien zu können. Und: "In Wahrheit machen wir den Kurs und hoffen, dass nichts passiert", so Praxl.

Selbstverteidigung

Der Polizeisportverein St. Pölten bietet seit 17 Jahren zweimal pro Jahr einen Selbstverteidigungskurs für Frauen. Zum bereits zweiten Mal bietet auch die Sozialistische Jugend St. Pölten am 22. November unter dem Titel "fight club" einen entsprechenden Kurs.

Autor:

Bezirksblätter Archiv (Johannes Gold) aus St. Pölten

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