28.10.2017, 06:00 Uhr

Partyschiff: Streit um Verschrottung geht weiter

Seit dem Brand 2012 ist das Partyschiff ungenutzt. Ein neuer Eigentümer will das nun ändern.

Die Auseinandersetzung am Donaukanal geht in die nächste Runde. Nun hat der Besitzer gewechselt.

INNERE STADT. Schon viel zu lange liegt das Partyschiff ungenutzt am Donaukanal und rostet vor sich hin. Die Eingänge sind verrammelt. Der Dampfer aus dem Jahr 1853 ist durch Schmierereien und die Witterung unansehnlich geworden. Seit Jahren liefert sich die Stadt Wien einen Rechtsstreit mit dem Eigentümer Norbert Weber, der die Stadt auch schon bei der Copa Cagrana mehrere Jahre lang hingehalten hat. Mittlerweile hat Weber seinen Nachnamen durch Heirat auf Waldenburg geändert. Nun schien diese traurige Geschichte endlich ausgestanden zu sein. Doch die Verschrottung könnte sich erneut verzögern. Der Grund: Ein neuer Eigentümer, Immobilieninvestor Jamal Al-Wazzan, will den Abtransport in letzter Sekunde verhindern und möchte dem Schiff wieder zu neuem Glanz verhelfen.

Seitens der Stadt Wien ist im Fall Partyschiff das Büro von Stadträtin Ulli Sima (SPÖ) verantwortlich. Dort gehe man trotz der neuen Personalie Al-Wazzan weiter von der zeitgerechten Verschrottung aus, bestätigt Mediensprecherin Anita Voraberger: "Der Bescheid wurde ordnungsgemäß zugestellt. Der Eigentümer hat nun drei Wochen Zeit, um diesem Folge zu leisten. Alles ist genau im Zeitplan." Sollte der Abtransport des Partyschiffs trotzdem nicht erfolgen, werde die Stadt Wien die Räumung auf Kosten des Eigentümers vornehmen. "Wir kennen Herrn Weber sehr gut und wir kennen auch seine Verschleppungs- und Vernebelungstaktiken. Es ist aber nur noch eine Frage der Zeit, bis das rostende Schiffswrack endlich Geschichte sein wird."

Chronologie der Ereignisse

Früher war der Dampfer Johann Strauss eine beliebte Party-Location am Donaukanal, ehe nach einem Brand 2012 der Betrieb eingestellt werden musste. Besitzer Waldenburg (ehemals Weber) gelang es in der Folge nicht, sein Partyschiff wieder flottzumachen. Gegen seine Firma, die Boardwalk Entwicklungs GmbH, läuft seit längerer Zeit ein Exekutionsverfahren wegen zahlreicher Rückstände.

Unklare Situation

Deshalb ist die Johann Strauss mittlerweile von der Stadt Wien gepfändet worden, wodurch das Partyschiff gar nicht verkauft werden hätte können. Waldenburg hat nach eigenen Angaben die Johann Strauss aber schon 2011 von seiner eigenen Firma erworben. Der Bescheid der Stadt Wien richte sich darum alleine gegen die Boardwalk Entwicklungs GmbH und sei daher eine ganz andere Angelegenheit.

Das Büro von Immobilieninvestor Jamal Al-Wazzan bestätigt unterdessen den Erwerb der Johann Strauss. Wie die Sanierung des Partyschiffs genau aussehen werde und welches Konzept später umgesetzt werden solle, darüber könne derzeit leider nichts gesagt werden: "Herr Al-Wazzan ist erst wieder nach dem 7. November in Wien und kann dann über die zukünftige Nutzung eine öffentliche Auskunft erteilen", so eine Mitarbeiterin. Es bleibt also abzuwarten, wie es mit der Johann Strauss, dem einstigen Stolz der österreichischen Marine, weitergehen wird.
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Karl H. aus Simmering | 28.10.2017 | 22:03   Melden
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