Orden "Kaiserin Milica" für Innsbrucker Heldin

Diana Budisavljevic, geborene Obexer (15.01.1891 - 20.08.1978)
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INNSBRUCK / BELGRAD Die Serbisch-Orthodoxe Kirche mit ihrem Sitz in Belgrad hat die gebürtige Innsbruckerin Diana Budisavljevic, geborene Obexer, mit dem Orden "Kaiserin Milica" posthum ausgezeichnet.

Diana Budisavljevic rettete im Zweiten Weltkrieg 12.000 Kinder aus den Todeslagern des Ustascha Regimes.

Frau Budisavljevic, die die erste Preisträgerin dieses Ordens ist, bekam Zutritt ins Todeslager von Jasenovac und andere Todeslager im damaligen Unabhängigen Staat Kroatien (USK bzw. NDH) aus denen sie tausende serbische, jüdische und Roma Kinder rettete.

Der Orden "Kaiserin Milica" wird an Diana Budisavljevic, nach dem Vorschlag von einem serbisch-orthodoxen Bischof auf Grund der Studie "Diana Budisavljevic und ihre Rettungsaktion von 1941-1945 im nationalsozialistischen Kroatien" verliehen. Die Studie erarbeitete die Kommission für Jasenovac in Zusammenarbeit mit dem Museum der Holocaustopfer in Belgrad.

Frau Budisavljevic rettete von 1941 bis 1945 insgesamt 15.536 Mädchen und Jungen, von denen letztendlich 3.200 nach eineinhalb verbrachten Jahren im KZ nicht überlebten.

Diana Budisavljevics Familie war selbst durch das Ustascha Regime gefährdet, doch als Diana von den Zuständen in den kroatischen KZs mitbekommen hatte, entschloss sie sich 1941 etwas dagegen zu unternehmen.

Sie leitete zusammen mit ihren Mitarbeitern die private Aktion "Diana Budisavljevic" ein, mit der sie auf der einen Seite den Häftlingen der KZs verschiedenste Hilfsgüter zuschicken lies, auf der anderen Seite kümmerte sie sich um die zurückgelassen Kinder der ins Deutsche Reich deportierten Frauen.

Mit Hilfe der Jüdischen Kultusgemeinde Zagreb bekam sie Zutritt zu den Lagern in denen die Kinder zurückgelassen wurden. So gelang es ihr tausende Kinder aus den Lagern zu holen und diese in Heimen und bei kroatischen Familien unterzubringen um sie so zu retten.

Sehr wichtig zu erwähnen ist, dass Diana eine sehr genaue Kartei mit den Namen der Kinder und mit ihren Fotografien führte, mit der die überlebenden Mütter ihre Kinder nach dem Krieg wiederfinden konnten.

Im Gegensatz zum deutschen Unternehmer Oskar Schindler, der 1.200 jüdische Zwangsarbeiter aus Tschechien und Polen vor der Ermordung in den KZs bewahrte oder zur polnischen Krankenschwester Irena Sendler die 2.500 jüdische Kinder aus den Warschauer Ghettos rettete, hörte man noch lange nach dem zweiten Weltkrieg so gut wie gar nichts von Diana Budisavljevic-Obexer.

Die heldenhafte Tat von Diana Budisavljevic ist ohne jeden Zweifel eine der größten humanitären Aktionen während des Zweiten Weltkriegs, die leider in unserer, sowie in der Weltöffentlichkeit unbekannt blieb.

Dianas Enkelin, Silvia Szabo veröffentlichte 2003 in Zagreb das "Tagebuch von Diana Budisavljevic 1941-1945" in dem man 388 Aufzeichnungen finden kann, die ihre selbstlose und mühsame Arbeit beschreiben. Von da an begann ein signifikantes geschichtliches Interesse für die Heldentat dieser Frau.

Neben dem Orden "Kaiserin Milica", der der Tirolerin von der serbisch-orthodoxen Kirche posthum verliehen wird, wurde vor einigen Tagen auch eine Straße in Belgrad nach Diana Budisavljevic benannt, wobei sehr erwähnenswert ist, dass ab dem 28. Mai nächsten Jahres ein Film über Dianas Heldentat unter dem Namen "Kinder ohne Namen" unter serbischer Regie entstehen soll.

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Diana Budisavljevic, geborene Obexer, wurde am 15. Jänner 1891 in Innsbruck geboren, wo sie nach dem Volks- und Mittelschulabschluss auch die Ausbildung zur Krankenschwester im Allgemeinen Innsbrucker Krankenhaus absolvierte.

Während dieser Zeit lernte sie den Assistenzarzt und gebürtigen Serben Dr. Julije Budisavljevic kennen den sie 1917 heiratete. Sie zogen 1919 nach Zagreb in das heutige Kroatien, wo Dr. Budisavljevic an der Medizinischen Universität tätig war.

Sie zog 1972 mit ihrem Mann wieder nach Innsbruck, wo sie bis zu ihrem Tod 1978 im Gebäude mit der Anschrift Anichstraße 24 lebte.

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