Kabarett
Michael Niavarani ist zurück im Simpl

ichael Niavarani (l.) ist nun Eigentümer und künstlerischer Leiter des Simpl. Unterstützt wird er von Conférencier Joachim Brandl.
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  • Foto: Markus Spitzauer
  • hochgeladen von Maximilian Spitzauer

Star-Kabarettist Michael Niavarani hat das Simpl übernommen. Was seine Pläne für das Theater sind und was für Überraschungen die neue Spielzeit bereithält.

INNERE STADT. Michael Niavarani ist nicht nur ein jenseits der Landesgrenzen bekannter Kabarettist, sondern auch Theaterdirektor. Zusammen mit Georg Hoanzl leitet er das Globe in der Marx Halle, wo er regelmäßig eigene Produktionen auf die Beine stellt und aufführt. Wenn er dabei nicht selbst auf der Bühne steht, sind andere hochkarätige Kabarettisten am Werk.
Jetzt hat er sich dazu entschieden, die Leitung einer weiteren Kulturinstitution zu übernehmen: Künftig wird das "Kabarett Simplicissimus" – dessen eher leidiger Name einfach mit "Simpl" abgekürzt wird – von Niavarani geführt.

Nicht zum ersten Mal, wohlgemerkt. Bereits vor 15 Jahren war er künstlerischer Leiter des Hauses. "Die Stiegen zum Simpl hinunterzugehen, ist wie nach Hause zu kommen", sagt Niavarani. Der ehemalige Eigentümer trat an den Kabarettisten heran und fragte ihn, ob er das Haus nicht übernehmen wolle, was für Niavarani eine klare Entscheidung war. "Es hat sich richtig angefühlt", sagt der neue Simpl-Chef, "und da ist keine besondere Strategie dahinter."

Viel vor im Simpl

Als neuer Chef möchte Niavarani das Kabarett oder vielmehr die Revue ins 21. Jahrhundert holen. "Mit 20 Jahren habe ich es aus den 1970er-Jahren geholt und jetzt gebe ich dem Ganzen einen Push und hole es in die Gegenwart", so der Kabarettist. Ganz einfach erklärt: "Wir wollen die Leute gut unterhalten." Als Paradebeispiel zieht Niavarani "Game of Thrones" heran: Die Hit-Serie aus den Vereinigten Staaten bekommt mitten in Wien eine Parodie. "Eigentlich ungewöhnlich für das Simpl."

Gerade in der Revue werden aktuelle Themen eine große Rolle spielen – darunter auch die Politik, in der es zurzeit drunter und drüber geht. "Hätte ich das gewusst, hätte ich mit der neuen Spielzeit vielleicht zwei Wochen später begonnen", lacht Niavarani. In Wahrheit müsse man sich für jede Revue eine eigene Karte kaufen, weil sich die Nummern jederzeit ändern könnten. "Wir wissen ja nicht, kommt die Angelobung, kommt keine, kommt eine Expertenregierung oder kommen irgendwelche Deppen", zählt Niavarani Möglichkeiten auf.

Die zukünftigen Gäste können sich aber auf jeden Fall auf einige Neuheiten freuen. "Es wird auch immer wieder Überraschungen geben. Ich glaube, allein, dass wir eine Parodie von Game of Thrones machen, ist überraschend", sagt Niavarani. Auch – ungeplante – Gastauftritte von Kollegen sind geplant. Der Chef will sich selbst aber, soweit es geht, von der Bühne fernhalten.
Nur eines bereitet Niavarani noch Sorgen: "Wir haben uns noch nicht überlegt, was es bei der Eröffnung zu essen geben wird. Es ist unglaublich wichtig für eine Spielzeit, dass die Leute, die nichts zahlen, auch noch gratis etwas Gutes zu essen bekommen", lacht der neue Simpl-Chef.

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