Sämtliche Maßnahmen sollen bis zum Frühsommer 2020 abgeschlossen sein.
Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz vor Großrevision

2009 hat die TIWAG das Projekt zum Ausbau der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz eingereicht. Im Zuge der Erweiterung sind ein zusätzlicher Speichersee mit 31 Millionen m³ Fassungsvermögen sowie ein Pumpspeicherwerk geplant.
  • 2009 hat die TIWAG das Projekt zum Ausbau der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz eingereicht. Im Zuge der Erweiterung sind ein zusätzlicher Speichersee mit 31 Millionen m³ Fassungsvermögen sowie ein Pumpspeicherwerk geplant.
  • Foto: Tiwag
  • hochgeladen von Clemens Perktold

INNSBRUCK, SILZ. 38 Jahre nach Inbetriebnahme muss sich die Kraftwerksanlage Sellrain-Silz einer Großrevision unterziehen. Für die erforderlichen Maßnahmen liegen alle wasser- und naturschutzrechtlichen Genehmigungen vor. „Auch unsere Kraftwerke müssen einmal zum Service. Neben routinemäßigen Überprüfungs- und Instandhaltungsmaßnahmen wird die Bestandsanlage wieder auf den neuesten Stand der Technik gebracht, bevor wir mit dem geplanten Ausbau beginnen“, erklärt TIWAG-Vorstandsdirektor Thomas Gasser. Die Großrevision hat bereits im Jahre 2017 mit den Maßnahmen im Schachtkraftwerk Kühtai begonnen. Derzeit werden die von der Behörde vorgeschriebenen Absenkungen bzw. Entleerungen der beiden Speicher Finstertal und Längental vorbereitet. Diese sollen bis zum Juni 2020 abgeschlossen sein. Unter anderem wird beim Staudamm Längental die Oberflächenabdichtung erneuert und ein Großteil der im Laufe der Jahre eingelandeten Sedimente geräumt. Im Speicher Finstertal werden zeitgleich Adaptierungen am Triebwassereinlauf sowie Korrosionsschutzmaßnahmen in der Schieberkammer durchgeführt. Sämtliche Maßnahmen sollen bis zum Frühsommer 2020 abgeschlossen sein. Gasser: „Wir nützen diese Außerbetriebnahme der Anlage zugleich, um neue Ansätze für eine nachhaltige Sedimentbewirtschaftung des Speichers Längental umzusetzen. Eine vollständige Entleerung des Sees sollte dadurch künftig nicht mehr notwendig sein. Davon profitiert neben der Natur auch die Wirtschaftlichkeit des Kraftwerks.“

Vorarbeiten für Erweiterung

Ebenfalls startet die TIWAG mit den ersten vorbereitenden Maßnahmen für die geplante Erweiterung. Vor dem Sommer hat die zweite Instanz wieder grünes Licht gegeben. „Selbstverständlich warten wir die Letztentscheidung aus Wien ab. Der Beginn der Hauptbauarbeiten ist aus heutiger Sicht im Frühjahr 2021 geplant“, betont der zuständige Bauvorstand Johann Herdina.  Vorgezogen werden Ausgleichsmaßnahmen im Längental mit neuen Weideflächen und Laichbiotopen. Auch für die späteren Bauarbeiten notwendige Schutzmaßnahmen wie Steinschlagschutznetze und Lawinensprengmasten werden errichtet. In Stams laufen unterdessen die Bauarbeiten für ein zusätzliches Ausgleichsbecken. Dieses soll künftig den aus dem Kraftwerk Silz abgeleiteten Schwall reduzieren, bevor das Wasser in den Inn weitergeleitet wird. 2009 hat die TIWAG das Projekt zum Ausbau der Kraftwerksgruppe Sellrain-Silz eingereicht. Im Zuge der Erweiterung sind ein zusätzlicher Speichersee mit 31 Millionen m³ Fassungsvermögen sowie ein Pumpspeicherwerk geplant. Die Speicherkapazität kann dadurch um rund 50 Prozent erhöht werden.

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