26.11.2017, 12:11 Uhr

Vortragsabend über Adolf Trientl in der LLA

IMST (ps). Der als Mistapostel bekannt gewordene Adolf Trientl wurde vor 200 Jahren geboren und seine Lehren heben bis heute Bestand. Bei eingehender Beleuchtung seines Wirkens stieß der Vortragende und nach eigener Aussage Verehrer Treintls, Hans Haid aus Längenfeld, auf erstaunliche Erlebnisse und auch viel Unterhaltsames. Hans Haid kam im Zuge der Ausstellung in von ihm geleiteten Heimatmuseum in Längenfeld zu seltenen Niederschriften und beschäftigte sich intensiv mit dem gebürtigen Oetzer Geistlichen.

Die Schneebauern
Der spätere "Kurat zu Obergurgl" wurde 1817 als Sohn eines Landarztes geboren und studierte in Graz, Linz und Innsbruck. Er wurde in einer Zeit geboren, wo Armut alltäglich war, eine Straße für Einspänner (Pferdefuhrwerke) bis Längenfeld ging, auch Hochadel musste den Weg ins Hintere Ötztal damals zu Fuß bestreiten. Nachweislich war es im Geburtsjahr Trientls nur dreimal möglich in Gurgl schneefrei die Sonntagsmesse zu besuchen. Aus diesem Grund nannte man die Bauern damals auch die "Schneebauern". Der bereits ausgebildete, dennoch immer wissberierige Mistapostel verhalf den Einheimischen mit Torfgrabungen zu billigen Heizmaterial und schulte die Frauen in medizinischen und hygienischen Belangen, deren Männer in Forst-und Milchwirtschaft. Er war ein Visonär und dachte immer ganzheitlich. Als Kunstdünger empfahl er Knochenmehl und beim Ausbringen der Gülle solle man Gips zum Binden des Amoniak dazumengen. Grundsätzlich Ansätze, die bis heute Anwendung finden. Auch die Kaiserin erkannte sein Talent und beauftragte den Kuraten, sein Wissen als Wanderprediger im Land dem unwissenden Volk näher zu bringen.

Aufklärung der Dummköpfe
Er machte insgesamt vier Wanderungen und war, wie er einst niederschrieb, in jedem noch so versteckten und noch so kleinem Dorf seines Heimatlandes gewesen. Nicht nur einmal saß er alleine im Saal, worauf er seine Strategie änderte und ab sofort im Gasthaus seine Vorträge hielt. Von jedem einzelnen Ereignis findet man heute noch Niederschriften, die ein amysiertes Lächeln hervorrufen. So bezeichnet er die Bauern oft als "Plalle" oder sparch seine Zuhörer als Dummköpfe an. Entsprechend schnell verließen diese manchmal den Prediger und ignorierten seine Lehre. Als logische Konsequenz predigte er seine Lehren und erwiesenen Weisheiten schließlich von der Kanzel in seinen Messen.

Vortrag mit Herzblut
Hans Haid und die Schüler der dritten Klasse der LLA verstanden es, das Leben und Wirken des legendären Pfarrers gleichermaßen kurzweilig zu vermitteln wie in die Veränderung zur heutigen Zeit zu verstehen. Von der heute selbstverständlichen täglichen Körperpflege bis zur passenden Kuh in verschiedenen Regionen, der ausgewogenen Ernährung bis zur passenden Brille für jedermann setzte er seine gesammte Energie für die Bildung des Volkes ein. Als 80 jähriger verstarb Adolf Trientl schlißlich in Umhausen, eine Gedenktafel erinnert heute noch daran. Sein Lebenswerk lässt glühende Verehrer wie Haid und den ehemaligen Direktor der LLA, Rupert Staggl noch heute in euphorische Begeisterung verfallen. Den Schülern imponierte die ihnen nahegebrachte Lehre ebenso, was man bei ihren Vorträgen sehen konnte.
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