Neues Schutzhaus für Zwangsprostituierte in Innsbruck

Sr. Anna Mayrhofer, Sr. Andrea Bezáková und Sr. Patricia Erber
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INNENSTADT (jub). Extreme Armut und Notsituationen, falsche Versprechungen und die Hoffnung auf ein besseres Leben sind die Beweggründe, die Frauen dazu bringen, ihre Heimatländer zu verlassen. Ihre Hilflosigkeit wird dabei oft auf das Grausamste ausgenutzt. Mithilfe finanzieller Abhängigkeit oder Androhung von körperlicher oder psychischer Gewalt werden Frauen in ausbeuterische Beziehungen oder in die Prostitution gezwungen und so ihrer Rechte und Würde beraubt. Diesen Frauen will der Verein Solwodi (Solidarity with women in distress) nun auch in Innsbruck eine Schutzwohnung und eine Beratungsstelle bieten. Insgesamt sollen fünf Frauen mit ihren Kindern darin eine Zuflucht finden.

Anonyme Hilfe beim Ausstieg

Das Angebot soll Frauen beim Ausstieg aus der Prostitution helfen. Die Schutzwohnung bietet eine Unterkunft, in der sie zur Ruhe kommen und Hilfe bei der Bewältigung und Normalisierung des Lebensalltags und der Entwicklung von neuen Lebensperspektiven erhalten. Das Beratungsangebot ist anonym und kostenlos. Um die Sicherheit der Frauen zu gewährleisten, wird der Standort der Schutzwohnung nicht öffentlich gemacht.

Neues Gesetz straft Frauen noch härter

Kritisiert wurde im Rahmen der Vorstellung am 23. Mai auch das neue Gesetz zur Eindämmung des Innsbrucker Straßenstrichs. Dieses sieht vor, die Freier mit Geldstrafen von bis zu 4.000 Euro zu bestrafen, aber auch die Strafen für die Prostituierten selber sollen angehoben werden, um das Geschäft für die Zuhälter zu zerstören.
"Damit bestraft man die eh schon ärmsten Frauen noch härter", verurteilt Sr. Anna Mayrhofer das neue Gesetz. Diese Frauen seien ohnehin schon hoch verschuldet und haben keinen Zugang zum Arbeitsmarkt. Ihnen bleibt dadurch nichts anderes übrig, als noch mehr Freier zu bedienen, um ihre Schulden, die ihnen durch die höheren Strafen entstehen, abzuarbeiten. Ein Teufelskreis, der auf die Kosten der ausgebeuteten Frauen geht.

Sr. Anna Mayrhofer, Sr. Andrea Bezáková und Sr. Patricia Erber

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