Kremsmünster
Die Bagger rollen weiter
- Barbara Stadlhuber kämpft gegen das Projekt in ihrer Nachbarschaft
- hochgeladen von Franz Staudinger
Umstrittenes Wohnprojekt in Kremsmünster: Geologe wehrt sich gegen Aussagen des Bürgermeisters.
KREMSMÜNSTER (sta). Zwei Wohnblocks sollen in einem schwierigen geologischen Risikogebiet entstehen. Anrainer laufen dagegen Sturm und haben den Geologen Peter Baumgartner zur Prüfung des Bauvorhabens gebeten. Dessen harsche Kritik am Projekt verärgerte Bürgermeister Gerhard Obernberger. Er hat dem Geologen im BezirksRundschau-Bericht der vergangenen Woche vorgeworfen: "Ich halte es für bedenklich, wenn ein Geologe aus Gefälligkeit Aussagen tätigt, die er mangels Gutachten nicht nachweisen kann." Das lässt Baumgartner nicht auf sich sitzen. Er droht mit einer Klage wegen Rufschädigung. "Der Vorwurf der 'Gefälligkeit' stellt für einen Gutachter den Vorwurf einer strafrechtlichen Handlung dar. Ich weise diesen Vorwurf, der vom Bürgermeister völlig ohne Begründung und ohne Kenntnis der Details vorgebracht worden ist, aufs Schärfste zurück. Zur Information: Nicht jede gutachtliche Beurteilung muss ein eigenes 'Gutachten' zur Grundlage haben. Geologische Aussagen beruhen häufiger auf Bohrergebnissen, geologischen Feldarbeiten und Baustellenerhebungen als auf Gutachten." Laut Aussagen des Traunkirchner Geologen wurde die Baustelle wegen gravierender Aufsichtsmängel und erfolgloser Umsetzung der Baugrubensicherung vorerst stillgelegt.
Neu begutachtet
Bürgermeister Obernberger dazu: "Das stimmt nicht. Es gibt keinen Grund, die Baustelle einzustellen." Das Thema geologisches Risikogebiet wurde laut Obernberger im Bauverfahren entsprechend berücksichtigt und ein auf das gegenständliche Bauvorhaben abgestimmtes Gutachten erstellt. "Der Gutachter war übrigens derselbe, der auch für das Land Oberösterreich die geologischen Risikogebiete bewertet hat und somit das Gebiet sehr gut kennt", so der Ortschef. “Ich lasse nicht zu, dass jemand die gewissenhafte Arbeit meiner Mitarbeiter im Bauamt diskreditiert. Es gibt keine Verfahrensmängel, wie uns auch vom Landesverwaltungsgericht bestätigt wurde. Wir haben die Stellungnahme von Herrn Baumgartner an den für das Gutachten verantwortlichen Geologen weitergeleitet und uns erst vorige Woche gemeinsam mit dem Geologen und dem Bauleiter auf der Baustelle die Situation angesehen und neu bewertet. Dabei kam der Geologe zum Schluss, dass es keinen Handlungsbedarf für weitere Maßnahmen gibt. Alle Auflagen seitens der Gemeinde werden auch erfüllt.“
"Unsere Bürgerrechte werden ausverkauft"
Den Beitrag in der BezirksRundschau vom 12., 13. November lesen Sie HIER
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