Haubenlokale (mit Detailbewertung)
Zehn Innsbrucker Restaurants mit "Gault&Millau"-Auszeichnung

Christop Bickel (Oniriq) mit Matthias Pöschl (Agrarmarketing Tirol)
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  • Christop Bickel (Oniriq) mit Matthias Pöschl (Agrarmarketing Tirol)
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INNSBRUCK. In Tirol wurden 102 Restaurants vom "Gault&Millau" mit Hauben ausgezeichnet. Ein Lokal mit vier Hauben, neun Lokale mit einer Haube und ein Tipp. Hier sind die zehn Haubenlokale in der Landeshauptstadt?

Die Haubenlokale

4 Hauben (17 Punkte) Oniriq, Bürgerstraße
1 Haube (12,5 Punkte) Lichtblick, Rathausgalerien, Maria-Theresien-Straße
1 Haube (12,5 Punkte) Sitzwohl, Gilmstraße
1 Haube (12,5 Punkte) Gaia Cuisine, Höttinger Gasse
1 Haube (12 Punkte) Das Schindler, Maria-Theresien-Straße
1 Haube (12 Punkte) die Wilderin, Seilergasse
1 Haube (12 Punkte) Fischiff, Fruchthof, Josef-Wilberger-Straße
1 Haube (12 Punkte) Il Convento, Franziskanerplatz, Burggrgaben
1 Haube (11,5 Punkte) Café Sacher, Altstadt, Rennweg
1 Haube (11,5 Punkte) Sensei, Maria-Theresien-Straße

Oniriq: Christoph Bickel bekommt 4 Hauben.
  • Oniriq: Christoph Bickel bekommt 4 Hauben.
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Neueinsteiger

Das "Oniriq" mit Christoph Bickel und seinem Team in der Bürgerstraße darf sich nicht nur über die Topbewertung freuen sonder ist als "Neueinsteiger" mit seinen vier Hauben eine tolles Aushängeschild für die Innsbrucker Spitzeküche. Ebenfalls neu in der Haubenfamilie ist das Gaia Cousine von Sanyo Nagpal & Eva Martvonova in der Höttinger Gasse und das "Fischiff" beim Fruchthof und dem Team Team rund um Küchenchef Reinhard Hamun – mit Sous Chef Ibrahim „Ibi“ Cisse, Jehon „Joe“ Pejani, Martin Präger und Serafin Schwaninger.

Tiroler Qualitätsprodukte werden im Restaurant Oniriq auf Haubenniveau zubereitet.
  • Tiroler Qualitätsprodukte werden im Restaurant Oniriq auf Haubenniveau zubereitet.
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Qualität Tirol

„Lebensmittel mit dem Gütesiegel ‚Qualität Tirol‘ erfüllen den Wunsch nach einem echten, regionalen Genusserlebnis. Gastronomen wie Christoph Bickel tragen dazu bei, dass die Alpine Küche in Kombination mit regionalen Produkten zu einem nachvollziehbaren, ehrlichen, kulinarischen Erlebnis wird,“ so Matthias Pöschl, Geschäftsführer der Agrarmarketing Tirol.

Toplokale

Neben aktuell fünf Restaurants in Österreich, die im Gault&Millau 2022 die Top-Bewertung von fünf Hauben (19 Punkte) erreicht haben, reihen sich 11 Spitzenbetriebe, die mit 18,5 Punkten (vier Hauben) bewertet wurden. Darunter auch das Gourmetrestaurant Stüva, das mit konstanter Qualität das Vorjahresergebnis von 18,5 Punkten halten konnte. Benjamin Parth gehört damit zum Spitzenfeld jener 18 Köche Österreichs, die im Gault&Millau 2022 mit 18,5 oder 19 Punkten ausgezeichnet wurden. Mit dieser Bewertung ist Benjamin Parth die Nummer 1 in Tirol.

Die Gault&Millaut-Detailwertung

Im Restaurant-Guide 2022 von Gault-Millau werden die Innsbrucker Lokale im Detail bewertet.
CAFÉ SACHER INNSBRUCK 11,5/20
Dieser Name steht für Österreichs einstige kaiserliche Glanzzeiten wie kaum ein anderer. Damit auch unweigerlich verbunden ist die traditionsreiche „Original Sacher-Torte“ samt Wiener Kaffeehauskultur. Darüber hinaus lässt es sich hier, unweit des Goldenen Dachls, auch typisch österreichisch essen: Wiener Schnitzel, wunderbares Backhendl, Erdäpfelsuppe „Franz Sacher“ und Saftgulyas mit Semmelknödel. Auch das Frühstück präsentiert sich gemäß Wiener Gepflogenheiten: von traditionell bis hin zum Katerfrühstück mit kleinem Bier und Gulasch samt Gebäck ist alles vertreten.

DAS SCHINDLER > 12/20
Café/Bar/Restaurant
Koch: Thomas Knittl
Mitten in Innsbruck ist das Schindler (Restaurant plus Café und Bar) ein Ort, an dem man sich von früh bis abends kulinarisch verwöhnen lassen kann. Mit großem Augenmerk auf den Einsatz regionaler Zutaten hat man hier die Wahl zwischen einem ansprechenden, jahreszeitengerechten Menü sowie einem vielseitigen, internationalen À-la-carte-Angebot. Vom geschmacksintensiven, geflämmten Filet vom Sashimi Tuna über ein zartes Rehragout mit frischen Eierschwammerln hin zu einer gekonnten Crème brûlée ein gelungener Abend. Eine schonende Zubereitung, um die Ursprünglichkeit der Grundzutaten zu erhalten, ist das Credo der Küche. Und das funktioniert.
à la carte: 10–40 €

DIE WILDERIN > 12/20
Christoph Zingerle und Thomas Michler
Als „Jäger“, „Fischer“ und „Sammler“ bezeichnet sich das Team der Wilderin im Herzen von Innsbruck selbst. Versteckt in der Altstadt, entdecken neben den Einheimischen bestenfalls Reisende mit gutem Blick das kleine Lokal. Wer es jedoch gefunden hat, wird reichlich belohnt: zum einen mit der Originalität des Betriebs, zum anderen mit einer authentisch regionalen Küche. Die Speisekarte ist klein und übersichtlich. Angeboten wird strikt, was regional und saisonal verfügbar ist. Die Herkunft ist bei jedem Gericht konsequent auf der Karte angeführt. Verarbeitet wird – eh nicht anders vorstellbar – von Nose to tail das ganze Tier. Doch auch Vegetarier kommen mit den kreativen und ungewöhnlichen Gerichten voll auf ihre Kosten.
à la carte: 6,50–26 €

FISCHIFF N 12/20
Koch: Reinhard Hamun
Liebhaber von Fisch- und Seafood kommen im modernen Restaurant in Innsbruck voll auf ihre Kosten. Der Fisch wird von Küchenchef Reinhard Hamun im Fruchthof nebenan eingekauft und gleich verarbeitet – frischer geht es wohl kaum. Gerne trifft man sich hier zum Lunch. Doch besonders abends ist das reichhaltige und kreative Angebot ein echtes Highlight der Innsbrucker Gastroszene. Neben den Fischspezialitäten gibt es auch vegetarische Gerichte sowie ausgesuchte Fleischgerichte und tolle Desserts. Die Weinkarte kann sich sehen lassen. So wird trotz der durchaus urbanen Umgebung ein gewisses Urlaubsflair vermittelt.

GAIA CUISINE N 12,5/20
Koch: Sanyo Nagpal
Die Gaia Cuisine ist eine tolle Bereicherung für Innsbrucks Gastroszene. Das historische Gewölbe fand mit dem Werk von Küchenchef Sanyo Nagpal und Pâtissière Eva Martvonova eine neue kulinarische Bestimmung. Sie selbst bezeichnen ihren Küchenstil als Fusionsküche und kombinieren dabei unterschiedlichste Kulturen mit jeweils landestypischen Zutaten. Dabei entstehen unerwartet spannende Gerichte, die asiatisch, mediterran, karibisch oder auch einheimisch anmuten. Besonders erwähnenswert sind das Steakangebot, teils mit Dry-Aged Beef, sowie die wunderbare Weinkarte.
à la carte: 10–60 €

IL CONVENTO 12/20
Koch: Domenico Lancellotti
Ein „echter“ Italiener, der aus der Innsbrucker Altstadt nicht wegzudenken ist. Die Inhaberin des Il Convento, Angelika Conte, versteht es ausgezeichnet, ihre Gäste mit italienischem Lebensgefühl zu verzaubern. Die Karte ist breit gefächert, bietet von Klassikern bis hin zu Gerichten aus allen Teilen Italiens einen exzellenten Querschnitt und verspricht quasi einen kulinarischen Kurzurlaub. Der lauwarme Oktopussalat mit Erdäpfeln, Sellerie und schwarzen Oliven ist eine echte Empfehlung. Sehr fein auch die selbst gemachte Pasta in allen Variationen. Herrlich aromatisch und saftig ist der mediterrane Wolfsbarsch in der Salzkruste, der am Tisch angerichtet wird. Ohne einen süßen Abschluss aus dem verführerisch großen Angebot der Dolci einzunehmen, kann man das Lokal nicht verlassen. Daher: Einmal Tiramisu bitte!
à la carte: 12,90–38 €

LICHTBLICK 12,5/20
Koch: Gabriel Mauracher
Hoch oben über den Dächern der Altstadt von Innsbruck ist allein der Rundblick vom siebten Stock aus einen Besuch wert. Doch damit nicht genug. Die angebotenen Menüs sind regional orientiert, es gibt aber auch mediterrane Elemente. So überzeugt das Zusammenführen von einem mit Knoblauch und Kräutern sautierten Oktopus mit Spritzpaprika und Chorizo-Schaum. Auch das Zweierlei vom heimischen Kalb, gebratenes Filet und geschmorte Backe, mit Polenta, Karotten und Schmorjus ist wirklich gelungen. Interessant ist auch die Dessertvariante: „New York Moosbeer Cheesecake“ mit selbigem Ragout und fruchtigem Brombeersorbet. Einfach nur köstlich. Die Weinkarte kann sich ebenfalls sehen lassen – hier zeigt sich die Leidenschaft des Patrons.
à la carte: 10–30 €

ONIRIQ N 17/20
Koch: Christoph Bickel
Das Oniriq findet man seit Kurzem an einer neuen Adresse. Mit dem Umzug hat das Restaurant nicht nur den Ort, sondern auch das Konzept verändert. Das neue Oniriq schließt eine Lücke in Innsbruck. Fine Dining in dieser Klasse ist neu in der Stadt. Besonders spannend ist die offene Küche, durch die eine intensive Begegnung mit den Köchen und ihrem kulinarischen Schaffen entsteht. Hin und wieder ergattert man auch einen Tipp vom Chef Christoph Bickel persönlich: beispielsweise das Tiroler Gröstl mit Wachtelei – einer der zahlreichen Grüße aus der Küche – auf einen Biss mit den Fingern zu essen. Das souverän angelegte Menü ist vorwiegend vegetarisch. Auf Wunsch wird es mit Fisch und/oder Fleisch ergänzt. In unserem Fall mit Kwell-Saibling mit Apfel, Knoblauchobers und Knoblauchrauke (ein Gericht, das das Zeug zum Signature Dish hat) und Berglamm – beste Tiroler Herkunft und Qualität versteht sich. Der Saibling wirkt dabei wie der erste Satz einer Symphonie. Eine grandiose Komposition von Texturen und überraschenden Akzenten. Dabei frisch und mit lebendiger Säure. Die Teller kommen fantasievoll, aber dennoch schlicht und geradlinig angerichtet zum Gast, dabei genießt man hochklassige Tafelkultur. Und wenn wir schon bei der Symphonie als Metapher sind: Die Desserts setzen im Oniriq einen markanten Schlussakkord. Überhaupt sind die Nachspeisen (es sind mindestens drei, die serviert  werden) erstens köstlich und zweitens emotional ansprechend. Herausragend dabei sind die geeisten Frühlingskräuter mit Baiser, Eierlikör und Schild-Ampfer. Dieser Gang ist nicht nur  eine Augenweide, er verblüfft auch mit seinem Spagat zwischen würziger Frische und opulenter Süße. Unbedingt sollte man den Weinempfehlungen des Sommeliers Nikolai Prachensky (zuvor bei Konstantin Filippou in Wien tätig) folgen: unberechenbar und  überraschend. So wie der ganze Abend.

SENSEI 11,5/20
Sushibar
Koch: Dil Ghamal
Die Maria-Theresien-Straße in Innsbruck kann man getrost als exklusive Adresse bezeichnen. Daher ist ein Essen im Sensei mit Blick auf die Einkaufsstraße auch kein besonders billiges Vergnügen. Sushi, Sashimi und andere Verlockungen der japanischen Küche gelingen verlässlich gut. Wer ungern rohen Fisch isst, sollte den gebratenen Thunfisch mit Sesam probieren. Eine kleine Weinauswahl rundet das Angebot gekonnt ab. Unter der Woche gibt es mittags günstigere Menüs.
à la carte: 12–35 €

SITZWOHL IN DER GILMSCHULE 12,5/20
Restaurant-Bar
Köchin: Irmgard Sitzwohl
Das Sitzwohl in der Gilmschule hat sich zu so etwas wie einer Institution entwickelt – es ist ein sicherer Hafen in der Innsbrucker Gastronomielandschaft. Die Qualität der Gerichte und Menüs hat Bestand, die Teller sind elegant und bodenständig gleichermaßen. Der Küchenstil pendelt galant zwischen Tiroler und mediterranen Elementen. Fisch ist immer eine Empfehlung. Der Steinbutt zum Beispiel, serviert mit Purple Curry und Kokoscreme – ein koketter Blick nach Asien. Alles in allem ein helles, freundliches Wohlfühllokal mit guter Küche, solider Weinauswahl und professionellem Service.
à la carte: 14–32 €

Gault-Millau-Tip: KOSTBAR
Kostbar – der Name passt in jeder Hinsicht. Besonders für eine Pause inmitten der Innsbrucker Altstadt empfiehlt sich ein Besuch in dem kleinen, aber feinen Lokal. Das täglich wechselnde, frisch gekochte Mittagsmenü sorgt für Abwechslung und einen schnellen, aber qualitativ hochwertigen Lunch. In nachhaltigen Verpackungen gibt es die Speisen auch zum Mitnehmen.

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