400 Jahre zum schwarzen Kameel

Das Betreiberduo Peter Friese und Martina Walli setzt auf bekannte Werte und Wohnzimmer-Charakter.
  • Das Betreiberduo Peter Friese und Martina Walli setzt auf bekannte Werte und Wohnzimmer-Charakter.
  • hochgeladen von Maximilian Spitzauer

INNERE STADT. Eine Wiener Institution wird 400 Jahre alt. Was als Gewürzgeschäft begann, ist nun einer der renommiertesten Genusstempel in ganz Wien. Die Rede ist vom Schwarzen Kameel. Über die Jahre fanden viele Wiener hier ein zweites Wohnzimmer. "Die Gäste fühlen sich bei uns wohl und deswegen versuchen wir, alles so zu lassen, wie es ist. Stellen Sie sich vor, jemand stellt Ihr Wohnzimmer um, das würde Ihnen ja auch nicht gefallen", scherzt Inhaber Peter Friese. Unter den vielen Stammgästen konnte er auch einige Politiker wie Alt-Bürgermeister wie Helmut Zilk oder Bundespräsidenten bei sich begrüßen. "Es kann sein, dass sie hohen Besuch zu uns bringen und am nächsten Tag mit den Kindern kommen", erzählt Friese.

Damit das auch weiterhin so bleibt, wird in den Innenräumen nur wenig verändert. Dafür gibt es jedes Jahr vor der Tür ein neues Kunstwerk zu sehen. Heuer steht noch bis zum Opernball am 8. Februar eine Spiegelbar vor der Tür. Organisiert wurde die In-#+stallation von Martina Walli, die für die kulturelle Bespielung im Schwarzen Kameel zuständig ist. Auf ein bestimmtes Highlight möchte sie sich nicht festlegen. Die Stöckelbar – ein Eisblock, in den abgebrochene Stöckel eingefroren wurden – sei definitiv ganz vorne dabei, aber "eigentlich ist jedes Kunstwerk ein Highlight für mich", meint Walli.

Ein Platz der Wiener

Das Schwarze Kameel steht in vielen Reiseführern. Trotzdem merkt man keinen Touristenstrom. "Egal, wie viele Touristen hierherkommen, es bleibt ein Platz der Wiener", so Friese. Und so, wie sich Wien über die Jahre verändere, verändere sich auch ihr Platz. Das alte Kaffeehaus, in dem man sieben Zeitungen lese, sei ausgestorben. "Mittlerweile betreiben wir ja eine Mischung aus Kaffeehaus und Restaurant", erklärt Friese. In Zukunft werde es immer wieder Veränderungen geben. Neue Geschäftsmodelle werden auftauchen, "aber trotzdem braucht man einen Ort, den man kennt, der sich nicht zu stark verändert".

Auch in der durchaus emotionalen Raucherdebatte gibt es eine eigene Meinung im Schwarzen Kameel, denn der kulinarische Hot-Spot ist ab Mai rauchfrei. "Wir werden das so durchziehen, wie es vorgesehen war", ist Friese überzeugt. Schließlich sei die Rauchergesellschaft bereits ein Teil der Vergangenheit. "Städte wie London oder Paris zeigen vor, dass es auch ohne Rauchen geht", wirft Walli ein. Allerdings wünscht man sich eine einheitliche Lösung für alle. "Dann wird es nämlich zur Konkurrenzfrage", so Friese. Viele Gäste aus dem Ausland seien schockiert, wie Rauchen nach wie vor in Österreich gehandhabt werde.

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