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Seltene Entdeckung und große Hoffnung für Kärntens Tierwelt
- Rosemarie Maliha gelang kürzlich diese außergewöhnliche Aufnahme eines äußerst seltenen rosa Grashüpfers im Villacher Stadtteil St. Georgen.
- Foto: Rosemarie Maliha
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Von einer genetischen Besonderheit bis hin zu einem wichtigen Artenschutzprojekt: Die Kärntner Tierwelt sorgt derzeit mit gleich zwei besonderen Ereignissen für Aufmerksamkeit.
KÄRNTEN. Eine Aufnahme eines außergewöhnlich gefärbten Grashüpfers aus dem Villacher Stadtteil St. Georgen erreichte heuer Mitte Juli die Citizen-Science-Plattform des Naturschutzbundes "naturbeobachtung.at". Zudem wurden rund 8.000 Moorfrosch-Kaulquappen nach einem kurzen, aber wichtigen Aufenthalt im Tiergarten Schönbrunn wieder in ihre Heimat nach Kärnten übersiedelt.
Absolute Rarität
Beim rosafarbenen Grashüpfer aus Villach handelt es sich um eine äußerst seltene genetische Mutation, den sogenannten Erythrismus. Bei dieser Mutation wird das überwiegend rote Insektenpigment "Erythropterin" gebildet, während dunkle Pigmente weitgehend fehlen. Sichtbar wird die auffällige Färbung nur dann, wenn ein Grashüpfer die mutierte Genvariante von beiden Elternteilen erbt. Trägt ein Tier lediglich eine mutierte und eine gesunde Genkopie, setzt sich das dominante Gen durch und der Grashüpfer behält seine normale Färbung. Da sich in freier Wildbahn nur äußerst selten zwei Träger dieser Mutation miteinander fortpflanzen, sind rosa Grashüpfer eine absolute Ausnahme.
Gefährliche Farbpracht
So spektakulär die ungewöhnliche Erscheinung auch ist, für die Tiere selbst bedeutet sie meist einen erheblichen Nachteil. Während grüne oder braune Grashüpfer hervorragend an ihre Umgebung angepasst und dadurch gut getarnt sind, fallen rosa gefärbte Tiere Fressfeinden sofort ins Auge. Viele überleben deshalb den Weg bis zum erwachsenen Tier nicht.
Kleine Kaulquappen, große Mission
Die 8.000 Moorfrosch-Kaulquappen, die nach einem kurzen Aufenthalt in Wien wieder nach Kärnten zurückgekehrt sind, wurden im Tiergarten Schönbrunn vorübergehend aufgezogen. Die kleinen Tierchen sollen dazu beitragen, die Bestände des in Österreich gefährdeten Moorfroschs zu stärken.
"Im Frühjahr brachten wir mit den erforderlichen Genehmigungen Moorfrosch-Laich aus Kärnten in den Tiergarten. Die geschlüpften Kaulquappen konnten wir hier rund zehn Wochen unter optimalen Bedingungen aufziehen. In ihrem natürlichen Lebensraum laufen Laichgewässer immer wieder Gefahr, auszutrocknen. Außerdem lauern dort zahlreiche Fressfeinde", erläutert Tiergartendirektor Stephan Hering-Hagenbeck.
- Moorfrosch-Kaulquappen im Tiergarten Schönbrunn
- Foto: Daniel Zupanc
- hochgeladen von Lea Kainz
Netzkäfige schützen Jungfrösche
Im Zuge der Rückkehr nach Kärnten erhielten sie noch eine weitere Starthilfe: Spezielle schwimmende Netzkäfige schützen die jungen Moorfrösche, bis sie diese selbstständig verlassen und endgültig den Sprung an Land wagen.
- Doris Preininger mit Netzkäfig
- Foto: Daniel Zupanc
- hochgeladen von Lea Kainz
Spektakuläres Naturschauspiel
Moorfrösche bieten eines der spektakulärsten Naturschauspiele, das Amphibienfans in Österreich erleben können. Die Männchen färben sich zur Paarungszeit himmelblau. Doch leider gab es in Österreich große Einbrüche der Moorfroschpopulationen. Neben dem Verlust geeigneter Lebensräume macht den Amphibien vor allem der Klimawandel zu schaffen. Dieser führt dazu, dass Laichgewässer frühzeitig austrocknen.
"Mit der Wiederansiedlung wollen wir die bestehende Population stärken und dem Rückgang der Art entgegenwirken“, so Doris Preininger, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Tiergarten Schönbrunn.
- Moorfrösche bei der Paarung
- Foto: Dr. Marc Sztatecsny
- hochgeladen von Lea Kainz
Gefördertes Projekt
Die Aufzucht und Wiederansiedlung ist Teil des Biodiversitätsfonds-Projekts "Vernässen und Vertiefen". Gefördert wird das Projekt durch den Biodiversitätsfonds des Bundesministeriums für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft.
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