Sonderausstellung zum Holocaust-Gedenktag
Freier Eintritt ins Haus der Geschichte

Im Jahr 2018 wurden in der Malzgasse 16 Kellerräume entdeckt, die vollständig mit Abbruchmaterial aufgeschüttet waren. Der Aushub brachte erstaunliche Fundstücke zu Tage
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  • Im Jahr 2018 wurden in der Malzgasse 16 Kellerräume entdeckt, die vollständig mit Abbruchmaterial aufgeschüttet waren. Der Aushub brachte erstaunliche Fundstücke zu Tage
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Als klares Zeichen des Gedenkens an die Opfer des Holocaust und für die Mitverantwortung Österreichs an den Verbrechen des Nationalsozialismus ermöglicht das Haus der Geschichte Österreich am Sonntag, 26. Jänner 2020 den Besuch bei freiem Eintritt. Grund ist der Holocaust-Gedenktag am Montag.

INNERE STADT. Am 27. Jänner 1945 befreiten sowjetische Truppen das Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau, wo mehr als eine Million Menschen ermordet wurden, darunter auch mehr als 10.000  Österreicher. Aus Österreich stammten allerdings auch Täter.

Das hdgö zeigt die Ausstellung „Nicht mehr verschüttet. Jüdisch-österreichische Geschichte in der Wiener Malzgasse“ – ein einzigartiger Fund aus einem bis vor kurzem verschütteten Kellerraum der ehemaligen Synagoge im 2. Bezirk.

Gefunden wurden Überreste des weltweit ersten Jüdischen Museums, ebenso wie Wurfbrandsätze der Novemberpogrome. "„Der Holocaust ist zentraler Bestandteil der österreichischen Geschichte. Der kontinuierlichen Auseinandersetzung mit diesem „Zivilisationsbruch“ hat das hdgö eine eigene Fläche gewidmet – das Alma-Rosé-Plateau, den Altan der Neuen Burg kontextualisiert, wo Adolf Hitler am 15. März 1938 die „Anschlussrede“ hielt. Der Holocaust begann mitten in Wien. Von hier aus wurden die Opfer in die Vernichtungsorte deportiert“," sagt Direktorin Monika Sommer." „Die Republik Österreich hat eine klare Verantwortung, die Geschichtsvermittlung zu stärken, um die Demokratie zu festigen. Antisemitismus hat in dieser Republik, die sich der Befreiung vom NS-Terror vor 75 Jahren verdankt, keinen Platz.""

Die Sonderausstellung im Detail

Die Malzgasse 16 im zweiten Wiener Gemeindebezirk ist ein Ort jüdisch-orthodoxen Glaubens und der jüdisch-orthodoxen Bildung. Hier befindet sich ein Kindergarten für Mädchen und Buben sowie eine Volks- und Neue Mittelschule für Buben, beide Einrichtungen werden vom Israelitischen Tempel- und Schulverein Machsike Hadass geleitet. Schon in den 1870er Jahren befand sich an dieser Adresse bis 1938 eine Talmud-Thora-Vereinsschule.

Im Jahr 2018 wurden in der Malzgasse 16 Kellerräume entdeckt, die vollständig mit Abbruchmaterial aufgeschüttet waren. Der Aushub brachte erstaunliche Fundstücke zu Tage:

Im Schutt befanden sich Gegenstände aus der ehemaligen Schule, der ehemaligen Vereinssynagoge und dem an dieser Adresse eingemieteten ersten Jüdischen Museum in Wien. Viele Fundstücke sind beschädigt, zerbrochen, angesengt – sie sind Zeugnisse nationalsozialistischer Verfolgung und Vernichtung.

Im Zuge des Novemberpogroms verwüsteten Nationalsozialisten die Schule und die Synagoge und steckten sie in Brand. Die Israelitische Kultusgemeinde hatte anschließend auf Order der NS-Machthaber das Gebäude für ein Alters- und Siechenheim herzurichten. Der Schutt wurde in den Keller des Hauses verbracht, der anschließend zugemauert wurde.

80 Jahre nach der Zerstörung dieses jüdischen Ortes ist durch das Auffinden der Räume und Gegenstände die Geschichte der Malzgasse 16 nun nicht mehr verschüttet. Die Funde wurden professionell gereinigt, zu einzelnen Objekten konnte bereits geforscht werden, viele Fragen bleiben bis auf weiteres offen: Weshalb wurden die Objekte, Bücher und Gebrauchsgegenstände mitverschüttet? Was verbirgt sich hinter der Ascheschicht?

Haus der Geschichte
Neue Burg, Heldenplatz, 1010 Wien
Sonntag 10–18 Uhr
Eintritt frei

Autor:

Ernst Georg Berger aus Hernals

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