Stocker-Sager sorgt für Wut
Frauen-Streik vor Kanzleramt in Wien war "überwältigend"
- Faire Bezahlung, gerechte Verteilung von unbezahlter Sorgearbeit, ausreichende, leistbare und hochwertige elementarpädagogische Angebote und vieles mehr, das sind die Forderungen des Aktionsbündnis FRAUEN*Streiken.
- Foto: FRAUEN*Streiken
- hochgeladen von Sophie Ruzicka
Die Demo am Montagnachmittag aufgrund des Sagers von Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP), dass Kindererziehung keine Arbeit sei, war laut den Veranstaltern ein voller Erfolg. Die nächste Kundgebung von "FRAUEN*Streiken" ist bereits für Oktober angekündigt.
WIEN/INNERE STADT. Nachdem Bundeskanzler Christian Stocker (ÖVP) mit seinem Sager, dass Kinderbetreuung keine Arbeit sei, für Aufsehen sorgte, rief man am Montag, 10. August, zur gemeinsamen Kundgebung vor dem Kanzleramt. Laut Veranstalterin Elisabeth Klatzer vom Aktionsbündnis "FRAUEN*Streiken" waren etwa tausend Teilnehmende dabei.
Mit viel geballter Wut und Energie war der Zusammenhalt spürbar, so Klatzer. Stocker habe sich nach seinem Sager sofort entschuldigt, mehr dazu liest du unten. Dennoch bleibe ein bitterer Nachgeschmack.
Friedlicher Protest
Die Polizei bestätigt gegenüber MeinBezirk, dass der Protest ruhig verlaufen ist. "Es war überwältigend gestern (...) und eine Aufbruchsstimmung", verrät Elisabeth Klatzer. Sie und weitere Teilnehmende hätten auf "nötige Veränderungen hingewiesen". Etwa die unbezahlte Care-Arbeit zwischen den Eltern aufzuteilen, auf ein Recht auf einen Kinderbildungs- und -betreuungsplatz ab dem ersten Jahr, Karenzsplitting, Maßnahmen gegen Frauenarmut und die Hälfte der politischen Gestaltungsmacht in Frauenhände zu geben.
- "Es war so eine Aufbruchsstimmung, viel geballte Wut und Energie war spürbar, auch der Wille, das so nicht weiter hinzunehmen", verrät Elisabeth Klatzer.
- Foto: FRAUEN*Streiken
- hochgeladen von Sophie Ruzicka
"Geschlechterungerechtigkeiten sind kein Randthema. Sie entscheiden, wer am Ende des Monats weniger Geld hat. Wer beruflich zurückstecken muss. Wer später weniger Pension bekommt. Wer erschöpft ist. Wer keine Zeit für sich selbst oder für politische Arbeit hat. Wer Karrierechancen verliert. Und wer dann im Alter mit den kumulierten Konsequenzen dieser Ungleichheiten leben muss“, so Anna Majcan vom Aktionsbündnis "FRAUEN*Streiken".
Dass Frauen streikbereit sind, zeigt das Aktionsbündnis und ruft unter diesem Motto erneut am 24. Oktober zur Demo ab 17 Uhr vor dem Parlament.
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