Karriere mit Kochlehre: "Mein Beruf ist kein Ponyhof"

Nach ihrer Ausbildung möchte Sabrina aufs Schiff gehen, Richtung Amerika. Ihr Traum: kochen und die Welt sehen.
  • Nach ihrer Ausbildung möchte Sabrina aufs Schiff gehen, Richtung Amerika. Ihr Traum: kochen und die Welt sehen.
  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Nicole Gretz-Blanckenstein

INNERE STADT. Sabrina Forster steht in der Küche des Hotel Bristol und wäscht den Salat. Akribisch wird jedes Blatt genau unter die Lupe genommen. Hat es einen braunen Fleck oder ist es lätschert, wird es sofort aussortiert. Als Gardemanger kümmert sie sich um Salate, Dressings und kalte Platten. Bereits mit sieben Jahren wusste sie, dass sie Köchin werden möchte: "Ich war mit meiner Familie oft in Griechenland und Kroatien auf Urlaub. Die Köche in den Restaurants haben mit einer derartigen Leidenschaft ihre Arbeit verrichtet, das hat mich einfach fasziniert und nicht mehr losgelassen."

Bevor Sabrina mit ihrer Lehre im Bristol begonnen hatte, war sie bereits zwei Jahre in der Hotel- und Tourismusschule Modul. Die Praxis hat ihr von Anfang an sehr gut gefallen, besser als die Theorie. Die acht Stunden Praxis in der Woche waren der zielstrebigen Sabrina einfach nicht genug. Kurzerhand entschloss sie sich für die Lehre.

Von der Theorie zur Praxis

Nachdem Sabrina schon immer in den Fünf-Sterne-Luxussektor wollte, sah sie sich nach einer für sie passenden Lehrstelle in ganz Österreich um. Das Hotel Bristol stand bei ihr an oberster Stelle. Nach einigen Probetagen war für Sabrina klar: Hier möchte sie sich ausbilden lassen. "Einerseits weil mir die Küche sehr gut gefallen hat, andererseits weil der Küchenchef und das ganze Team mir auf Anhieb sympathisch waren." Dementsprechend froh war sie, als sie im Mai 2017 die Zusage für eine Lehrstelle erhielt. Auf die Frage, wie denn ihr Arbeitstag aussehe, sagt sie: "Im Prinzip sind die ersten Handgriffe immer gleich. Ich baue meinen Posten auf, wasche die Salate und stelle sie in die Kühlung. Dann rühre ich Dressings an und fülle sie ab. Um 12 Uhr startet dann das Mittagsgeschäft."

Nach neun Monaten steht wahrscheinlich im Februar eine Veränderung an. Da neue Lehrlinge ins Hotel kommen, wird Sabrina aller Voraussicht nach einen neuen Posten erhalten. "Mein nächster Wunschposten ist der Entremetier –#+der sogenannte Beilagenkoch", verrät Sabrina. Auf die Frage, ob das Bild, das sie von der Kochlehre gehabt habe, auch erfüllt worden sei, nickt die junge Köchin: "Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht. Ich war bis jetzt keinen Tag arbeiten."

Für all jene, die mit einer Kochlehre liebäugeln, hat Sabrina ein paar Tipps:
• Man sollte gleich mehrere Probetage vereinbaren, damit man ein Gefühl für den Job bekommt.
• Man darf sich nicht unterkriegen lassen.
• Auch wenn man anfangs nur kleine Tätigkeiten ausüben darf – es sind die Kleinigkeiten, die zum großen Erfolg führen.

"Wer Koch bzw. Köchin werden möchte, dem sollte vorab eines klar sein: Das ist kein Ponyhof. Es ist heiß und phasenweise echt stressig, aber es ist ein sehr schöner Beruf", lächelt Sabrina und eilt auch schon wieder an ihren Posten, um das Mittagsgeschäft vorzubereiten.

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