"16 Tage gegen Gewalt an Frauen"
Frauenhaus im Oberland wird 2022 nun endgültig kommen

Derzeit finden unter dem Motto „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ österreichweit zahlreiche Aktionen statt.
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  • Derzeit finden unter dem Motto „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ österreichweit zahlreiche Aktionen statt.
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Frauen und Mädchen sind nach wie vor vermehrt Gewalt in all ihren Formen ausgesetzt, nicht nur körperlich, sondern auch verbal und psychisch. Das Frauenhaus im Oberland wurde lange gefordert - Nun befindet sich die Schutzeinrichtung in der finalen Phase.

BEZIRK IMST. Anlässlich der Aktion "16 Tage gegen Gewalt an Frauen" wurde vergangenen Mittwoch bekanntgegeben, dass der Start für das Frauenhaus im Oberland Anfang 2022 erfolgen soll. Damit kommt eine dringend benötigte und von mehreren Parteien schon länger geforderte Krisen- und Opferschutzeinrichtung. Fünf Frauen und deren Kinder werden dort Schutz und Betreuung finden. Wo genau das Frauenhaus im Oberland stehen wird, bleibt aus verständlichen Gründen des Opferschutzes geheim.

LH Günther Platter begutachtete kürzlich mit Gabriele Plattner, Leiterin des Frauenhauses Tirol (li.) die Pläne für das Frauenhaus im Tiroler Oberland. Anfang 2022 soll es in Betrieb gehen.
  • LH Günther Platter begutachtete kürzlich mit Gabriele Plattner, Leiterin des Frauenhauses Tirol (li.) die Pläne für das Frauenhaus im Tiroler Oberland. Anfang 2022 soll es in Betrieb gehen.
  • Foto: Land Tirol/Dorfmann
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Jede fünfte Frau von Gewalt betroffen

28 Frauenmorde, davon 27 – mutmaßlich – durch (Ex-)Partner, Bekannte oder ein Familienmitglied. 51 Mordversuche bzw. Fälle von schwerer Gewalt gegen Frauen, davon 47 – mutmaßlich – durch (Ex-)Partner, Bekannte oder ein Familienmitglied: Dies ist die erschreckende bisherige Bilanz des heurigen Jahres in Österreich. Darin beinhaltet sind zwei Frauenmorde und drei Mordversuche bzw. Fälle von schwerer Gewalt gegen Frauen in Tirol. Jede fünfte Frau in Österreich – und damit auch in Tirol – ist zumindest einmal in ihrem Leben von psychischer, körperlicher oder sexueller Gewalt betroffen. „Jede Frau, die Gewalt durch ihr unmittelbares Umfeld erfährt, ist eine zu viel“, zeigt Frauenlandesrätin Gabriele Fischer zum Auftakt der „16 Tage gegen Gewalt an Frauen“ auf.

Frauenlandesrätin Gabriele Fischer (2.v.li.) gab gemeinsam mit v.li. Julia Haberkorn (Gewaltschutzzentrum Tirol), Gabi Plattner (Tiroler Frauenhaus) und Elisabeth Stögerer-Schwarz (Abt. Gesellschaft und Arbeit/Bereich Frauen und Gleichstellung) einen Überblick über Gewaltschutz und Gewaltprävention in Tirol.
  • Frauenlandesrätin Gabriele Fischer (2.v.li.) gab gemeinsam mit v.li. Julia Haberkorn (Gewaltschutzzentrum Tirol), Gabi Plattner (Tiroler Frauenhaus) und Elisabeth Stögerer-Schwarz (Abt. Gesellschaft und Arbeit/Bereich Frauen und Gleichstellung) einen Überblick über Gewaltschutz und Gewaltprävention in Tirol.
  • Foto: Land Tirol/Huldschiner
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Erschreckende Bilanz

„Im Jahr 2020 wurden vom Gewaltschutzzentrum Tirol 1.336 Personen, davon 1.102 Frauen (82,5 Prozent) und 234 Männer (17,5 Prozent) beraten und unterstützt, die Opfer von häuslicher Gewalt bzw. Stalking waren. Bis heute, 24. November, verzeichnen wir dieses Jahr insgesamt 1.445 Personen, davon 1.212 Frauen und 233 Männer, die sich an das Gewaltschutzzentrum gewandt haben“, berichtet Julia Haberkorn, Beraterin des Gewaltschutzzentrums Tirol.

Ein Blick auf die Auswertung der Beratungsleistungen des Gewaltschutzzentrums der vergangenen fünf Jahre zeigt, dass die Anzahl der von Gewalt betroffenen Personen kontinuierlich ansteigt, der Anteil von Frauen betrug dabei zwischen 80 und 85 Prozent.

Julia Haberkorn, Gabi Plattner, LRin Gabriele Fischer und Elisabeth Stögerer-Schwarz (v.li.).
  • Julia Haberkorn, Gabi Plattner, LRin Gabriele Fischer und Elisabeth Stögerer-Schwarz (v.li.).
  • Foto: Land Tirol/Huldschiner
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Neues Frauenhaus im Oberland

Für Frauen und ihre Kinder stehen aktuell in den beiden Frauenhäusern Tirol, dem Tiroler Frauenhaus und jenem vom Verein Frauen helfen Frauen, insgesamt 47 Plätze zur Verfügung.
Wie vorab von den BezirksBlättern berichtet kommt mit dem Frauenhaus im Oberland nun eine neue Krisen- und Opferschutzeinrichtung hinzu, in dem fünf Frauen und deren Kinder Schutz und Betreuung finden. Der Start für die neue Anlaufstelle wird Anfang 2022 sein. Das Land Tirol finanziert das Projekt mit 250.000 Euro.

„Das Frauenhaus im Oberland wird stark mit dem Tiroler Frauenhaus vernetzt sein: Es wird eine gemeinsame Notrufnummer betrieben und – je nach individueller Situation und Auslastung der beiden Frauenhäuser – kann auch eine örtliche gegenseitige Verweisung stattfinden“, betont Gabi Plattner, Geschäftsführerin des Tiroler Frauenhauses.

Aus Opferschutzgründen werden die Orte der Frauenhäuser und Notwohnungen nicht bekanntgegeben.

Wichtige Kontakte und Links

Sämtliche Beratungs- und Hilfsangebote in Tirol unter www.gewaltfrei-tirol.at
Die Frauenhelpline ist rund um die Uhr zum Nulltarif erreichbar: 0800-222 555
Das Tiroler Frauenhaus ist unter der Nummer 0512/342112 rund um die Uhr erreichbar.
Das Gewaltschutzzentrum Tirol ist unter der Nummer 0512/571313 erreichbar.
Weitere Informationen auf www.gewaltschutzzentrum-tirol.at



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