08.03.2017, 00:01 Uhr

Opfere dich auf - ER ist der Chef! Anlässlich des Weltfrauentages lohnt es sich genauer hinzuschauen, auf das Bild der Frau.

(ps). Originaltext aus einer Zeitschrift 1958: "Sind Sie die ideale Frau?
In einer Familie zählen nur die Bedürfnisse von einem einzigen, und das ist der EHEMANN."
Dieses Zeitalter, und noch viel schlimmere Zeiten, gehören der Vergangenheit an. Zeiten in denen Frauen nicht wählen durften, nicht am selben Tisch essen wie der Rest der Familie, keinen Führerschein machen oder eine ordentliche Ausbildung absolvieren durften. Der Weg zur Gleichberechtigung des"schwachen Geschlechts" war ein jahrhunderte langer Kampf. Ausgetragen von starken Persönlichkeiten, die stets ihrer Zeit voraus waren und Beschimpfungen, Strafen und Schlimmeres nicht scheuten und sich für ihre Überzeugung einsetzten. Ihnen verdanken wir es, dass die Gesellschaft ein ausgewogeneres Verständnis zu Themen wie gemeinsam geführter Haushalt, gemeinsame Kindererziehung und selbstverständliche Berufstätigkeit der Frauen hat. Dass heute selbst in provinziell gelegeneren Gegenden bereits jedes Mädchen die Möglichkeit haben sollte, die gleichen Ausbildungsstandarts zu genießen wie ein Junge, ist diesen Kämpferinnen zu verdanken. Der Auftrieb der Frau, vor allem seit den 1960gern, ist immer noch im Laufen. Schließlich ist die Gehaltsschere zwischen den Geschlechtern immer noch bedenklich groß.
Drei "Zeitzeuginnen" aus drei Generationen haben sich ausführlich aus ihrer Sicht zum unerschöpflichen Thema "Frau in der Gesellschaft" geäußert.

Sophia Reiter, 92 Jahre, aus Oetz:


"Zu meiner Zeit, ich bin 1925 geboren, hat man geschaut wie man über die Runden kam. Da hatte niemand etwas. Mädchen und Jungen haben viel gearbeitet, von klein auf. Eine Ausbildung war meistens nicht drin. Mit 23 Jahren habe ich geheiratet und drei Kinder bekommen. Wir haben eine Pension aufgebaut, die ich bis zur Übergabe an meinen Sohn betrieben habe. Die Frauen haben damals Wirtschaftsgeld vom Mann bekommen, damit musste man auskommen." Sie erzählte von harten und schönen Zeiten. "Aber heute", sagt sie, "heute sind die Frauen selbstsicherer als wir es waren, sie trauen sich mehr zu." Obwohl sie es nicht immer leicht hatte, strahlt sich tiefe Zufriedenheit aus. Sophia lebt seit fünf Jahren im Altersheim und sagt, sie habe dort das zweite zu Hause gefunden. Sehr gemütlich eingerichtet ist ihr Zimmer, voller Erinnerungen in Form von Fotos der Familie. Eine liebende Mama, Oma und Uroma.

Gudrun Lutz, 60 Jahre, aus Umhausen:


"Ich kam als junge Frau von Deutschland nach Österreich und hatte damals mit haarsträubenden bürokratischen Hindernissen zu kämpfen. Österreich war noch nicht bei der EU, so musste mein Mann beispielsweise für mich eine Bestätigung für tatsächlich gefahrene Kilometer ausstellen, sonst hätte ich den österreichischen Führerschein nicht bekommen." Heutzutage lächerlich, damals streng nach Vorschrift. Die Ausbildung, bzw. das Studium in Deutschland wurde hierzulande nicht angerechnet, alles von vorne.... Sie war bis zu den Kindern als Lehrerin berufstätig und engagierte sich von Anfang an aktiv im Dorfgeschehen. Die Zeit bei unseren drei Kindern zu Hause möchte sie nicht missen. "Das war damals üblich, dass die Frau bei den Kindern zu Hause bleibt, es war eine wertvolle Zeit." Gudrun ist seit längerem Gemeinderätin und kämpft in der Männerdomäne unter anderem für die Interessen der Familien in der Gemeinde.

Birgit Santer, 32 Jahre, aus Zwieselstein:


"Meine Generation kennt die Ungerechtigkeiten Frauen gegenüber größtenteils nur noch von Erzählungen. Ich führe das Gästehaus, mein Mann arbeitet als Baggerfahrer. Am Samstag bei der Abreise helfen wir zusammen, da brauche ich ihn sehr. Auch die Kindererziehung und den Haushalt machen wir gemeinsam, es ist schön, an einem Strang zu ziehen. "Nur in seltenen Fällen, wenn Gäste Schwierigkeiten machen, braucht es einen "Mann", meinen Mann. Aber wie gesagt, sehr selten. Ansonsten sind wir ein gleichberechtigtes Paar und wie sagt man so schön: Gemeinsam sind wir stärker."
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