Kommerz statt Tradition
Immer mehr Wiener Betriebe verlassen die Innenstadt
- Am Graben zieht es immer mehr Luxusmarken an.
- Foto: konoplizkaya/Panthermedia
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Die Innere Stadt ist wenig von Leerstand betroffen. Traditionsbetriebe verlassen den Bezirk aber immer öfter. Vor allem steigende Mietpreise dürften hier ein Problem darstellen.
WIEN/INNERE STADT. In den vergangenen Jahren verließen immer mehr Traditionsbetriebe die besten City-Lagen. Alleine 2025 verschwanden Namen wie Freytag & Berndt, die ÖBV-Buchhandlung oder „Zur Schwäbischen Jungfrau“ aus dem Bezirksbild. Diese Entwicklung ist dabei kein Zufall, sondern das Ergebnis des massiven wirtschaftlichen Drucks.
Ein wesentlicher Faktor für diese Verdrängung sind die Immobilienpreise. Innerhalb weniger Jahre sind die Mieten in den Top-Lagen um bis zu 55 Prozent gegenüber den Vorjahren gestiegen, wie die Wiener Wirtschaftskammer (WKW) erklärt – im Durchschnitt um 36,27 Prozent mehr seit 2020.
Wenig Leerstand
Für viele Traditionsunternehmen sind diese Fixkosten kaum noch zu erwirtschaften. Die Folge ist eine steigende Konzentration von globalen Mode- und Lifestyle-Marken am Graben oder auf der Kärntner Straße. Im „Goldenen Quartier“ und am Kohlmarkt hat sich zudem ein exklusives Luxussegment mit Marken wie Gucci und Louis Vuitton etabliert, erklärt die WKW.
Trotz des Verschwindens altbekannter Namen ist der Bezirk nicht von Leerstand betroffen. Laut Daten des WKW-Portals „freielokale.at“ lag die Leerstandsquote im Jahr 2025 bei lediglich 4,8 Prozent.
- Immer mehr große Ketten und weniger Tradition: so entwickeln sich die Einkaufsstraßen der City. (Archiv)
- Foto: Antonio Šećerović/MeinBezirk
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Dieter Steup, Bezirksobmann der WKW, sieht in dieser Fluktuation einen natürlichen Prozess: „Eine Rotation ist aufgrund von Generationswechsel bzw. der sich verändernden Konsumentenwelt nicht nur normal, sondern auch notwendig.“ Wirtschaftlich betrachtet sei Leerstand „evident und auch gesund“. Er schaffe den nötigen Raum für neue Konzepte in einer sich wandelnden Handelswelt, erklärt er.
Die Lage macht's
Die Vermietung erfolgt jedoch nicht überall im gleichen Tempo. Während die Wollzeile nahezu vollvermietet ist, verzeichnen Straßen wie die Wipplingerstraße oder die Ringstraße eine länger andauernde Rotation. Im Durchschnitt dauert es vier bis sechs Monate, bis ein Geschäftslokal neu besetzt wird. Dabei zeigt sich ein klarer Trend: Kleine Einheiten finden deutlich schneller Nachmieter als großflächige Objekte, da das finanzielle Risiko für die Betreiber geringer ausfällt.
Abschließend bleibt also zu sagen: Der Tourismus sichert zwar eine belebte Innere Stadt, die daraus folgenden steigenden Kosten machen es für Traditionsbetriebe aber auch immer schwieriger, ihre Lagen zu halten.
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