Wasser-Farce im Kühtai

KÜHTAI. Ein "besonders drastischer Beweis dafür, wer das Sagen hat, wenn's ums Tiroler Wasser geht", ist für die GRÜNE Landtagsabgeordnete Maria Scheiber die jüngste Farce um die Errichtung eines Speicherteichs im Kühtai. Ein Liftbetreiber wollte Wasser für seine Beschneiungsanlagen in minimalen Mengen aus einem Stausee entnehmen und hatte mit der TIWAG bereits einen technischen Vorschlag ausgearbeitet - bis das Njet aus der Zentrale kam: Die internationalen Verträge machen ein solches Unterfangen unmöglich. "Was sind das für Verträge, aufgrund derer im Ausland über unser Wasser entschieden werden kann? Egal, ob die Verträge mit deutschen Atomstromkonzernen oder mit amerikanischen Trusts abgeschossen worden sind, das ist ja der helle Wahnsinn!" zeigt sich heute die GRÜNE Landtagsabgeordnete Maria Scheiber entsetzt über die Tatsache, dass die Oberhoheit über den Finstertaler Stausee sichtlich nicht mehr in Tirol liegt. Das bestätige die schlimmsten Befürchtungen: "Mit undurchschaubaren Verträgen gibt die TIWAG Stück für Stück die Verfügungsgewalt über unser Wasser, unsere Kraftwerke, kurz über unser Eigentum, ab", protestiert die GRÜNE Landtagsabgeordnete. "Zugegeben, wir Grüne sind keine Fans von Beschneiungsanlagen. Aber hier handelt es sich einfach um einen ökologischen und einen wirtschaftlichen ‚Schildbürgerstreich in Vollendung’", so Maria Scheiber kopfschüttelnd über diese "Natur- und Geldvernichtung pur". Es sei völlig unnötig, im Schwarzmoos einen weiteren Speicherteich in die Landschaft zu setzen, weil nicht einmal 4,1 Promille (!) des bestehenden, riesigen Wasserspeicher abgezwackt werden dürfen. Die GRÜNEN fordern öffentliche Aufklärung über die Besitzverhältnisse: "Mit wem wurden welche Verträge über welche Verpflichtungen abgeschlossen? Handelt es sich um Auswirkungen der skandalösen Cross-Border-Deals oder wer hat sonst das Sagen am Finstertaler Stausee?" pocht Maria Scheiber darauf, dass die TIWAG einen Teil ihres opulenten Öffentlichkeitsbudgets dafür reserviert, umfassend zu informieren. "Statt Hochglanzpropaganda ist jetzt unbeschönigte Aufklärung das Gebot der Stunde. Wenn die TIWAG tatsächlich nicht einmal mehr über ein paar Promille der im Kühtai gespeicherten Wassermenge entscheiden kann, ist das eine Bankrotterklärung", so die GRÜNEN Umweltsprecherin abschließend.

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